Zurück nach Hause! Oder: "Wie ich einen Gefrierschrank importiere..."

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Forumsstruktur

    • Zurück nach Hause! Oder: "Wie ich einen Gefrierschrank importiere..."

      Nach einem halbem Jahr Projektarbeit in BaWü, ging es vorletztes WE wieder nach Hause, nach Mogilev.
      Unseren alten Escort brachte ich kurz zuvor nochmal durch den TÜV, damit ich überhaupt noch eine Chance hatte, ihn wieder zu verkaufen.
      Denn er war uns längst zu klein geworden.
      Als neue Familienkutsche dient jetzt (neben dem Alfa) ein '98er Chrysler Grand Voyager.
      Ein riesiger VAN mit sieben Sitzen und dann immernoch knapp 80cm Platz hinter der letzten Sitzbank.

      In diesem halben Jahr hatte ich in unserer Wohnung in Bayern immer wieder irgendwelche Sonderangebote, oder Ausverkäufe gesammelt, die wir in Mogilev gut brauchen könnten.
      Gerade wenn die großen Supermärkte ihre Aktionsware nicht los werden, bieten sie Rabatte bis 75% und mehr an...
      Und so sammelten sich nach und nach Friteuse, Geschirr, Gartenartikel, Kinderbücher, diverse Spielsachen, Bauklötze, Regenstiefel, diverse Werkzeuge und eine elektr. Kettensäge von Aldi, Lidl, Kaufland & Co etc. etc, an.

      Neben zwei großen Koffern mit allerlei online bestellten Klamotten und Schuhen von meiner Frau,
      einem großen Werkzeugkoffer von ebay, der allein 15kg wog, kam noch eine große Plastikbox gefüllt mit Krimskrams von IKEA dazu.

      Am Sonntag war dann das große Einpacken angesagt.
      Mit dabei war mein 10 Jahre alter Siemens Gefrierschrank, den wir sehr viel mehr in Mogilev brauchten als noch in Deutschland.
      Nach 2-3 Stunden Rumschlepperei war der Voyager voll - richtig voll.
      Platz war nur noch vorne - die zwei Sitze. Zwischen den Sitzen passte noch wunderbar meine 1000VA USV rein (die ich in Mogilev auch dringender brauche).
      Und obendrauf eine Kühlbox voll mit sämtlichen Wurstwaren wie Wiener, Jagdwurst, Bierschinken, Knacker etc..
      Alles was man halt in Belarus nicht bekommt.
      Und dank Gefrierschrank, kann ich ja nun auch mehr mitnehmen, und in Mogilev einfrieren :)

      Vom Gefrierschrank hatte ich zuvor noch vergeblich versucht im Internet ein paar technische Daten zu finden.
      Gerade das offizielle Gewicht wollte ich eigentlich auf Papier mitnehmen.
      Damit es nachher beim Zoll zu keinen größeren Problemen kommt.
      Leider gab es für das Gerät im Siemensarchiv keine technische Doku mehr - was sich später negativ bemerkbar machen sollte.

      Gemäß den Zollbestimmungen sind pro Person 50kg und Warenwert bis 1500€ frei.
      Allerdings darf ein Einzelstück nicht mehr als 35kg wiegen, weswegen ich mit Zoll für den Gefrierschrank auf jeden Fall rechnete.
      Auf der Personenwaage erreichte er knapp 50kg.
      D.h. 15kg zuviel = 4€ pro kg = 60€ Zoll.

      Da ich aber insgesamt bestimmt locker 200kg eingeladen hatte, sollte mich meine Frau aus Mogilev mit dem Zug kommend in Terespol erwarten.
      Damit wir dann zusammen wieder nach Belarus einreisen und so zumindest 100kg gesamt frei einführen können.
      Die 100kg zuviel wollten wir versuchen irgendwie "durchzuschmuggeln" :)
      Bisher musste ich bei meinen vielen Überfahrten nur einmal mein Gepäck komplett auf die Waage stellen.
      Wir versuchten also unser Glück.
      Ich hatte aber auch genügend Bargeld dabei, um den Zoll zur Not auch zahlen zu können.

      Meine Route sollte wieder wie immer sein.
      Die A4 über Görlitz nach Polen.
      Dann bis Kattowitz auf die Schnellstraße Richtung Warschau. Und von dort aus nach Terespol.
      Grenzübergang sollte aber nicht Terespol/Brest sondern wieder der 30-40km südlicher gelegene Домачево sein.
      Weil dort ja die Weißrussen inzwischen ihr neues Terminal eröffnet hatten und ich mir dort eine schnellere Abfertigung als in Brest erhoffte.

      Losgefahren bin ich gegen 17:00 in Bayern, um 21:30 in Görlitz, gegen 23:30 dann irgendwo noch vor Kattowitz auf einem Parkplatz Rast gemacht und knapp 4 Std. geschlafen.
      Vor über einem halben Jahr hatten die Polen ja die Schnellstraße von Kattowitz nach Warschau komplett aufgerissen um sie zu erneuern bzw. auszubauen.
      Meine Hoffnung, daß sie damit nach einem halben Jahr gut fortgeschritten sind, erfüllten sich leider nicht.
      Nur teilweise war zumindest eine Fahrbahnrichtung fast fertig. Zumeist jedoch lief der Verkehr einspurig auf der alten Fahrbahn.
      Auf ihr tuckerten dann auch noch die eigentlichen Baustellenfahrzeuge mit 20-30kmh. So gings es fast 50km nur im Schrittempo voran.
      Von Kattowitz nach Warschau brauchte ich so mehr als 5 Stunden.
      Und in Warschau selbst auch nochmal über eine Stunde, weil auch dort eine große neue Zubringerstraße/Autobahn zum Flughafen, wohl durch die ganze Stadt gebaut wird.

      So erreichte ich mit 5 Minuten Verspätung den Bahnhof Terespol.
      Naja..., 5 Minuten Verspätung auf 2000km - ist ok :)
      Der Bahnhof ist von den Polen inzwischen komplett neugebaut worden und fast fertig.
      Ein modernes Glas/Stahl/Beton-Gebäude. Zuvor war das Bahnhofsgebäude ein charmanter Bau sowjetischer Art :)

      Von Terespol ging es dann nach Süden zum Übergang Домачево.
      Da die Polen ihr Abfertigungsterminal nicht mehr mit den Weißrussen teilen müssen, gibt es nun mehr Platz.
      So gegen 15:00 angekommen waren dort drei Schlangen mit Weißrussen (All Passports) mit jeweils 7-8 Autos und eine Schlange mit nur einem polnischen KFZ auf der EU-Spur.
      So war die polnische Abfertigung in knapp 5 Minuten erledigt.

      Weiter gings über die Brücke zum neuem weißrussischem Terminal in den roten Kanal.
      Vor uns wieder nur der "Pole" - so ging es dann erstmal zügig voran:
      Migrationskarte und Zolldeklaration für das Auto (das Auto selbst, nicht dessen "Inhalt") ausfüllen,
      Passkontrolle, Fahrzeugscheinkontrolle.
      Und dann kam die eigentliche "Zoll"-Prozedur...

      Und dann gings los :)
      Für die gesamte Zollabfertigung war nur ein einziger Zollbeamter da, der also uns und alle Weißrussen zu bearbeiten hatte.
      Nach einer groben Durchschau des Autos und einer Teilentladung um ein wenig in die Tiefen der eingepackten Sachen schauen zu können, schickte er uns zu einem gesonderten Parkplatz zur intensiveren Kontrolle.

      Hier kamen dann noch 2 weitere Männer an, die ebenfalls nach und nach alles sehen wollten.
      "Schto eta", "Schto eta", "Eta Nowinka?", "Ckolka stoit"... etc..
      So nach und nach durfte ich fast alles wieder ausladen - und mir wurde klar, daß das mit dem Durchkommen des ganzen Übergepäcks wohl nichts werden wird.
      Zumal ein Kontrolleur immer ärgerlicher wurde.
      Er fragte, welche Haushaltsgeräte wir dabei hatten. Na den Gefrierschrank (an die Friteuse dachte ich da gar nicht).
      Er fand dann aber die Kettensäge, und war ganz sauer, daß wir ihm das nicht gesagt haben (Kettensäge = Haushaltsgerät?).
      Dann fand er im größeren Koffer den neuen Akkubohrschrauber :)
      Langsam wurde er lauter... Und es kamen noch weitere, die auch mal schauen wollten, und diverse Kommentare abließen.

      "Alles müsse auf die Waage, das ist alles deutlich mehr als 50kg etc."
      Und immer wieder mehrfach die Frage nach Alkohol und Zigaretten. Letzteres veneinten wir vehemend (sind ja Nichtraucher), und den einzigen Alkohol - eine 0.7l JimBeam-Flasche - hatte ich deutlich sichtbar bereits zu Beginn gezeigt.
      Immer wieder kroch einer ins Auto um alle Fächer des Autos zu begutachten.
      Aber keiner bemerkte die USV in der Mitte *puh*.
      Und zum Glück schaute keiner in den kleineren Koffer, der mit WalkieTalkie für die Kinder, Parkdistanceontrol für den Van und weiterem elektronischen Kleinkram gefüllt war :)
      Der Notebookkoffer mit zwei eingepackten neuen 2TByte-HDs interessierte zum Glück auch keinen.

      Der eigentliche Verantwortliche Zollbeamte - deutlich überlastet - probierte nun die Daten des Gefrierschranks im Internet zu finden.
      Genauso vergeblich wie ich schon zuvor.
      Dann musste der Gefrierschrank aus dem Auto, um nach irgendeinem Typenschild o.ä. zu suchen.
      Und zum Glück fand sich eines mit Angabe des Volumeninhaltes.
      Und Aufrgund des Volumens berechnete er dann den Zoll.
      Pro Liter 0.24€, dann noch irgend einen Aufschlag, mit dem Ergebnis 1.1Millionen Rb, knapp 100€.
      Keine Ahnung woher diese Zollbestimmung kommt.
      Im Internet steht nichts davon. Meine Frau wird bei der Zollbehörde bei Gelegenheit nochmal nachtelefonieren.

      Jedenfalls meinte er dann. Ok alles wieder einpacken "Bce".
      "Bce"? Das wars? Also doch nicht alles auf die Waage?
      Nö, Zoll für den Gefrierschrank zahlen und gut ist.
      Ich glaube er war froh ein wenig seine Arbeit getan zu haben und uns los zu werden.
      Standen wir doch nun schon über drei Stunden dort.
      Nach einer weiteren Dreiviertelstunde hatte er dann endlich den Formularkram fertig, wir zahlten den Zoll, und durften von dannen ziehen :)

      Angesichts der tausend Sachen die wir dabei hatten, war ich mit den 100€ Zoll ganz zufrieden.

      Allerdings - kaum 10Minuten gefahren auf der Straße nach Brest, war ich mit dem Überholen eines anderen PKWs beschäftigt.
      Nachdem endlich kein Gegenverkehr mehr kam, überholte ich ihn und Tempomat wieder auf 95km/h gestellt.
      Just kam mir ein Auto entgegen, und macht plötzlich Rot/Blaulicht an...
      Militia - och nöö. Ich war mir aber keiner Schuld bewusst.
      Wir also angehalten, der Polizist fragte freundlich nach den Papieren und erklärte unser Vergehen.
      95km/h gemessen - na gut, und weiter?
      Wir wären aber innerhalb der Ortschaft mit 70km/h Beschränkung gewesen.
      Bei dem Überholmanöver hatte ich wohl das Ortsschild übersehen... na toll.
      Macht dann irgendwas um die 100000Rb Strafe.

      Dummerweise hatten wir keinen einzigen Rubel mehr, nur noch Euro.
      Und in Euro konnten wir die Strafe nicht zahlen, es mussten Rb sein.
      Dann passierte etwas Ungewöhnliches - jedenfalls für Belarus, und aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen.
      Die beiden Polizisten tuschelten etwas, und waren dann mit 10€ ohne weiteren Papierkram zufrieden.
      Aha - ok, kein Problem für mich.
      Die Polizisten meinten aber noch, daß sie dafür Ärger bekommen könnten, und gaben uns noch Tips für die Weiterreise, wo wir lieber etwas langsamer fahren sollten :)

      Inzwischen war es nun knapp 20:00Uhr und wir hatten noch 6 Std. Fahrtzeit nach Mogilev vor uns.
      Gegen 2:00Uhr kamen wir dann ohne weitere Vorkommnisse an, wo ich dann noch fast eine Stunde mit dem Ausladen beschäftigt war...
    • Schöner Bericht und auch viele Ähnlichkeiten zu unserem Leben vor ein paar Jahren. Darf ich aber mal fragen ob Ihr Euch Gedanken gemacht habt wo Euer Kind / Kinder zu Schule gehen? Wenn die Frage nicht zu persönlich ist würde mich schon interessieren ob Ihr Euren Lebensmittelpunkt in Beorussland lassen wollt oder eine Fifty-Fifty Lösung oder oder...

      Gruß Jecko, der leider auch keine Patentlösung hat
    • jecko schrieb:

      Darf ich aber mal fragen ob Ihr Euch Gedanken gemacht habt wo Euer Kind / Kinder zu Schule gehen?
      Wir haben uns Gedanken gemacht.
      Monate lang, im Prinzip immer wieder die letzten Jahre.
      Und uns inzwischen entschieden.
      Unsere Älteste ist jetzt 5 Jahre und wird im nächsten Jahr in Weißrussland zur Schule gehen.

      Da ich das große Glück habe, als einziger Geldverdiener nur bedingt ortsabhängig zu sein, konnten wir quasi frei wählen zwischen Weißrussland und Deutschland.
      Alle familären Pro & Contras aufzuführen wäre mir jetzt auch zu privat.
      Aber allgemein ist es so, daß wir mit unserem Geld in Weißrussland mehr für uns und unsere Kinder erreichen können als in Deutschland.
      Wir haben hier ein Grundstück und ein fast fertiges Haus, welches komplett selbst finanziert ist.
      D.h. keine Hypothek oder Bankkredit. Egal was passiert (Krankheit/Arbeitslosigkeit etc.) niemand kann es uns mehr wegnehmen.
      Das ginge in Deutschland so nicht.
      (jaja - von politischen Verwerfungen etc. mal abgesehen.)

      Ein weiterer sehr wichtiger Grund ist die Bildung an sich, welche ich in Weißrussland als wesentlich besser ansehe.
      Zumindest bis zur Oberstufe. D.h. die ersten 6,7,8 Jahre.
      Danach ist in Deutschland an den Hochschulen und in den Uni's die Ausrüstung d.h. das Lehrmaterial viel besser.
      Zumindest beim Vergleich staatlicher Unis.
      Wie private Uni's in Weißrussland sind, da habe ich mich noch nicht informiert (falls es sie überhaupt gibt).
      D.h. nach 6 Jahren wird man sich wieder entscheiden müssen, wie es weitergehen soll...

      Alles natürlich unter der Voraussetzung, das die Situation in Weißrussland sich nicht gravierend (für uns) verschlechtert, und das Gefasel vom Bildungsstandort Deutschlands weiter anhält. (Ich meine hier die Schulbildung, nicht das Ausbildungswesen oder die - wenn auch überfüllten - Unis).

      Aber hier sehe ich auch den großen Vorteil unserer ganz persönlichen Situation.
      Wir können machen, was wir wollen.
      Wir können hier - in Mogilev - bleiben, oder nach Deutschland gehen.
      Wenn es in beiden Ländern untragbar wird, steht uns der gesamte EU-Raum zu Verfügung inkl. Schweiz.

      ---

      Unsere Älteste lernt bereits jetzt im Kindergarten ein wenig Englisch und das kleine 1x1.
      Jeden Samstag geht sie zu einer Art privaten Vorbereitungskurs am hiesigen Gymnasium (der knapp 5€ im Monat kostet), wo sie in allen Disziplinen gefördert wird und sich ihre persönlichen Stärken herauskristallisieren.
      Im (privaten) Kindergarten kommen 2-3 Betreuer auf 8-10 Kinder...
      In Deutschland unbezahlbar...
    • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

      Wie man merkt ist es eine Gleichung mit vielen Größen und einigen Unbekannten. Es ist auch für uns ein ständig vorhandenes Thema. Auch auf Grund einer großen Familie in beiden Kulturen, leben wir auch in einem ständigen Zustand von Heimweh. Da wir auch in beiden Ländern ein Zuhause haben wird das noch verstärkt. Anfang des Jahres standen wir kurz davor wieder den Mittelpunkt nach UA zu Verlegen, was aber nur durch das Ab leben der pflegebedürftigen Person verschoben wurde. Die nächste Generation ist auch schon, wie man bei uns liebevoll sagt, Wurmstichig. Am Ende bleibt es für uns beim Spagat, zwischen der Brut einen guten Start ins Leben zu geben und unsere Eltern nicht aus den Augen verlieren.

      Interessant finde ich das du das SchultSystem gerade in der Grundschule in Deutschland als schlechter siehst. Beim Vergleich Ukraine vs. Deutschland muß ich mich offen gesagt für Deutschland entscheiden oder eben in meinem Fall für Thüringen.

      Gruß Jecko, der mal kurz arbeiten muß
    • Unsere Älteste lernt bereits jetzt im Kindergarten ein wenig Englisch und das kleine 1x1.

      Jeden Samstag geht sie zu einer Art privaten Vorbereitungskurs am
      hiesigen Gymnasium (der knapp 5€ im Monat kostet), wo sie in allen
      Disziplinen gefördert wird und sich ihre persönlichen Stärken
      herauskristallisieren.

      Im (privaten) Kindergarten kommen 2-3 Betreuer auf 8-10 Kinder...

      In Deutschland unbezahlbar...
      Ich vermute, da ich nur wenig Vergleichsmöglichkeiten habe, das bei Kindergärten regional sehr große Unterschiede herrschen. Ich wohne aktuell in Hessen, ca 10km ausserhalb von Fulda. Der Kindergarten ist von den Angeboten und Leistungen super und ich persönlich empfinde ihn auch nicht als teuer. Wir zahlen hier monatlich 65,-€. Das letze Jahr vor der Einschulung ist sogar kostenlos. Für Kinder ab 4 Jahren wird auch einmal pro Woche ein Englischkurs angeboten, der die Kinder bis Abschluß Kindergarten auf das Niveau der 2. Klasse bringen soll. Kostet 10,-€/Monat. Darüber hinaus werden an Nachmittagen die unterschiedlichsten Programme und Aktivitäten angeboten, die kostenlos genutzt werden können. Auch das Verhältnis Sozialpädagogen/Kinder ist in Ordnung. Hier momentan 36 Kinder und 5 Pädagogen + Leiterin. Auch nach der "aktiven" Kindergartenzeit wird Nachmittags eine Art Betreuung bei Hausaufgaben usw. angeboten. Dazu kann ich aber nichts genaues (Kosten usw.) sagen, da ich mich damit noch nicht beschäftigt habe.
      ©opyright
      Ein Kopieren dieses Beitrages, auch auszugsweise und/oder
      in Form von Zitaten, wird ausserhalb dieses Boardes hiermit ausdrücklich
      untersagt
    • Mir ist jetzt bei Euch beiden der Englischkurs im Kindergarten aufgefallen. Das hab ich/wir komplett ausgelassen. Ich persönlich halte das für zu früh und auch für zu viel. Unsere Kinder, davon gehe ich mal aus, wachsen schon mit zwei Sprachen auf, was eigentlich wen man es genau nimt genug ist für das Alter. Unser Jüngster hat ab der 2. Klasse Englisch und das ist auch ein guter Zeitpunkt. Da haben sich die beiden Sprachen in der kleinen Rübe gefestigt und das Englisch lernen hat ungefähr den Schwierigkeitsgrad eines Toilettenbesuchs. Die Kindergarten zeit konnten unsere komplett mit Spielen und andere "wichtigen" Sachen verplempern. Ab der 1. Klasse ging es dann mit einem Instrument und Sport los.

      Gruß Jecko
    • @Jecko,
      bin 100% Deiner Meinung.
      Ich lasse unsere auch nicht in den Englischunterricht. Auch mein "Kampfzwerg" soll wie ein Kind aufwachsen und nicht wie ein zukünftiger Teilnehmer an DSDS
      Wollte nur sagen, dass es auch hier Kindergärten gibt, die ein relativ breites Spektrum an zusätzlichen Angeboten zu akzeptablen Preisen haben.
      ©opyright
      Ein Kopieren dieses Beitrages, auch auszugsweise und/oder
      in Form von Zitaten, wird ausserhalb dieses Boardes hiermit ausdrücklich
      untersagt
    • Das ist ja mal eine Themenentwicklung nach meinem Geschmack! Von der Tiefkühltruhe zur Hirnforschung... Den Hern Hüther höre ich manchmal nebenbei statt Musik. Sehr interessant und mit Witz, dauert zwar - aber sich die Minute merken wo man stehengeblieben ist macht auch das Gehirn nicht älter.

      [media]http://www.youtube.com/watch?v=Fw_ri4Ri36U&feature=related[media]
    • Gernot schrieb:

      Hier momentan 36 Kinder und 5 Pädagogen + Leiterin
      Also in unserem Kindergarten in der Oberpfalz (in einer Kreisstadt) gab es 1,5 Stellen auf 20 Kinder.
      D.h. die Leiterin war vollzeitbeschäftigt und eine Halbtagskraft.
      Alle paar Monate gab es dann noch eine Praktikantin für jeweils ein paar Wochen.

      Damit die Leiterin ab- und zu auch noch ihren Bürokram machen konnte gab es regelmäßig Aktionen unter dem scheinheiligen Namen "Kindergarten erleben".
      Wo dann eine einzelne Mutti mal für einen halben Tag mit dabei sein konnte.
      Letztendlich also musste ein Elternteil einspringen, damit der Kindergarten noch funktionieren kann.

      Wobei ich wirklich nichts gegen die Erzieherinnen selbst sagen möchte.
      Im Gegenteil, sie haben sich aufopfernd im Rahmen ihrer Möglichkeiten um die Kinder gekümmert.
      Aber gerade zu Beginn eines neuen Kindergartenjahres, wenn die neuen Nesthäkchen besondere Aufmerksamkeit brauchen, fehlt es automatisch an Zeit für die anderen.

      Was ich aber trotzdem sehr gut fand, waren die regelmäßigen Ausflüge.
      Zumeist in die Landschaft, in den Wald, zum Bach, mal einen Frosch finden. Oder mal zum Bauern um die Ecke, um zu sehen woher der Käse vom Supermarkt eigentlich kommt.

      Sowas gibt es in Mogilev überhaupt nicht.
      Hier spielt sich der Kindergartenbetrieb nur auf dem Kindergartengelände selbst ab.
      Allerdings sind hier die Räumlichkeiten viel größer und es wird mehr geboten.
      Das fängt schon mit der Küche an. Es gibt Frühstück und Mittagessen.
      Mittags können die Kinder im Schlafraum ausruhen. (Einen Schlafraum gab es im "unseren" deutschen Kindergarten gar nicht, und Frühstück musste man selbst mitbringen)
      Sehr schön finde ich auch die regelmäßigen Aufführungen, die die Kinder einüben, und dann vor versammelter Elternschaft vor führen.

      Gernot schrieb:

      soll wie ein Kind aufwachsen und nicht wie ein zukünftiger Teilnehmer an DSDS
      Ich glaube die Teilnehmer (und Betreiber) von DSDS sind gerade diejenigen, wo eine kindgerechte Erziehung gefehlt hat.
      Ich führe so ein Diskussion ja nicht zum ersten Male :)
      Was mir dabei auffällt ist immer der sofortige Fall in die Extreme.
      Nur weil unsere Tochter die Möglichkeiten bekommt, mehr machen zu können, bleibt und ist sie doch weiterhin ein Kind und darf sich natürlich auch so verhalten. Wir versuchen sie zu fördern (was ein wenig "fordern" ja nicht ausschließt).
      Aber ihr Kindsein ist doch kein anderes. Als ob sie jetzt gedrillt wird acht Stunden am Tag zu Lernen...

      Ihr macht das Englisch sprechen Spaß. Genauso wie sie nach und nach die ersten (russischen) Wörter lesen kann und stolz darauf ist.
      Wenn sie dazu dann keine Lust mehr hat, geht sie raus und spielt, tobt singt, oder hüpft mit Papa auf dem Trampolin herum... was auch immer.
    • Ich bemerke gerade das man einen Vergleich Kindergarten Deutschland zum Ausland kaum führen kann. Die Regionalen Unterschiede innerhalb von Deutschland sind einfach zu groß. Mal so als Hausnummer, bei uns in der Stadt mit ca. 12000 Einwohnern konnte sich unsere Brut zwischen 3 Kindergärten entscheiden.

      In der Ukraine nehmen die Kindergärten in den großen Gruppen auch immer mehr Schulcharakter an.

      Gruß Jecko
    • Ich bemerke gerade das man einen Vergleich Kindergarten Deutschland zum Ausland kaum führen ...


      Tja, ich kann nur das berichten was mir Julia űber das UA Bildungssysten aus Ihrer Sicht (!) Berichtet. Ist űbrigens ein sehr beliebtes Thema bei uns, zudem war Julias Oma "Kindergartenlehrerin" allerdings noch zu Sowjetzeiten. Es gab wohl auch schon in dem Staat, in dem alle so gleich waren bevorzugungen von den besonders reichen, wobei hier ein Reichtum an Linientreue gemeint ist. Ich bin nun kein besonders antimilitärischer Mensch, mich irritierte an einem ukrainischen Kindergarten etwas, daß eine "Wippe" einem Kampfjet nachempfunden war. In deutschland wűrde mit Sicherheit in Windeseile eine Bűrgerinitiative der blőden Wippe an das Stahlgerűst gehen.

      In deutschland ist hingegen das Problem, daß "Kindergärten" in einer politisch interessierten Trägerschaft ist, die ob "streng Katholischer Kindergarten" oder "links alternativer Kinderladen" nicht davor zurűckschrecken den lieben kleinen mit aller Wucht die ideologische Keule űber den Kopp zu ziehen.

      Sehr viel schwieriger wird es dann "mit zunehmendem Alter" der Schűler, m.E. isr ab Oberschule (und bis zum Studium) in der Mehrheit der Staaten die Ausbildung der lieben kleinen weitaus mehr von Papis Patte abhängig.

      Sent from my HTC Sensation Z710e using Tapatalk
    • Wird das jetzt hier ein KindergartenThread?

      Ok

      dann hab ich auch was beizutragen.

      Meine Freundin hat ein bald 3 jähriges Kind in UA. Ist vor den Toren einer Großstadt. Da gibt es wohl Wartezeiten von 5-6 Jahren... Also am besten gleich nach Befruchtung anmelden. Sonst wird es da nichts. :modo: Da sie es nicht gemacht hat kümmert sich also die Familie. Hat ja aber auch Vorteile. Sehe es hier in D eh als befremdlich an, wenn Kinder schon mit 6 Monaten weggegeben werden. Warum dann noch ein Kind........ ?( Aber das ist sicher das andere Extrem. Die Wahrheit liegt sicher in der Mitte. Wie meistens...

      Gruß

      W :thankyou:
    • Wird das jetzt hier ein KindergartenThread?
      Na solange wir nur drüber reden und uns nicht wie Kinder benehmen :)

      WolfGar schrieb:

      wenn Kinder schon mit 6 Monaten weggegeben werden. Warum dann noch ein Kind
      Das würde ich aber pauschal so nicht sagen wollen.
      Es kann durchaus seine Gründe haben, warum man ein Kind in die Krippe gibt.
      Trotzallem kann es dann in einer liebevollen Familie aufwachsen.


      WolfGar schrieb:

      kümmert sich also die Familie
      Kann aber schnell auch "extrem" werden. Ich sag nur, Babuschka kümmert sich um ihn/sie, während die Eltern arbeiten gehen.
      Bei ihr darf er/sie dann alles :) mit den entsprechenden Konsequenzen/Problemen.



      WolfGar schrieb:

      Die Wahrheit liegt sicher in der Mitte. Wie meistens...
      :thumbup:
    • Habe natürlich noch den wichtigsten Grund für einen weißrussischen Kindergarten vergessen: 8o



      Seitdem der Kindergarten die neue Erzieherin eingestellt hat, darf ich unsere Tochter nicht mehr alleine vom Kindergarten abholen...
      (Veto meiner Frau)
      :crying:
    • Habe natürlich noch den wichtigsten Grund für einen weißrussischen Kindergarten vergessen: 8o



      Seitdem der Kindergarten die neue Erzieherin eingestellt hat, darf ich unsere Tochter nicht mehr alleine vom Kindergarten abholen...
      (Veto meiner Frau)
      :crying:

      Es gibt so Situationen, da mőchte man nochmal Kind sein.

      Sent from my HTC Sensation Z710e using Tapatalk
    • Nun dieses Verhalten von Ehefrauen beruht ja in erster Linie auf dem Unverständnis gegenüber der hohen Kunst der Fotografie! Du kannst ja deine Frau auf unser Forum verweisen wie wir voll des Lobes, bezüglich Belichtung, Anordnung der Objekte und Motivauswahl sind. Zur Vertiefung deiner fotografischen Fähigkeiten rate ich zur Anfertigung einer ganzen Bilderserie.

      Gruß Jecko, dem die Kamera an deiner Stelle sicher aus irgend einem Körperteil eitern würde
    • Wenn Deine Frau Dir da Vorwürfe macht, solltest Du erwähnen, daß Du halt noch etwas Erziehung benötigst. :lol: :lamp:

      jecko schrieb:

      Nun dieses Verhalten von Ehefrauen beruht ja in erster Linie auf dem Unverständnis gegenüber der hohen Kunst der Fotografie! Du kannst ja deine Frau auf unser Forum verweisen wie wir voll des Lobes, bezüglich Belichtung, Anordnung der Objekte und Motivauswahl sind. Zur Vertiefung deiner fotografischen Fähigkeiten rate ich zur Anfertigung einer ganzen Bilderserie.


      So große Objekte hat die doch garnicht!