UN: Notizen eines Regisseurs: Das Gedächtnis

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Forumsstruktur

    • UN: Notizen eines Regisseurs: Das Gedächtnis

      Einen sehr interessanten Artikel habe ich gerade auf UN gelesen, interessanterweise beschäftigt er sich mehr mit Russland als mit der Ukraine - genauer gesagt mit dem (mangelnden) Geschichtswissen der jungen Generation:

      Vor kurzem erhielt ich einen YouTube-Link. Ich gebe ihn ein und gucke mir das Video an. MUS-TV, ein russischer Fernsehkanal. Eine schlichte und dumpfe Sendung für Mädels und Jungs mit dem Titel “Die unglaublich Schönen”. Man bekommt eine Frage gestellt, bei richtiger Antwort gibt’s ein bisschen Geld. Im Studio sitzt ein Zwillingspärchen auf der Couch – Xenia und Jewgenia aus Moskau.

      Moderatorin: “Die nächste Frage und Ihre Chance auf 5.000 Rubel. Was versteht man unter ‘Holocaust’?”

      Jewgenia (nach kurzem Schweigen): “Leim…”

      Xenia (etwas verlegen): “Unter Holocaust verstehe ich, ehrlich gesagt, rein gar nichts. Könnte was mit ‘ner Kanzlei zu tun haben…”

      Jewgenia: “Nein, nein, das ist Leim, sicher. Könnte einer für Tapete sein… Heißt vielleicht so… Aber vielleicht braucht man den auch für ‘n Hausbau.”

      Xenia: “Also, da ich keine weitere Idee habe, lass uns deine Variante nehmen.”

      Jewgenia: “Unsere Antwort lautet: Holocaust – das ist Tapetenleim.”

      [...]

      Doch über den Holocaust wussten und wissen sie nichts, sowohl nicht in der Show, als auch sonst. Und über die Juden noch weniger! Stellen Sie sich das mal vor! Das Einzige, was sie über sie wussten, war, dass man sie verfolgt hatte. Und aus welchem Grund? Ihre Antwort auf die Frage folgte einer einfachen Logik: Die Mädels nahmen an, dass ein Jude dann entsteht, wenn eine russische Frau von einem Nicht-Russen ein Kind bekommt. Und solche Mischlinge werden immer gejagt, ob von Russen oder Nicht-Russen. Und da die Juden ja nun verfolgt wurden, kann man also schlussfolgern, dass Juden eben solche Mischlinge sind – die Frucht einer russischen Frau und eines nicht russischen Mannes. Unter nicht russischen Männern verstehen sie Aserbaidschaner oder Asiaten, wobei sie von beider Art Männern nicht viel halten.
      Weiter: Notizen eines Regisseurs: Das Gedächtnis