Aufstand der Massen.

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    • Aufstand der Massen.

      Hallo an alle :)

      Möchte ein neues Thema öffnen über aktuelles Vorgehen in der Welt:
      Volksproteste, Aufstand, Revolutionen, Unzufriedenheit und allgemeines
      Ungehorsam. Wieso ist es in der letzten Jahren so offensichtlich massiv
      geworden? Ein Trend oder erwartende Reaktion des Volkes? Man sieht, dass man
      dafür nicht besonders großen Grund braucht (wie Geschehen in der Türkei zeigt).


      Die Tatsache ist auch, dass erste Revolution nicht alt und für die
      Menschheit keine Selbstverständlichkeit ist. Selbst der Begriff kommt vom 15
      Jahrhundert. Und auch die berühmte Französische Revolution fand nicht in gerade
      schlechtesten Jahren des Landes statt. Frankreich erlebte viel schlimmere Zeiten
      und ganz ohne Wiederstand.

      Warum drehen alle wegen jede Kleinigkeit durch? Manchmal scheint mir, dass
      man einen zufriedenen ausgeglichenen Menschen (Volk) kaum finden kann. :pardon:
      "Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind."
      Matthäus 5:3
    • Maxima schrieb:

      Die Tatsache ist auch, dass erste Revolution nicht alt und für die
      Menschheit keine Selbstverständlichkeit ist. Selbst der Begriff kommt vom 15
      Jahrhundert.
      Ich denke, das es schon immer Revolutionen gab, man nennt es halt erst seit dem 15. Jahrhundert so. Vorhar war es halt ein Aufstand gegen die meist herrschende Klasse!

      Maxima schrieb:

      Und auch die berühmte Französische Revolution fand nicht in gerade
      schlechtesten Jahren des Landes statt. Frankreich erlebte viel schlimmere Zeiten
      und ganz ohne Wiederstand.
      Das mag durchaus richtig sein. Meiner Meinung hat dies verschiedene Gründe warum eine Revolution nicht exakt zum jenem Zeitpunkt statt findet als man sie erwarten würde.
      Zum einem fehlt vielleicht der "Führer" einer Revolution, zum anderen fehlt der entscheidende Tropfen welcher eben das Faß zum überlaufen bringt. Revolution sind m.E. schwer, wenn überhaupt, planbar. Che Guevara mußte das in Bolivien mit seinem Leben bezahlen als er dachte man könnte dort einfach eine Revolution initieren.

      Maxima schrieb:

      Warum drehen alle wegen jede Kleinigkeit durch? Manchmal scheint mir, dass
      man einen zufriedenen ausgeglichenen Menschen (Volk) kaum finden kann.
      Ich glaube nicht das die Menschen wegen jeder Kleinigkeit durchdrehen. Im Gegenteil sind die Menschen sehr leidensfähig und es ist ein langer Weg bis ein Volk sich gegen die eigene Regierung in Form einer Revolte auflehnen. Die Kleinigkeiten sind halt oftmals der Auslöser. Siehe 1977 die Kaffeekrise 8)
      Tatsächlich ist es allerdings so das vor allem Freiheit, Gerechtigkeit und die Grundversorgung der Menschen für Zufriedenheit sorgt. Unabhängig davon ob ein Staat als reich gilt.
    • Gut, das wenigstens ich in der Schule aufgepasst habe :phat:

      Das hat doch der olle Lenin schon erklärt :D

      Zusammengefasst steht bei Wikipedia

      Die drei "objektiven Merkmale" einer revolutionären Situation sind nach Lenin:[1]

      1. „Die Unmöglichkeit für die herrschenden Klassen, ihre Herrschaft in unveränderter Form aufrechtzuerhalten; diese oder jene Krise der ‚Spitzen‘, Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riß erzeugt, durch den die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten Klassen hervorbricht.“
      2. „Verschärfung der Not und des Elends der unterdrückten Klassen über das gewohnte Maß hinaus.“
      3. „Beträchtliche – aus den angeführten Ursachen sich herleitende Steigerung der Aktivität der Massen, die durch die Verhältnisse der Krise zur […] selbständigen historischen Aktion herangezogen werden.“

      Außerdem entwickelte Lenin in seinem Werk Was tun? auch eine Lehre von den "subjektiven Merkmalen" der revolutionären Situation, durch welche eine sich objektiv anbahnende Revolution beschleunigt werden könne: z.B. durch den Aufbau einer proletarischen Partei, die bereit sei, die Führung zu übernehmen. Diese seine Lehren setzten Lenin und die Bolschewiki in die Praxis um, siehe Russische Revolution und Oktoberrevolution.

      Lenin wird oft mit folgendem Satz zitiert: "Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen".
    • Und vor 60 Jahren war der goße Aufstand in Berlin, der durch Panzereinsatz der Russen
      beendet wurde.


      Na , da hast Du aber die vielen anderen Städte aber vergessen !
      Der " Volksaufstand vom 17. Juni " war nicht nur in Berlin !!!!!! Sondern in der gesamten Sowjet Zone und richtete sich gegen die Willkür und Planwirtschaft der SED .


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    • icke schrieb:

      Gut, das wenigstens ich in der Schule aufgepasst habe :phat:

      Das hat doch der olle Lenin schon erklärt :D

      Da mußt aber Verständnis haben das die Schüler, wie ich, im damaligen Westen nicht so sehr in die Weisheiten des Lenin unterichtet wurden. Auch das Wort Revolution hatte bei uns in der Schule nicht den "Stellenwert" wie es vermutlich in den ost-deutschen/europäischen Gebieten der Fall war.
    • 1. „Die Unmöglichkeit für die herrschenden Klassen, ihre Herrschaft in
      unveränderter Form aufrechtzuerhalten; diese oder jene Krise der
      ‚Spitzen‘, Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riß
      erzeugt, durch den die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten
      Klassen hervorbricht.“
      3. „Beträchtliche – aus den angeführten Ursachen sich herleitende
      Steigerung der Aktivität der Massen, die durch die Verhältnisse der
      Krise zur […] selbständigen historischen Aktion herangezogen werden.“

      Kuck mal an, der Lenin konnte bis zum 9.11.1989 voraussehen! :respekt:

      "Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen".
      Ob das wohl auf die heutige Zeit gemünzt ist? :hmm: :pardon:
    • Minuteman schrieb:

      Ich denke, das es schon immer Revolutionen gab, man nennt es halt erst seit dem 15. Jahrhundert so. Vorhar war es halt ein Aufstand gegen die meist herrschende Klasse!


      Minute, da habe ich doch Zweifel. Wieviel “Revolutionen” kennst du bis zu
      10. Jahrhundert? Noch besser, “Revolutionen” vor unsere Zeit?

      Du meinst wahrscheinlich Aufstände, ja die gab es auch früher. Noch dazu
      SELTEN. Menschen hatten schon immer einen Gerechtigkeitsgefühl. Nur ein Aufstand und eine Revolution sind zwei verschiedene
      Rebellionen und sind sehr wohl zu unterscheiden. Die Definition der Revolution
      kam so spät, weil früher sie unbekannt war.

      Ein Aufstand soll die Regierenden dazu zwingen, Reformen vorzunehmen. Eine
      Revolution hat die Abschaffung des ganzen Regierungssystems und Einsetzung eines neuen Systems zum Ziel.

      Minuteman schrieb:

      Zum einem fehlt vielleicht der "Führer" einer Revolution




      Das ist ein Stichwort. Ohne Führer und das Geld gibt es auch keine
      Revolution. Beim Aufstand ist das anders.

      bernhard schrieb:

      Schaut euch den Aufstand in der Türkei an, weswegen warum. Dieser wird aber auch ohne Erbarmen nieder geknüppelt.




      Bernhard, hier entsteht eine neue Frage:”Sind Proteste überhaupt eine
      Lösung?“




      Icke, Towaritsch Lenin hat wichtigsten 4. Punkt vergessen. :sleeping:
      4.
      Reise nach Schweiz, um Revolution zu finanzieren.
      "Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind."
      Matthäus 5:3
    • Icke, Towaritsch Lenin hat wichtigsten 4. Punkt vergessen. :sleeping:

      4.

      Reise nach Schweiz, um Revolution zu finanzieren.

      Und, nicht unwichtig, der Transfer mit Hilfe des deutschen Kaiserreiches im verdeckten Waggon nach Rußland!
      Nachdem in der Februarrevolution
      1917 der Zar gestürzt worden war, die russische Armee aber noch
      weiterkämpfte, kehrten Lenin und andere prominente Kommunisten mit
      Unterstützung der deutschen Obersten Heeresleitung aus der Schweiz über
      das Gebiet des Kriegsgegners Deutschland, Schwedens und Finnlands nach
      Russland zurück. Sie fuhren in einem versiegelten Zug, der zu
      exterritorialem Gebiet erklärt worden war. Es gibt Thesen, denen zufolge
      der Zug in Berlin gehalten hat, wo er mit 40 Millionen Goldmark
      des Deutschen Reiches beladen worden sei
      , um die kommunistische
      Revolution vorantreiben und einen Separatfrieden schließen zu können.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Iljitsch_Lenin#Erster_Weltkrieg_und_Unterst.C3.BCtzung_durch_das_Deutsche_Reich

      Ein Treppenwitz der Geschichte! :D
    • bernhard schrieb:

      Warum sind Proteste keine Alternative, wenn diese vernünftig gehanhabt werden.
      @Bernhard nicht schlecht klingt wie aus dem Handbuch für " Vernünftige " Revolutionen. :vain:

      Proteste sind immer die Vorstufen einer Umwälzung oder auch Revolte ( muss ja nicht immer eine Revolution sein im Klassischen Sinne )
      Bestes Beispiel die zahlreichen Militär Revolten oder Militärputsch .
      Was ist Vernunft !?
      Nicht umsonst gibt es das berühmte Zitat : " Die Revolution frisst ihre Kinder " der Einfachheit halber , dieser Begriff stammt aus dem Jahr 1793
      Beispiele für den Satz sind hingerichtete Revolutionäre, darunter berühmte wie Jacques Pierre Brissot, Jeanne-Marie („Manon“) Roland de La Platière, Jacques-René Hébert, Georges Danton. Auch Maximilien de Robespierre selbst, der führend an der mit Hinrichtungen verbundenen Politik mitwirkte, wurde 1794 nach seinem Sturz hingerichtet.


      Es gäbe eine Reihe weitere Beispiele - doch von Vernunft ist in den wenigsten die Rede ! Meist löste eine Form der Diktatur und Gewaltherrschaft eine andere diese ab.







    • Nun, Proteste sind noch keine Revolution. Ein wesentliches Merkmal von Revolutionen ist ja, dass sie meist gewaltsam ablaufen, mit all den beschriebenen negativen Nebenwirkungen. Ich bin auch ehrlich der Meinung, dass es gerade deswegen so ungemein schwer ist, nach einer geglückten Revolution etwas funktionierendes und menschliches auf die Beine zu stellen.

      Proteste hingegen sind ein normaler Bestandteil eines demokratischen Prozesses. Eine repräsentative Demokratie hat ja zur Folge, dass die gewählte Regierung eine Art Vollmacht für eine gewisse Zeit erhält. Proteste sind ein starkes Indiz dafür, dass diese Vollmacht offenbar gerade nicht in der Weise ausgefüllt wird, wie es eine gewisse Menge von Menschen akzeptabel findet. Letztlich liegt die Macht ja auch immer noch bei der Regierung, sie hat aber an der Stelle zumindest eine starke Rückmeldung, die sie aus eigenem Interesse (sie will ja wieder gewählt werden) in die Entscheidungsfindung einbeziehen kann.

      Gesellschaften mussten erst lernen, mit Protesten umzugehen, z.B. hat es bei uns in der BRD ja in den 60er Jahren auch Tote bei Demos gegeben. Andererseits haben Massendemonstrationen in den 80er Jahren z.B. zur Bildung von einer Partei geführt, die seitdem ständig im Bundestag vertreten ist und über einige Jahre auch die Regierung mit gestellt hat. Weiterhin haben auch andere Parteien Kernpunkte aus derartigen Massendemos in ihre Programme aufgenommen - opportunistisch, aber letztlich auch in gewisser Weise "gehorsam".

      Insofern finde ich, ist die Möglichkeit, friedlich zu demonstrieren, ein ganz wichtiges Grundrecht in einer demokratischen Gesellschaft, und das Fehlen dieser Möglichkeit ist m.E. ein starkes Indiz dafür, dass die jeweilige Gesellschaft (oder oft auch nur die jeweilige Regierung, die über die Gesellschaft herrscht) deutliche Defizite hat.