Reisebericht aus der Vergangenheit

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Boardstructure

    • Reisebericht aus der Vergangenheit

      Bei dem Einen oder Anderen ist vielleicht hängengeblieben, daß ich meine jetzige Frau über Interfriendship kennengelernt habe.
      So kam auch meine "Beziehung" zu Weißrussland überhaupt zu Stande.
      Bei Interfriendship gab(gibt?) es damals ein sehr aktives Forum, in dem sehr viel Wissen über den weiten Osten vermittelt wurde.
      Angefangen von Visa, Reisen, bis hin zu den Formalitäten für Hochzeit etc. etc..

      Damals so um 2003/2004 herum war ich selbst dort einigermaßen aktiv.
      Bis die Betreiber anfingen mehr und mehr das Forum von negativen (Frauen-)Berichten zu bereinigen.
      Es war/ist halt dem Geschäft nicht zugänglich, wenn es bei dem zahlenden deutschen Mann eben nicht so funktioniert, wie er sich das (naiverweise) vorgestellt hat. (und auch heute noch immerwieder in diversen "Ost"-Reportagen vermittelt wird -> "Ich kaufe mir eine Frau im Osten... o.ä.").

      Na jedenfalls stammt aus dieser Zeit noch ein Reisebericht von mir, den ich damals veröffentlicht habe, und den ich noch immer auf meinem Server zu liegen habe. Ich glaube er passt hier wesentlich besser hin, als das er in den digitalen Untiefen als verschollen gilt.


      Mein erstes Mal in Weißrussland - vor knapp 8 Jahren:


      Hallo Zusammen!

      Bisher war ich ja nur eine Art Schmarotzer hier :)
      Hab alles an Informationen aus diesem Board in mich aufgesaugt ohne selbst hier mitzuwirken.
      Das möchte ich nun zumindest zum Teil nachholen.

      Vielleicht kurz zu meiner Person:
      Ich habe keine jahrelange Ehe hinter mir, fühle mich nicht von deutschen Frauen "geschädigt", oder hab sonst irgendwelche Traumata erlitten :)
      An alle bisherigen Beziehungen erinnere mich nicht nur an die negativen Dinge, haben sie mich doch vielmehr "weiter" gebracht;
      erfahrener - nicht unbedingt weiser, soweit will ich dann nicht gehen.
      Zu vielen Ex-Freundinnen hab ich weiterhin noch Kontakt.

      Zu Interfriendship hab ich, wie viele hier, durch Zufall beim Stöbern im Internet gefunden. Eigentlich war ich auf der Suche nach guten Flirt-, Kontakt- und ähnlichen Webseiten, da ich hier auf dem Dorf (Bayern) frauentechnisch nicht fündig wurde. Und der Aufreißer der abends die Frauen um seinen Finger wickeln kann, bin ich auch nicht gerade.

      Zwei Frauen meiner letzten drei Beziehungen habe ich über das Internet kennengelernt, von daher war ich schon Chat und EMail-Bekanntschaften gewohnt. Aber irgendwie hat sich das Chatverhalten die letzten Jahre geändert. Es ist schwieriger geworden überhaupt noch mit Frauen vernünftig in Kontakt zu treten (oder bin ich einfach älter geworden?).
      Ich bin übrigens mit meinen 34 Jahren wohl eher im jüngeren Kreis hier anzusiedeln.

      Naja wie dem auch sei, Interfriendship gefunden, hübsche Frauen gesehen, kurz die Infos überflogen, Chips gekauft, Profil reingesetzt mit letztem Urlaubsfoto, englischen - nicht gerade grammatikalisch prachtvollen Text aufgesetzt, und gewartet...
      Auf was ich mich da eingelassen habe, habe ich dann erst nach und nach durch intensives Studium des Boardes erfahren :)

      Bereits am nächsten Tag waren die ersten Posteingänge... so hübsche Frauen wollen sich für mich interessieren???
      Die ersten beiden Bildzuschriften waren auch die Frauen mit denen ich intensiveren EMail-Kontakt aufgenommen habe (in Englisch). Mit einer dritten hatte ich ebenfalls sehr guten EMail-Austausch sogar auf deutsch, aber der Kontakt brach nach Weihnachten plötzlich ab?!
      Keine Mail mehr von ihr...
      Was mich total verwunderte: Die Frauen interessierten sich tatsächlich für mich - die Monate zuvor, wo ich diverse Profile in deutschen Flirtseiten erstellt hatte, hab ich sowas nicht erlebt.

      Aufgrund meiner Erfahrung mit Internetbekanntschaften, wusste ich - verlieben nur per Schrift iss nich.
      Und monatelang EMails schreiben bringt auch nichts, denn ob man sich sympathisch ist oder nicht, weiß man erst, wenn man sich wirklich einander in die Augen sieht.
      Man kann sich noch so gut per Mail verstehen, aber wenn man sich dann nicht riechen kann...
      Deshalb verstehe ich manche Männer hier nicht, die sich fragen "Treffen nach 3 Mails?".
      Das Treffen ist für mich das wichtigste egal wieviele Mails zuvor schon waren.
      Das erste Treffen heisst ja auch nicht, man muss sich nun zur Heirat entscheiden. Treffen heisst kennenlernen... und dann wird man sehen.
      So wie sonst halt auch, nur dass die Entfernung halt "ein wenig" größer ist.

      So hat mich Elena auch in ihrer 3. oder 4. Mail gefragt, ob ich sie denn gerne treffen möchte (in ihrem Land, Minsk).
      Für mich war das keine große Frage "ob", sondern eher "wie".
      Ich hatte soviel im Board gelesen, dass ich schon wieder nicht wusste wo welche Links, Adressen, Reisebüros etc. standen.
      Also kurze PM an einen, der vor kurzem etwas über Belarus schrieb (Name vergessen, ich hoffe er verzeiht mir).
      Und mir die Adresse von sicher-Reisen (sicher-reisen.de) geben lassen.

      Nach kurzem EMail-Hin und Her mit Elena, wann, ob wirklich, und wo, habe ich bei SicherReisen das Rundumsorglos-Paket bestellt :)
      Also Visabeschaffung, Flug mit Belavia von Berlin nach Minsk, Buchung im Hotel Planeta (DZ mit getrennten Betten, sie kommt aus Mogilev).
      Bestellt hatte ich am 2.1.04 zweieinhalb Wochen später war alles hier: Reisepass, Visum, Tickets, Hotel-Voucher.
      Abflug Berlin deshalb, weil am billigsten, und ich ursprünglich sowieso aus Berlin komme...

      Je näher der Tag des Abfluges rückte desto unsicherer wurde ich mir.
      Russland... Osten... was wird am Airport alles sein, Passkontrolle? Zoll? Ich nix russisch..., wird sie überhaupt am Airport auf mich warten, was wenn nicht...
      Auf eure Empfehlung hin, habe ich mir noch das Buch "Kulturschock Russland" besorgt.
      Hmm - ich weiß zwar jetzt viel über die russische Vergangenheit, aber wesentlich mehr haben mir die Informationen hier gebracht.
      Also als ein Muss würde ich das Buch nicht bezeichnen eher als nette Ergänzung für das eigene Russlandwissen.

      Dann war er da - der Abflugtag, Berlin-Schönefeld.
      Die Maschine von Belavia... eine YAK-40 (ich dachte YAK waren die Maschinen der Japaner im WW2?), 22 Sitzplätze, Einstieg von hinten.
      Bin zwar nich flugängstlich, aber ein mulmiges Gefühl hatte ich schon. Die Inneneinrichtung deutete schon so auf Baujahr 70-80er Jahre hin.
      Die Borddurchsage bzgl Start, max. Flughöhe etc. war sogut wie nicht zu verstehen... krächz, rausch... das ermutigte mich nicht sehr besonders.
      Der Flug war dann aber total normal - bis auf die Temperaturverteilung im Flugzeug: Schweißfüße und angefrorene Arme...

      Fortsetzung folgt...

      Gruß
      Michael
    • Reisebericht aus der Vergangenheit, Fortsetzung

      [...]


      Start war um 14:25, Ankunft um 18:00 Ortszeit in Minsk.
      Erster Eindruck von oben (dunkel, klarer Himmel, Stadtbeleuchtungen gut zu erkennen). Minsk iss ja gar nich sooo groß.
      Landung auf Schnee und eisbedeckter Piste, aber ohne Probleme (muss wohl Stunden zuvor heftigst geschneit haben).
      Mit dem Bus zum Flughafengebäude - und da stürmten schon die ersten Belarus-Frauen auf einen ein. Nein nicht die von IF :)
      Die mit der Krankenversicherung :) Aus dem Board wusste ich schon, lieber abschließen als später Probleme haben, also die 2 Euro für die 5 Tage Aufenthalt bezahlt.

      Dann Passkontrolle (den hat die Versicherungspolice natürlich Null interessiert...) und dann zum Gepäckband.
      Während wir da so warteten, fielen mir die Zollerklärungsformulare auf. Also flugs eins genommen und ich begann es auszufüllen (als einziger Passagier).
      Ein freundlicher Militia-Mann fragte mich dann aber, ob mein Gepäck schwerer als 50kg sei, oder ich mehr als 3000$ einführe...
      Beides verneinte ich, musste also auch keine Zollerklärung ausfüllen.
      Mit dem Gepäck noch durch eine letztes Kontröllchen, ob denn das Gepäckstück auch wirklich meins ist (Gepäckabschnitt vom Einchecken vorzeigen).

      Und dann - dann stand sie da... sofort erkannt... Fotos? Kein Vergleich... Die Realität ist manchmal an Schönheit nicht zu beschreiben.

      In der Zeit, wo sie auf mich wartete, hatte sie schon einen Taxifahrer kennengelernt, der einen Flug zuvor vergeblich auf seinen Passagier gewartet hat. Also mit ihm (im Opel Omega-Kombi) zum Hotel Planeta. Fahrzeit ca. 30-35Minuten quer auf der Hauptstraße durch Minsk.
      Durch die Dunkelheit war nicht sehr viel zu erkennen, der Taxifahrer erzählte aber auf russisch ständig was links und rechts zu sehen war, und Elena versuchte dem mit Ihrer Übersetzung ins Englische nachzukommen.

      Als technische Übersetzungs-Unterstützung hatte ich übrigens meinen PDA mit, mit Software für Deutsch-Englisch und Englisch-Russisch.
      Elena konnte den PDA später fasst besser bedienen als ich :)
      Ankunft Hotel Planeta, "schicker" Plattenbau, aber von Innen sehr viel eleganter. An der Rezeption angemeldet (sie konnten sogar deutsch) Schlüssel geholt und aufs Zimmer. Etagenfrau gabs da nicht, wohl aber die Zimmerkarten.
      Und die sind wichtig, besonders für sie. Denn 2-3 Tage später wollte ein Pförtner sie mal nicht mit mir reinlassen (dachte wohl eine Prosti... usw.).

      Zimmer war ok, normaler Standard, bis auf das Fehlen von Kleinigkeiten wie Hygienebeutel für die Frau, Einwegtücher oder Mülleimer.
      Weiches Klopapier schien auch Luxus zu sein. Dafür Fernseher mit ca. 18 Programmen 3 deutsche, polnisch, ukrainisch der Rest russisch.
      Die deutschen Programme waren RTL2 (warum auch immer, vielleicht wegen Bigbrother?), Eurosport und DeutscheWelle.
      Extrem warm war es im Zimmer auch nicht, ganz normal eher...

      Frühstück war etwas ungewöhnlich. Kein Buffet sondern nach Vorlage und Abstreichen der Zimmerkarten, wurde man an einen fertig gedeckten Tisch geführt.
      Dort stand dann pro Person ein Teller mit ein paar sehr kleinen Scheiben Weiß- und Graubrot, 3 Scheiben Salami, 1 Scheibe Käse und ein bisschen Butter.
      Dazu gabs auf Bestellung noch ein Glas O-Saft, Tasse Kaffee und eine Auswahl zwischen Eierkuchen/Omelett/Spiegelei.
      Wollte man mehr (z.B. 2.Tasse Kaffee) dann nur gegen Rubels.

      Danach und die folgenden Tage haben wir Minsk erkundschaftet (für sie war es auch das erste Mal in Minsk).
      Also mein Kulturschock hielt sich sehr in Grenzen. Minsk erinnert mich stark an Ostberlin um die Wendezeit herum.
      Normaler Ortskern, drumherum aber viele Plattenbauten, insgesamt etwas düster (mag auch am Wetter gelegen haben) und es roch nach Autoabgasen.
      Den Autoverkehr würde ich als harmlos bezeichnen. Die halten wenigstens bei Rot. In Rom oder Paris musste ich als Fussgänger im Vergleich ständig um mein Leben fürchten.

      In Minsk habe ich mich nirgendwo unsicher gefühlt. Nicht auf der Strasse, nicht in der Metro, und auch nicht spät abends im Dunkeln.
      Alle Leute, die wir gesehen haben, schienen alle unterwegs zu sein, weil sie irgendwo hin wollten. Keine Jugendgruppen oder Cliquen, um die man lieber einen Bogen macht, oder sonstige zwiespältige Leute die einem nicht geheuer sind. Einige bettelnde ältere Frauen, aber z.B keinen einzigen alkoholisierten Mann.
      Keine einzige Vodkaflasche habe ich gesehen (außer in der Bar oder im Kaufhaus). Ich sprach Elena darauf an (sie selbst sagte mir in ihren Mails, wieviele Alkoholiker es gäbe), aber sie meinte das die meisten halt zu Hause trinken würden.
      Obdachlose? Irgendwie Fehlanzeige... sicher gibt es sie, aber gesehen habe ich keinen.

      Die Menschen insgesamt so verschieden wie die Autos, von der hochpolierten S-Klasse bis zum verossteten Mosquitch, von der attraktiven Frau im Nerzmantel bis zur "normalen" russischen Hausfrau.
      (im nachhinein lesen irgendwie dummer Vergleich... ich lass ihn aber trotzdem mal stehen)

      Apropo Nerzmantel - eigentlich bin ich ja gegen Pelz etc.
      Aber Frauen im Pelzmantel haben irgendwie etwas Magisches an sich...
      Ich glaub ich hab schon ein Geburtagsgeschenk für Elena - macht sich im Sommer bloß nicht so gut :)

      Da ja weder ich noch Elena schon mal in Minsk waren, haben wir uns beide vorab ein wenig informiert.
      Reiseführer, Stadtplan, Liste von Sehenswürdigkeiten, Museen Theater, etc. besorgt. Leider waren wir etwas zu kurzentschlossen.
      Entweder gab es keine Tickets mehr, oder für unser Wochenende keine Vorstellung, oder hatten einfach zu. So haben wir zwar viel von der Stadt gesehen, aber das Kulturelle blieb leider etwas zu kurz.

      In Minsk unterwegs waren wir immer mit Bus und/oder Metro. Die Busse waren lustigerweise zumeist alte Gelenkbusse aus Deutschland.
      Zum Teil standen noch die deutschen Hinweise im Bus: "Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis zahlen ein erhöhtes Beförderungsentgelt".
      Bezahlen tut man im Bus direkt beim Fahrer nach dem Einsteigen. Das Bezahlen habe ich nach dem ersten Tag übrigens Elena überlassen.

      An Geld hatte ich Euro und Dollar mitgenommen und im Hotel 100 Euro in Rubel getauscht. Nach einigen Bezahlungen mit entsprechenden Wechselgeld hatte ich soviel Papier (Rubelmünzen gibt es nicht) in meiner Brieftasche das sie fast platzte, und ich das ganze Rubel-Papier Elena und ihrer Handtasche überlassen hatte (zum Bezahlen natürlich, nicht geschenkt... dazu komme ich noch).

      Die Dollars brauchte ich nur für den Taxifahrer der Dollar haben wollte (bei dem günstigen Kurs hatte ich nix dagegen).
      Sonst haben wir alles nur in Rubel bezahlt.
      Ist Minsk billig? Irgendwie schon. In diversen Restaurants habe ich selten mehr als 40000Rubel für uns ausgegeben (16 Euro).
      Die eine Restaurantrechnung war nur deswegen höher weil wir eine Kanne Grapefruitsaft bestellt hatten, der Saft war teurer als das eigentliche Essen.
      Selbst McDonalds war vielleicht nur halb so teuer. Übrigens hilft der Tipp nicht mehr, Restaurant bzw. Bücherei neben McDonalds.
      Denn in Minsk gibt es inzwischen 4 McDoofs...

      In Minsk gibt es zwei sich überkreuzende Metrolinien. Eine Fahrt (egal wohin und wie lang) kostet 250Rubel (10Cent).
      Man kauft sich an der Kasse einen Jeton wirft ihn an der "Schranke" ein, und kann solange fahren, bis man die Metro irgendwann wieder
      verlässt. Dann heißt es neu zahlen. Aber bei den Preisen nun wirklich kein Problem.
      Die Metro selbst ist vielleicht nicht so modern wie bei uns, aber auch nicht abenteuerlich. So wie bei uns vielleicht vor 10-15 Jahren
      (Ich geh mal von Berlin aus). Und - Null Grafitti (Graffitti? Graffiti?), nix - alles schön sauber wie es sein soll.

      Weil wir viel unterwegs waren, wollten wir auch öfters mal zwischendurch Pause machen. Und da fingen die "Probleme" an.
      Kleine Bistros, Imbisse, Cafe's gibt es irgendwie nicht. Entweder Bars, die entweder tagsüber geschlossen hatten oder total verraucht und ungemütlich waren,
      Oder gleich ins Restaurant.
      Sicherlich gibt es Cafe's mit dem 'Kofje' Symbol. Aber nicht das man jetzt denkt, das ist ein Cafe in unserem Sinne.
      Denn außer Kaffee gibt sonst nichts was man so gewohnt ist (gerade wenns kalt draußen ist) Heiße Schokolade? Cappucino? Nöö

      Den bestellten Salat mit Hühnchenfleisch hatte ich mir dann auch anders vorgestellt. Schöner dekorierter Blattsalat mit gebratenen Putenfilet-streifen... es kam dann ein Salat wie Fleischsalat als Brotaufstrich - nur halt mit Hühnchenfleisch :)

      Ansonsten kann ich mich aber über die "russische" Küche nicht beklagen: Der FischMac schmeckte wie bei uns :)

      Nee, natürlich waren wir auch ganz normal essen. Speisekarten gabs leider nicht immer in englisch, so musste Elena öfters übersetzen, was aber mit russischen Essensbezeichnungen irgendwie schwierig ist.
      Bei unseren Spaziergängen haben wir durch Zufall auch gleich die deutsche Botschaft gefunden. Straße weiß ich jetzt nicht mehr, aber sie ist in einer Parallel-Straße zum Festpark mit dem Riesenrad (leider außer Betrieb im Winter).
      Draußen an der Botschaft hingen schöne kitschige Fotos von irgendwelchen deutschen Klein-Städten im Sommer (hab sie nicht erkannt).
      Nu weiß Elena schon mal wo sie wohl demnächst hin muss (bzw. wir) :)

      Mangels kultureller Höhepunkte (was aber eher an unserer mangelhaften Organisation lag - Achtung, Montag ist dort wie bei uns der Sonntag. Viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen hatten zu, Sonntags hingegen nicht)
      sind wir zum Schlittschuhfahren in einem Sportzentrum gefahren. Wie bei uns kann man die Schlittschuhe dort ausleihen. Elena musste dafür ihren Pass hinterlegen.
      Hat mich sehr an meine Jugend erinnert. Macht sich auch ganz praktisch zum mehr Kennenlernen. Man hält sich automatisch aneinander fest, lacht viel... und naja, der Rest sollte sich dann von selbst ergeben
      *verlegenschweig*


      Fortsetzung folgt...

      Gruß
      Michael
    • Reisebericht aus der Vergangenheit, Fortsetzung #2

      [...]

      Einen Kinobesuch habe ich mit ihr auch ausprobiert. Herr der Ringe ist vielleicht nicht der ideale Romantikstreifen, aber es war der einzige der überall lief, und ich hatte ihn schon gesehen, und so zumindest die Handlung noch im Kopf.
      Die russische Synchronisation war übrigens so perfekt wie bei uns die deutsche.

      Eine weitere "Eigenheit" fiel mir auf:
      Egal wo man hingeht, Restaurant, Kino, Museum, Cafe überall gibt es Garderoben-Räume, wo man zumeist gegen einen Chip die Garderobe umsonst abgeben kann.
      War auch ganz praktisch bei dem vielen Klamotten Mantel bzw. Jacke, Schal, Mütze, Handschuhe...

      Elena war vom ersten Tag besonders besorgt um meinen Kälteschutz. Wehe der Schal ließ ein wenig Haut frei, oder ich zog nicht sofort die Mütze wieder auf, wenns wieder nach draußen ging.
      Sofort zuppelte sie an mir 'rum, oder ermahnte mich (natürlich lieb freundlich).

      Für Elena war alles neu in Minsk. Noch nie war sie in Ihrer Hauptstadt, noch nie in einer Metro gefahren, oder eine Rolltreppe benutzt.
      Das Hotel kam für sie fast wie ein Palast vor. Für mich war - abgesehen von den russischen Eigenheiten - alles ziemlich normal.
      Ein Blick auf den Stadtplan, und ich wusste wo wir lang mussten, Elena wollte aber nach jeder Kreuzung wieder im Plan checken, ob wir noch richtig waren und fragte Passanten :)

      Tja - und wie im Flug waren die 4-5 Tage um...
      Der Taxifahrer, der uns schon zum Hotel fuhr, brachte uns zum Flughafen. Zuvor hatten wir schon telefonisch geregelt, das er Elena nach meinem Abflug in Ihre Stadt Nähe Mogilev bringt.
      Bezahlt habe ich dafür 100$ - für die Strecke von 200-250km ok... jedenfalls für mich. Ich wollte Elena die 7Stunden Busfahrt nicht wieder zumuten.

      Und da war noch das liebe Geld... Getauscht hatte ich 100Euronen, übrig blieben knapp 40Euro in einem dicken Packen Rubel.
      Zuvor hatte ich Elena schon gefragt, was sie denn verdient, und wieviel sie im Internetcafe für unseren Mailverkehr ausgibt.
      Ihr Verdienst liegt bei ca. 50 Euro bei z.Z. 16 Euro Internetkosten im Monat (Da sie natürlich mit ihrer Familie zusammenwohnt, muss sie deswegen nicht hungern)...
      Aber das machte mich als DSL1500-Flatrate Verwöhnten schon sehr beklommen.
      Aber annehmen wollte sie nichts von mir, keinen einzigen Rubel... Erst viel einfühlsames aber energisches "Überreden" brachte sie dazu mir zu glauben, wie schlecht ich mich dabei fühlen, wenn sie für ihre Mails ein Drittel ihres Lohnes verbrät.
      Und so hat sie dann doch die Rubel behalten...

      Und mein Fazit?
      Minsk war die Reise wert - aber nicht wegen Minsk, wegen Elena!
      Sämtliche Sorgen, die ich mir gemacht hatte, wegen Russland etc. waren unbegründet. Ich fühlte mich sicherer als in Berlin, kann in dem Sinne von keinen negativen Dingen berichten. Vieles ist halt anders, na und?
      Die Freundlichkeit im Hotel hätte besser sein können - was warmes zu Trinken aufs Zimmer bringen lassen? Die an der Rezeption schauten mich an, wie... keine Ahnung.
      Die Stadt selbst fand ich nicht sooo toll, bin aber auch von Regensburg verwöhnt. Und von den russischen Menschen habe ich, noch nicht viel kennenlernen können.
      Bis auf eine(n).

      Und das wird sich wohl ändern.
      Kaum in Berlin angekommen (einchecken am Airport Minsk, war genauso problemlos wie zuvor schon in Schönefeld), wollte ich am liebsten den gleichen Flieger wieder zurück nach Minsk nehmen.

      Wir planen jetzt unser 2. Treffen.
      Da ich dann doch ein wenig besorgt bin, wegen Visum für sie, und den ganzen formalen Dingen, haben wir uns zuerst für ein längeres Treffen in Ihrer Heimatstadt entschieden.
      Es ist erstmal einfacher so. Die 5 Tage waren natürlich zum Kennenlernen zu kurz. Aber zum Abklopfen, ob man sich überhaupt sympathisch ist, voll ok.

      Das näher Kennenlernen soll jetzt stattfinden. Dazu werden ich wohl ab Mitte/Ende März 6-8 Wochen zu Ihr fahren.
      Sie kümmert sich um eine Wohnung für uns. Als freiberuflicher Softwarentwickler habe ich es ein wenig einfacher als vielleicht andere.
      Zum Arbeiten brauche ich nur einen PC und gelegentlich Anschluss zum Internet. So kann ich meine lieben Kunden auch von Mogilev aus betreuen.
      Neben 1-2 Wochen Urlaub, werden wir uns daher auch im normalen Alltag kennenlernen. Und was danach sein wird... wird danach entschieden.
    • Reisebericht aus der Vergangenheit, Fortsetzung #3

      [... nach ein paar Tagen ...]

      Nu ist es geschehen - ich habe eben alle Unterlagen für das 2. Treffen zu meinem Reisebüro geschickt. Ich halts hier nicht mehr aus, ich will zurück! :)

      Ich habe eine Adresse gefunden ( perelingua.de ) die auch Geschäfts-Visa für Belarus organisieren können. Das Touri-Visum geht ja nur bis max. 30Tage. Aber ich will auf jeden Fall länger bei meiner Elena bleiben.
      So plane ich mal ca. 8 Wochen Mogilev. Das genaue Rückflugdatum kann ich zum Glück flexibel halten, da ich den Rückflug jederzeit umbuchen kann.

      Nach einigem organisatorischem Hin und Her wegen meiner Arbeit, ist nun soweit alles geklärt. Elena kümmert sich um eine Wohnung für uns in Mogilev, nicht weit von Ihrer Arbeit, und Dank Internetanschluss (wenn auch nur über Modem) kann ich auch von dort aus arbeiten.
      Sollte also eine gute Mischung aus Kennenlernen, Urlaubmachen und Alltagsleben werden.

      Den internationalen Führerschein bekomme ich diese Woche noch.
      Nur Autoverleih gibt nicht in Mogilev (jedenfalls noch keinen gefunden). Wenn wir also mal für 'ne Woche das Land erkunden wollen, müssen wir erst nach Minsk zur Autovermietung.
      Lohnt es sich nach Brest zu fahren? Ist ja ein ganzes Stück entfernt...

      Und nu heisst es noch knapp 4 Wochen warten...

      Ich werde übrigens ein wenig was probieren:
      Meine Krankenversicherung schickt eine Bestätigung für Belarus in Englisch. Mit der will ich dann Einreisen und mich beim OVIR (wenn sie die überhaupt sehen wollen) registrieren lassen. Wenn es partout nicht geht, kann ich ja immer noch die dortige angebotene Versicherung abschließen.
      Außerdem werde ich etliche PC-Komponenten mitnehmen, die bei mir eh nur herumliegen (außer Gehäuse und Monitor). Wenns beim Einchecken Probleme gibt, kann ich den Kram immer noch in Berlin zurücklassen. Ist mir jedenfalls lieber, wenn ich den PC bereits hier einrichten kann, als in Mogilev bei einem dort gekauften PC. (lad mal einer den Grafiktreiber mit 10MByte über Modem herunter...)
      Der Zoll in Minsk beim Einreisen hat überhaupt nichts kontrolliert (und weil auch keine Zollerklärung auszufüllen war, sollte es da auch keine Probleme geben). Außerdem bin ich offiziell geschäftlich da, und da brauch ich das halt.

      Jetzt muss ich mir nur noch um die Geschenke für die Family Gedanken machen...

      Noch 31 Tage...

      Grüße
      Michael
    • Wenn ich damals schon gewusst hätte, worauf ich mich da einlasse :)

      Dann - würde ich vielleicht allein aus der Erfahrung heraus heute einige Sachen etwas anders machen.
      Prinzipiell würde ich heute aber genauso handeln. (auch wenn ich heute nun wieder anfangen darf, die Garageneinfahrt vom Schnee zu befreien...)

      8o