Deutsche Spurensuche in der Ukraine

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    • Deutsche Spurensuche in der Ukraine

      Vor allem in deutschen Fürstentümern wurden die Menschen von den Versprechungen gelockt, die Katharina II. durch ihre Anwerber in Zeitungen und Kirchen verbreiten ließ. Die Motive, das Land verlassen zu müssen, ergaben sich vor allem aus den Folgen des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763), unter dem vor allem die Bewohner der Rheinprovinz, Nordbayerns und -badens, der hessischen Gebiete und der Pfalz zu leiden hatten.

      Schon in den Jahren 1764-1767 wanderten rund 30.000 Deutsche - inklusive einer kleineren Anzahl von Niederländern und Schweden - ins Russische Reich aus. Tausende überlebten die Strapazen, den Hunger und die Krankheiten während der langen Reise nicht. Pro Familie bekamen die Kolonisten etwa 30 Hektar Land zugesprochen, wobei jedoch Klima und Bodenbeschaffenheit dieses Landes völlig anders waren, als man es aus den heimatlichen Gebieten kannte.

      Trotz aller Schwierigkeiten machten die Siedler Fortschritte. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein bescheidener Wohlstand erreicht. Die Ernten wurden besser und die Bevölkerungszahl stieg um ein Vielfaches an, so dass im Jahre 1815 60.000, im Jahre 1850 dann gar 165.000 Menschen in den Mutter- und neu entstandenen Tochterkolonien lebten.

      Die Abschaffung der Leibeigenschaft durch Alexander II. bedeutete formal auch eine Angleichung des russischen Bauernstandes an den der Deutschen. In Ermangelung einer Bodenreform erhielten aber die nun freigesetzten russischen Bauern nicht das Land, auf dem sie bislang gearbeitet hatten. Viele arbeiteten daher als Tagelöhner bei deutschen Bauern. Dies führte nicht selten zu Neid unter der russischen Bauernbevölkerung.

      Die einsetzenden Russifizierungsmaßnahmen in der Zeit um 1870 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts führten dazu, dass bis 1912 etwa 300.000 Russlanddeutsche nach Nord- und Südamerika auswanderten, was jedoch das Bevölkerungswachstum in dieser Gruppe nicht nachhaltig beeinflusste, da aufgrund einer hohen Geburtenrate die Zahl der Russlanddeutschen bis 1914 auf 2,4 Millionen angewachsen war.

      1914 verbot der letzte Zar, Nikolaus II., u. a. den Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit. 1915 gab es in Moskau ein Pogrom gegen Deutsche. Im selben Jahr wurden in Russland deutsche Zeitungen verboten, durften keine deutschsprachigen Bücher mehr gedruckt werden und kamen Gesetze mit dem Ziel heraus, die Deutschen an den Landesgrenzen, später 1917 im ganzen Land zu enteignen und zu vertreiben. Die Februarrevolution 1917 verhinderte Schlimmeres, auch wenn zu diesem Zeitpunkt schon 200.000 Kolonisten aus Wolhynien wirtschaftlich ruiniert und vertrieben bzw. nach Sibirien deportiert worden waren.

      1917 kam die Oktoberrevolution, mit der das Zarenreich zur Sowjetunion wurde. Nach der Niederlage gegen Deutschland war dann für diese der Erste Weltkrieg zu Ende. Es kamen Jahre des Bürgerkrieges, während sich gleichzeitig neue Staaten (u. a. Polen) auf dem Territorium des alten Zarenreichs proklamierten. Viele deutsche Siedler lebten damit außerhalb des Machtbereichs der Sowjets. Nicht aber die Bauern an der Wolga sowie die Schwarzmeerdeutschen, die nun Bekanntschaft mit dem Kriegskommunismus schließen mussten.

      Nach dem Ende des Bürgerkriegs gelangten 1922 u. a. die Ukraine als Gliedsstaat zur Sowjetunion, aber nicht zur russischen Sowjetrepublik. Die Bezeichnung "Russlanddeutsche" ist trotzdem im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch erhalten geblieben, auch wenn nun das Siedlungsgebiet oft nicht mehr in Russland lag.

      Ende 1929 begann Stalin mithilfe von Terror, die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft durchzusetzen. Dies führte 1932/33 zu einer weiteren, noch verheerenderen Hungerkatastrophe als 1920/21. Die Angaben der Opfer reichen von 3 bis annähernd 11 Millionen Menschen. Unter ihnen befanden sich etwa 350.000 Russlanddeutsche.

      Repressionen und Verhaftungen angeblicher Spione oder Sowjetfeinde nahmen zu. Allein in der Ukraine wurden 122.237 Deutsche zum Tode verurteilt. Die Situation entspannte sich nur vorläufig nach Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes 1939.

      Im Juni 1941 begann der deutsche Einmarsch in die Sowjetunion. Mit dem schnellen Vorstoß der Wehrmacht befanden sich ca. 20 % der Russlanddeutschen plötzlich im Deutschen Reich, was sie nur vorläufig vor Stalins Plänen schützen sollte, sie allesamt in die Verbannung zu schicken.















    • Mh!! Ist das nicht deutsche Geschichte? Ich hatte das damals im Unterricht schon einmal gehört. Was jedoch in keinem Geschichtsbuch steht ist was nach dem 2.Weltkrieg wirklich war bzgl.der innenpolitischen Massnahmen und den Deutschen in der ehemaligen CCCP, VRP und CSSR und die Kämpfe der roten Armee um die deutschen zurück zu schlagen. Da liegen die Geschichtsleichen welche mal geborgen werden müssten.

      bis jetzt ist noch immer nicht offiziell das Deutsche welche 1943 aus der Ukraine richtung Deutschland umgesiedelt (vertrieben) wurden, wurden einige aus den russischen Besatzungszonen zurück verchleppt. Zu Fuß bis nach Kasachstan und Sibirien. Wo ist denn da das Geschichtswissen welches nicht im Internet nach zu lesen ist.

      aber :wayne: !!!!!!!



      lg
    • coke2001 schrieb:



      bis jetzt ist noch immer nicht offiziell das Deutsche welche 1943 aus der Ukraine richtung Deutschland umgesiedelt (vertrieben) wurden, wurden einige aus den russischen Besatzungszonen zurück verchleppt. Zu Fuß bis nach Kasachstan und Sibirien. Wo ist denn da das Geschichtswissen welches nicht im Internet nach zu lesen ist.


      Eigentlich wird das im dritten Video angesprochen. Dort spricht eine 80jährige Augenzeugin davon wie sie und her "reiste". Auch ein Mann namens Adolf Fritz der als Junge in eine andere Familie musste und fort an als Anatoly bekannt war.
    • die welche die wirkliche Geschichte erzählen könnten leben nicht mehr. Die wurden erschossen weil sie am Wegesrand eine Mohrrübe gezupft hatten vor hunger oder die sich Tagelang im Morast versteckt haben und dann doch gefunden wurden. Die wurden sofort erschossen weil sie als nazi sozialistisches Eigentum gestohlen haben oder der staatsmacht wiedersprochen haben. welche in Berlin bereits 1944 eingebürgert waren und dann zurück nach russland zu Fuß musste. wurden in internierungslager gesteckt und mussten über 20 Jahre Strafarbeiten zur wiedergutmachung gegenüber dem russischen Volkes ableisten. Solche Geschichten meine ich und nicht von welchen die als Spätaussiedler wieder nach deutschland kommen und als Russen beschimpft werden und in Russland als Nazis beschimpft wurden. ich meine eine ganz andere Nummer und ganz andere Geschichten ich meine diese geschichten welche es nicht geben soll.

      lg
    • Ich finde diese Reportage eigentlich recht interessant. Zumal sie nicht nur von Greultaten erzàhlt sondern wirklich einen den Hintergrund verstehen lässt.

      Eigentlich bin ich kein Fan von Dokumentationen die einem nur das schlechte lehren. Wir wissen doch um die Vertriebenen, die Gulags, das Elend auf beiden Seiten durch den 2. Weltkrieg. Vielleicht nicht allzu ausführlich aber darüber gibt es im Netz (insbesondere auf youtube) auch genügend Reportagen. "Flucht und Vertreibung" oder "Inferno im Osten" sind nur zwei von etlichen. Diese erzählen genau diese Geschichten.

      Warum ich diese Reportage so interessant finde ist das sie mir auch die Geschichte der Aussiedler vor dem 2. Weltkrieg erzählt. Wie alles begann und warum sich so viele deutsche entschlossen sich auf russischem Boden niederzulassen.

      Um die Geschichte der Flüchtlinge und die der "Wolgadeutschen" zu verstehen muss man eben etwas früher anfangen. Das hat diese Reportage m.E. sehr gut getan.