Ernsthafte "Angst" in die Ukraine zu reisen ...

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Boardstructure

    • Ernsthafte "Angst" in die Ukraine zu reisen ...

      ... habe ich nicht. Genauer vom Wortsinn wäre allerdings ein "... habe nicht ich." gewesen, meine Frau äußerte heute diese 'Angst'.

      Ich werde da jetzt einmal konkreter, meine Frau hat bis Dezember 2011 - ihrem 25ten Lebensjahr - ausschließlich in der Ukraine gelebt, seitdem lebt sie mit mir in Deutschland, seit fast 5 Monaten sind wir zu dritt mit einem kleinen Alexander. Vor 9 oder 10 Wochen buchten wir unseren Flug in die Ukraine der in recht genau einem Monat starten soll. Schon kurz nach der Buchung sprach mich meine Frau darauf an ob denn eine Stornierung möglich sei, ich verneinte; bei der gewählten (billigen) Buchungsklasse sei das komplette Geld weg, eine Rückerstattung gäbe es nicht.

      Heute hat meine Frau wie beinahe jeden Tag mit ihren Eltern geskyped. Ihr Vater erwähnte wohl, daß der direkte Weg zum Haus von dessen Mutter inzwischen so sehr zugemüllt sei, daß man da besser nicht mehr hergehe. Als Skype geschlossen war, sagte mir meine Frau sie habe vor der Reise Angst, nicht so sehr um sich selbst sondern ums Baby. Zudem äußerte sie, daß die Ukraine ihr aus der Ferne fremd erscheine.

      Ich beschreibe dies um in Erfahrung zu bringen wie Eure Frauen und vor allem auch in Deutschland kebende Ukrainerinnen zu ihrer ehemaligen Heimat stehen.
    • Was es so alles gibt. Weil, bei uns ist es eher umgekehrt. In der Ukraine kann ich mich zurücklehnen und meine Frau löst die Probleme mit Hilfe ihres "soziales Netzwerk" so wie sie es von Kindheit an gewohnt ist. Das hat sich bis her auch bei allen Problemchen hervorrragend bewährt. Na ja und falls es echte Probleme geben sollte, dann hofft man halt, dass all die tollen Versicherungen, die man so hat dann auch ihren Zweck erfüllen.
      Klar ist so eine Reise mit einem so kleinen Kind immer etwas Besonderes. Aber ich hab mir damals die Welt immer schön geredet. Meine Frau ist da groß geworden, Millionen von anderen Ukrainern sind da groß geworden ... also was soll schon passieren?
      Aber ich musste meine Frau nie überzeugen in die UA zu fahren, eher das Gegenteil ?(
    • @IBN , so richtig kann ich die Bedenken und Besorgnis - Deiner Frau ( zu dem noch selber Ukrainerin ) nicht recht teilen.

      Gut gibt da wirklich noch so einige Schandflecken ( ....aber diese findest Du auch mitten in Berlin und anderer Gebiete ). Euer Kind ist soweit Gesund ! Was soll denn bitte eigentlich passieren , was auch hier vorkommen könnte ?
      Wir wissen doch um die ausgeprägte Kinderliebe und Fürsorge der Ukrainer ( vor allem in den eigenen Familien ).
      Gut so manches Krankenhaus - müsste sofort gesprengt und neu gebaut werden. Doch ( da selber einen Enkel - ne richtige " Raubsau " ) wir haben hier NIE schlechte Erfahrungen machen müssen, okay - etwas tiefer muss man da für die Kidis in die Tasche greifen, sollte mal der Fall eintreten. Aber Fachlich etc. gab es keinen Kritikpunkt.

      In Deutschland - haben wir ja selber genügend " Baustellen " wo einem Himmelangst werden könnte !!!! Gibt ja eine Vielzahl an LEIDER unrühmlichen Beispielen...............

      Rede Deiner Frau einfach mal richtig ins " Muttergewissen " und sie soll sich an ihre Wurzeln erinnern. Vor allem wenn da auch noch der Rest der Familie vor Ort ist , sehe ich keinen Grund zur Besorgnis.
    • IBN wrote:

      Ich beschreibe dies um in Erfahrung zu bringen wie Eure Frauen und vor allem auch in Deutschland kebende Ukrainerinnen zu ihrer ehemaligen Heimat stehen.

      Also wenn's nicht unbedingt sein muß fährt meine Frau nicht in die Ukraine, grundsätzlich will sie dorthin auch nicht mehr. Sie strebt eher die Einbürgerung in Deutschland an.
      Dabei geht es weniger um Land, Geschichte und Kultur der Ukraine. Da ist sie doch schon patriotisch meiner Ansicht nach.
      Ich denke es ist mehr der ukrainische Alltag, verbunden mit den sozialen und wirtschaftlichen Unzulänglichkeiten, und der Korruption, mit welchen die Menschen dort täglich kämpfen müssen und sich in den Gesichtern der Menschen ausdrückt.
      Ich als Ausländer kann das nicht sehen, aber meine Frau sieht das sehr wohl.
    • Nun schrieb ich das ganze ja nun nicht um einen Rat zum Thema 'wie mache ich daß meine Holde sich nicht 'übermäßig sorgt' zu erhalten. Solchen Rat könnte ich zwar gut gebrauchen, der kann mir aber hier nicht gegeben werden.

      Myla wrote:

      Ich hätte auch Angst mit einem Säugling in die Ukraine zu
      reisen. Deutschland ist ein sehr steriles Land. Über einen Aufenthalt in einem
      ukrainischen Krankenhaus kann Maxima berichten.

      Meine liebste Julia und sogar ich kennen ein (recht gutes und teures) Krankenhaus in Julias Heimatstadt Nikopol (und das ist als "Industriekleinstadt" nun halt nicht Nabel der Welt) recht genau, da Julias Oma dort häufiger versorgt wurde, sie kann schon stolze 83 Jahre zählen und hat altersbedingt arge gesundheitliche Probleme.Im Juli vergangenen Jahres hatten wir den Kontrast, mein Vater erkrankte schwer und wurde in ein - auch nach meinen Maßstäben - 'etwas heruntergekommend wirkendes Krankenhaus' eingelieferet. Meine Mutter verbtachte diese Zeit bei uns und beklagte sich über dem Zustand des Krankenhauses, (Bei meiner Betrachtung waren die mefizinischen Einrichtungen 'up to date' allerdings 'Angehörigenwartezimmer' 'unter aller Sau'.) Nun war es in der Nachbetrachtung recht problematisch, daß Julia eben das Hannoversche Nordstadtkrankenhaus für 'top' hielt ("In Nikopol hätte Papa das nicht überlebt") meine Mutter aber ob des schmddeligen Wartezimmers, ungeputzter Fenster und eher kühl wirkender Ärzte das Krankenhaus als 'Ausfall' sah.

      Du bezeichnest Deutschland als "steril". Meines Ertrachtens ist 'steril' der/ein Superlativ 2 vom 'sauber'. Steril ist halt "Sauber, sauberer gehts nicht"

      krissa60 wrote:

      Wir wissen doch um die ausgeprägte Kinderliebe und Fürsorge der Ukrainer

      Hmm ... ja, z,T. leider!

      krissa60 wrote:

      Gut so manches Krankenhaus - müsste sofort gesprengt und neu gebaut werden. Doch ( da selber einen Enkel - ne richtige " Raubsau " ) wir haben hier NIE schlechte Erfahrungen machen müssen, okay - etwas tiefer muss man da für die Kidis in die Tasche greifen, sollte mal der Fall eintreten. Aber Fachlich etc. gab es keinen Kritikpunkt.

      s.o.

      Minuteman wrote:

      Dabei geht es weniger um Land, Geschichte und Kultur der Ukraine. Da ist sie doch schon patriotisch meiner Ansicht nach.
      Ich denke es ist mehr der ukrainische Alltag, verbunden mit den sozialen und wirtschaftlichen Unzulänglichkeiten, und der Korruption, mit welchen die Menschen dort täglich kämpfen müssen und sich in den Gesichtern der Menschen ausdrückt.
      Ich als Ausländer kann das nicht sehen, aber meine Frau sieht das sehr wohl.

      Die beiden ... naja sind sich sehr ähnlich!
    • Säuglingssterblichkeit in UA doppelt so hoch wie in D

      Wenn sich also die Mutter Sorgen macht, ist das verständlich und nachzuvollziehbar.
      Jeder, der die UA einigermaßen kennt, weiß, daß die hygienischen Zustände dafür verantwortlich gemacht werden können.
      Wobei eingangs ja auch die "zugemüllte Straße" ausdrücklich erwähnt wurde.

      >Ansonsten wuerde dir jeder normale Ukrainer der in der Ukrainer gross
      geworden ist und dort auch wohl und munter lebt mit einem "Ich glaub es
      hackt" antworten.<
      Jo, jo, er hatte ja auch keine andere Wahl :) Und eben einfach nur Glück gehabt. Die, mit weniger Glück (siehe Statistik), können sich ja auch nicht mehr äußern :)

      Als Vater kann ich hier der Mutter nur beipflichtigen. Allerdings, so ab dem 3./4. Lebensjahr wäre ich dann ganz sicher für die "Abhärtung" in UA :)
    • Ach ich glaube es ging in der Frage von IBN gar nicht so sehr darum, ob man mit Baby fahren soll oder nicht. Ich bin mir sicher, dass da der "Moriturus te salutat" sowieso kein großes Mitspracherecht hat XD .
      Er wollte ja bloß wissen wie andere Ukrainerinnen so ticken. Die Antwort ist ja ziemlich eindeutig. Und ich für meinen Teil darf feststellen (oder behaupten), dass eine Generation Altersunterschied scheinbar schon zu ganz anderen Ansichten und Einstellungen führen können,
    • Ich denke das ist die Sorge und Fürsorge der Mutter für ihr Kind, was ich auch in Ordnung finde, es ist der Mutter so gegeben das
      jür das Kind alles getan wird, und habt da bitte Verstämmdniss für, anders wäre es schlimmer.


      @Bernhard , was genau ist denn das Gefährliche für die Reisende Mutter mit Säugling in der Ukraine Deiner Erfahrung nach ? Besser wo liegt der Unterschied !

      Oder hast Du da versuchte Baby Milch Nahrung ( wie damals in China* ) im Focus , ja das würde ich auch nicht in Ordnung finden.

      * Kein Oblast in der Ukraine
    • icke wrote:

      sowieso kein großes Mitspracherecht hat [1]
      Er wollte ja bloß wissen wie andere Ukrainerinnen so ticken[2]

      [1] Yep, was das Baby anbelangt habe ich nichts zu melden!
      [2] Nicht nur Ukrainerinnen

      Da es im folgenden um recht komplizierte Sachverhalte geht nur mal meine laienhafte Meinung:
      In der Ukraine ist zum einen das Gesundheitswesen nicht auf dem gleichen (hohen) Stand wie in Deutschland. Dies hat zwei (für Julia und mich als Eltern) bedenkliche Effekte:
      - Einige Infektionskrankheiten sind in der Ukraine weiter verbreitet. In der Öffendlichkeit wird man z.B. in der Ukraine wahrscheinlicher auf Menschen mit ansteckenden Krankheiten (z.B. Tuberkulose) treffen als in D
      - Wenn das Baby krank werden sollte ist in Deutschland eine bessere Versorgung gewährleistet (wobei da zudem noch der Kontrast 'Deutsche Stadt mit angesehener Universitätskinderklinik' vs. 'Ukrainische Kleinstadt' ins Gewicht fällt)
    • IBN, ich kann die Ängste deiner Frau nachvollziehen. Denn es geht
      mir genau so, wie ihr. Die Frau von Minuteman scheint auch so zu sein. Und das
      Baby hat damit gar nichts zu tun, oder vielleicht ein wenig.
      :) Ich plane unsere
      Reise sehr früh, da freue ich mich noch, plane schon ganze Wochen, freue mich
      auf meine Freunde und Eltern. Und je näher der Tag der Reise kommt, desto
      nervöser werde ich, bis ich sogar die Reise innerlich absagen möchte. Solche
      Gespräche, wie bei dir jetzt, hatte ich auch mit meinem Mann. Man fängt eine
      Ausrede zu suchen nicht zu fahren. Wieso?


      Je näher wir zu Grenze kommen desto komischer fühle ich mich. Man hat schon
      unterwegs ein komisches Gefühl, man stellt sich langsam innerlich um, an den
      anderen Alltag, an den anderen Blicken, an den anderen Gesichtsausdrücke, an den
      anderen Benehmen, die man bis zu Unendlichkeit kennt, spürt und im voraus
      erahnen lässt. Man kriegt dieses gleiches Gefühl, denn man in der Ukraine damals
      hatte, dass was man zu bestimmten Zeit nie wieder haben wollte. Man will einfach
      nicht mehr spüren, was man früher (ich spreche über BEZKULTURJA )so gehasst hat,
      besonders nach dem wir im Deutschland ein anderes Leben und besonders anderes
      Benehmen (von Menschen) kennengelernt haben. Man will diese Banause
      (bezkul’turja), die überall existiert nicht mehr erleben.
      "Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind."
      Matthäus 5:3
    • Ich habe heute nach Flugticket für die Herbstferien geschaut. Die sind jetzt günstig.
      Aber: Ich habe jetzt schon Angst. Die Fahrer der Marschrutkas die wir dann benutzen müssen fahren wie die Verückten mit abgefahrenen Reifen und kaputten Autos, die noch nie einen TÜV gesehen haben. Ich habe Angst in meinem Plattenbau zu wohnen, wo jeder Nachbar irgendwelche Wände durchbrochen hat und kein Mensch weiß ob das Haus statisch noch stabil ist. Ich habe Angst, meine Kinder rauszulassen, weil da soviele Hunde frei herumlaufen, teilweise Kampfhunde.
      Meine Eltern haben jetzt ein 5 Jahresvisum bekommen. Deshalb versuche ich jetzt lieber meine Eltern zu überreden, nach Deutschland zu kommen.
      Wahrscheinlich ticken alle Frauen mehr oder weniger gleich.
      Gruß. M
    • Maxima wrote:

      Die Frau von Minuteman scheint auch so zu sein


      Nur soweit, die Frau von Markus und eben meine Frau kennen sich und verstehen sich recht gut, sie sind sich trotz eines gewissen Altersunterschieds m.E. sehr ähnlich.
      Wir werden die beiden am zweiten Aprilwochenende auch (nach zu langer Zeit) mal wieder treffen! Ich freue mich schon (und hoffe Minute braucht kein Polysorb oder wie das Zeug hieß).
    • Ich denke das die Eltern von dem Kleinen nur das beste für ihr Kind wollen, aber in der Ukraine leben die
      Grosseltern von dem kind, und diese möchten auch mal den Kleinen sehen. Und da im Moment ja immer noch
      ein Visum gebraucht wird, für Besuche in Deutschland, liegt darin ein Problem. Aber die Bedenken der Eltern
      kann ich auch verstehen.