Neue Auswandererwelle trifft Litauen hart

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    • Neue Auswandererwelle trifft Litauen hart

      Vor allem Junge verlassen das Land und suchen ein besseres Leben in der Fremde – Der Bürgermeister von Vilnius will den Aderlass stoppen

      Natürlich preist der Bürgermeister von Vilnius seine Stadt in den höchsten Tönen. Litauens Metropole sei ein neues, attraktives Touristenziel für das 21. Jahrhundert, sagt Arturas Zuokas. Vilnius habe nicht nur die größte Altstadt im Osten Europas. Es sei auch eine „grüne Stadt“ mit frischer Luft und freundlichen Menschen. Überdies biete sich Vilnius für Wirtschaftstreibende als Zentrum einer Region an, von dem aus der Markt Europas ebenso leicht zu erreichen sei wie jener Russlands.

      Aber dieser Werbetext des Stadtoberhaupts kann nichts daran ändern, dass Hunderttausende Menschen das EU-Land Litauen in den vergangenen Jahren verlassen haben, um in der Fremde zu studieren oder Arbeit zu suchen. Das hat die Folge, dass heute rund 200.000 Litauer allein in Großbritannien und etwa 65.000 in der Republik Irland leben. „Das Problem der Emigration ist für unser Land ziemlich ernst,“ sagt die Autorin Kotryna Gailiute. Denn vor allem die Jungen gehen, während die Alten bleiben. Das trifft die Nation mit drei Millionen Einwohnern empfindlich. Kehren etwa litauische Ärzte dem Land den Rücken, reißen sie damit im Gesundheitssystem des Landes Löcher auf.

      „Wir wissen nicht genau, was falsch läuft in Litauens Gesellschaft,“ stellt der Publizist Tomas Janeliunas fest. Nach dem Befund des Politikforschers blicken die Litauer sehr pessimistisch in die Zukunft, und die Auswanderungsrate ist in Litauen weitaus höher als bei den baltischen Nachbarn Estland und Lettland.

      Kulturelle Unterschiede könnten ein Grund für diese Kluft sein, mutmaßt Janeliunas; Litauen sei ja katholisch geprägt, die Bevölkerung in den anderen baltischen Staaten hingegen protestantisch.

      Der Politologe konstatiert aber auch, dass Estland sehr schnell seine neue politische Elite geformt habe. In Litauen habe dieser Prozess viel länger gedauert – vor allem, weil in der Wendezeit nach 1990 die früheren Kommunisten wieder an die Macht gekommen seien. Die Korruption sei in Litauen viel weiter verbreitet als etwa in Estland. Zahlreiche Entscheidungen im Lande verliefen „intransparent“, weil Freundeszirkel von früher noch immer existierten.

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