Reisen mit dem Auto Belarus

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    Forumsstruktur

    • Blitzer in Belarus

      Auf der Strecke Brest <-> Minsk sind seit Sommer/Herbst letzten Jahres diverse Blitzerkästen installiert.
      Die sind alle fast immer "scharf" und keine Attrappen (so wie die meisten in Polen).


      Seit Oktober 2010 werden geblitzte weißrussische Fahrer auch entsprechend zur Kasse gebeten.
      Ausländische Fahrer aber bisher nicht.
      Bin schon mind. 7-8mal geblitzt worden... auf Nachfrage, werden die Ausländer bisher nicht weiter "verfolgt".
      Was nicht ist kann aber noch werden.
      Würde mich jedenfalls nicht überraschen, wenn ich bei der Ausreise dann mal alle schicken Fotos bezahlen darf.


      Seit die Blitzerkästen da stehn, habe ich aber nie wieder dort auf der Strecke Polizeikontrollen gesehn...

      Auf der Strecke Mogilev-> Minsk bin ich mal mit 25km/h zu schnell gelasert worden.
      War alles ganz freundlich und korrekt... Kostenpunkt umgerechnet 8€.
      Gibt's schlimmeres ;)

      Gruß

      Michael
    • Einreise nach Belarus mit dem Auto

      Stand: Jan. 2011


      Einleitung:
      Ich schildere hier meine Erfahrungen, so wie ich es bei 'zigfachen Überfahrten erlebt habe.
      Derjenige, der zum ersten Mal nach Belarus mit dem Auto einreisen möchte, und aufgrund des vielleicht unguten Gefühls
      sich auf meine Erzählungen verlassen möchte, muß ich leider sagen:
      100% so, wie ich es jetzt erzähle, wird es beim nächsten Mal nicht wieder sein.
      Es wird immer wieder etwas anders sein. Immer wieder sind andere Zöllner dort, und haben andere Launen.
      Vielleicht gibt es wieder kurzfristig andere Verordnungen, und somit ein anderes Prozedere...

      Meine Erfahrung ist, wenn man selbst freundlich ist und vor allem gelassen bleibt, kommt man schon "durch" :)
      Wer der Meinung ist, auf Oberlehrer zu machen, und sich über den ganzen Papierkram laut zu ärgern, vergisst eins:
      1. Bringt es sowieso nichts
      2. Dauerts nur noch länger
      Eventuellen Ärger kann man immer noch nach der Einreise ablassen.

      Meine 6 Std. Einreisedauer bei zwischenzeitlichem Schichtwechsel der Zöllner und allem Prozedere/Kontrolle nochmal ein 2. Mal...
      war mein bisheriger Negativ-Höhepunkt. Das war allerdings mit etlichen zu verzollenden Waren, die ich dabei hatte.
      In der Regel ist es aber wirklich alles problemlos.

      Wenn man zur normalen Tageszeit an die Grenze kommt, braucht man auch nicht unbedingt Russisch-Kenntnisse.
      Irgendein Zöllner findet sich immer, der Englisch oder sogar Deutsch kann.
      Kommt man zur Nachtzeit an, ist halt weniger Personal vor Ort.
      Da könnte es dann durchaus passieren, daß sich kein Zöllner findet, der eine andere Sprache außer Russisch spricht.

      ---

      Zur Vorbereitung:
      Man benötigt natürlich erstmal die üblichen Dinge zur Einreise nach Belarus.
      1. Reisepaß mindestens 3 Monate über das Ende der Reise hinaus gültig
      2. Das Visum selbst.
      Am Flughafen Minsk mag es wohl möglich sein, auch noch dort direkt ein Visum zu bekommen.
      An den Auto-Grenzübergängen hab ich das aber noch nicht gesehen.

      Weiteres für die Auto-Einreise:
      1. Fahrzeugschein
      2. Grüne Versicherungskarte
      Hier bitte darauf achten, daß auch ja Belarus mit eingeschlossen ist.
      (Ich war ganz überrascht, daß bei meiner Cosmos-Versicherung z.B. Russland nicht dabei ist. Belarus zum Glück aber ja.)
      3. Normaler Führerschein.
      Den Internationalen Führerschein will keiner sehen. An der Grenze interessiert der Führerschein allgemein sowieso nicht.
      Bei möglichen Polizeikontrollen in Weißrussland wird nur nach dem normalen Führerschein (der Karte) gefragt.
      4. Das Auto muß auf einen selbst zugelassen sein. Alles andere macht nur Probleme. Siehe (1)

      Zusätzliche Dinge:
      1. Ein bis zwei funktionierende Kugelschreiber, da man einiges an Papierkram an der Grenze vor Ort auszufüllen hat.
      Auch eine gute Unterlage zum Schreiben ist nicht schlecht.
      2. Wenn man bereits eine Lesebrille benötigt, nicht vergessen mitzunehmen.
      Die Zolldeklaration, die man auszufüllen hat, ist auf einer A5-Seite kleingedruckt.



      Die Einreise selbst am Beispiel des Übergangs Terespol/Brest :

      Am Grenzübergang angekommen, passiert man erstmal die polnische Kontrolle .
      Die ist eigentlich ziemlich unproblematisch. Pass und Fahrzeugschein übergeben, manchmal schauen die Zöllner noch kurz in den Wagen, selten wird noch die Fahrgestellnummer des Autos kontrolliert.

      Danach geht es zur weißrussischen Seite.
      Man fährt über die Brücke und kurz nach der Brücke kommt eine erste kurze Kontrolle .

      Hier wird man gefragt, wieviele Personen im Fahrzeug sind, und man bekommt eine Art Laufzettel.
      Auf diesem Zettel kommen später verschiedene Stempel als Nachweis der "durchgemachten" Kontrollen 'rauf.
      Diesen Laufzettel muß man ganz am Ende vor der letzten Schranke - quasi als Endkontrolle - wieder abgeben, bevor man dann wirklich nach Belarus einreisen kann.
      Der Laufzettel ist in Russisch und Englisch geschrieben. Diesen muß man beim Abschnitt "Red Channel" noch unterschreiben.

      Danach erreicht man die eigentlichen Abfertigungsgebäude .
      Dort kann man sich gleich auf die Schranke zum roten Kanal orientieren.

      Egal ob man etwas zu verzollen hat oder nicht, man wird so oder so zum roten Kanal geschickt (da man sein Auto deklarieren muß).
      Man kann also etwaige andere Autos, die in der Schlange für den grünen Kanal warten (meist Weißrussen), links (bzw. rechts) liegen lassen.

      Wird man dann von der Schranke zum roten Kanal hineingewunken, kann es losgehn:
      Es wird einem gezeigt, wo man hinzufahren und sein Auto abzustellen hat. Danach passiert dann vielleicht erstmal nichts...
      Mal fast sofort, mal erst nach 10-15. Minuten schaut mal ein Zöllner vorbei, und möchte sich ein wenig informieren.
      Er schaut in den Wagen, lässt sich die Reisepässe zeigen, und evtl. auch schon etwas vom Gepäck.
      Er gibt einem auch schonmal die Migrationskarte, die man auszufüllen hat.
      Danach passiert evtl. erstmal wieder nichts...
      Entweder kommt dann der Gleiche oder ein anderer Zöllner vorbei und möchte nun genauer wissen was wir alles dabei haben.
      Dieser Zöllner ist für das Verzollen und Deklarieren zuständig. Wenn er freundlich ist, kommt er auch gleich mit den auszufüllenden Zoll-Deklarationen an, wenn nicht, muß man sich die selber besorgen.

      Besorgen heißt, es gibt dort 1-2 Zoll-Häuschen, wo die Deklarationen außen in so einer Art Ablagefächer zu finden sind.
      Wie die Zolldeklaration auszufüllen ist, erklärt evtl. der Zöllner, evtl. auch nicht.
      Ich erkläre es unter (2) :)

      Ist die Zollkontrolle abgeschlossen, bekommt man seinen ersten Stempel in den Laufzettel.
      Danach kann man sich im Prinzip frei entscheiden, was man weiter machen möchte.


      A) Passkontrolle
      Mit Reisepass, Migrationskarte und Laufzettel muß man das Zoll-Häuschen suchen, welches die Passkontrolle macht.
      (entweder einfach schaun, wo die anderen Autofahrer hingehn, oder der erste Zöllner hat gezeigt wo es ist, oder fragen).
      Dort bekommt man dann seine Stempel in den Pass, der Migrationskarte und dem Laufzettel.

      B) Fahrzeug-"Kontrolle"
      Eher Fahrzeugschein-Kontrolle. Mit eben dem Fahrzeugschein, Versicherungskarte und Laufzettel wieder ein anderes Häuschen suchen.
      Dort gibt man seinen Fahrzeugschein und Laufzettel ab. Man wird dann noch gefragt wohin die Reise gehen soll. Also ob Einreise Belarus oder Transit (nach Russland z.B.).
      Dort erhält man dann den letzten Stempel und einen gelben "Transportschein". Diesen Transportschein muß man immer mit dem Auto mit sich führen.
      Dieser Schein wird dann bei der Ausreise auch wieder abgegeben.

      C) Krankenversicherung abschließen
      In Weißrussland ist man verpflichtet, sich von einer weißrussischen Versicherung krankenversichern zu lassen. Siehe (3)
      Es gibt so 50m rechts vom Zoll-Gebäude einige kleine Häuschen, wo man die Versicherung abschließen kann.
      Die genauen Preise habe ich jetzt nicht im Kopf aber es sind max. 1€ pro Tag (Glaube 100$ für ein Jahr...)

      Hat man alle Stempel beisammen, schaut ein Zöllner (meistens der erste) nochmal kurz zur Kontrolle drauf, und winkt einen dann durch.
      Nun hat man es fast geschafft.
      Am wirklich allerletzten Kontrollpunkt übergibt man den Laufzettel.
      Hier wird noch grob in den Wagen geschaut, ob man nicht einen blinden Passagier mitgenommen hat.
      Danach öffnet sich die Schranke, und man ist "drin" - in Weißrussland.


    • Einreise nach Belarus mit dem Auto, 2. Teil (Ergänzungen)

      Ergänzungen
      (1) "Einreise mit dem Auto eines Anderen"
      Angeblich muß man eine notariell beglaubigte Vollmacht das Fahrzeuginhabers dabei haben, wenn man selbst nicht Besitzer des Autos ist.
      Mir ist nur völlig unklar, welchen Wert der Stempel eines deutschen Notar aus Sicht weißrussischer Behörden an der Grenze haben soll.
      Bei allen anderen behördlichen Dingen, interessiert es die Behörden herzlich wenig, welcher deutscher Notar welchen Stempel gemacht hat.
      Für die Anerkennung wird eine Apostille und russische Übersetzung derselben benötigt.
      Falls man das wirklich vorhat, sollte man lieber bei der Zollbehörde (z.B. in Brest) direkt anrufen und sich erkundigen.

      (2) "Zolldeklaration"
      Die Zolldeklaration kann man sich vorab schon mal anschaun:
      in Russisch,
      in Englisch,
      in Deutsch

      An der Grenze gibt es diese Deklarationen ebenso in drei Sprachen. Man kann also die Deutsche nehmen und auch in Deutsch ausfüllen.
      Wie gesagt, auch wenn man an sich keine Waren zu verzollen hat, muß man die Deklaration ausfüllen, weil man sein Auto "temporär einführt".
      Diese Regelung trat zum 1.7.2010 in Kraft, wo Weißrussland der Zollunion Russland/Kasachstan beitrat.

      Hat man Waren zu verzollen, werden diese entsprechend deklariert (aufgelistet).
      Waren, für die man nicht Zoll zahlen muß, listet man auch nicht auf.

      Die Deklaration muß man in zweifacher Ausfertigung ausfüllen.
      Es empfiehlt sich daher, sie erstmal nur einmal auszufüllen, und zu checken, ob sie dem Zöllner "genehm" ist.
      Dann erst macht man die zweite Ausfertigung.

      Erklärung zu den einzelnen Positionen auf der Deklaration:
      1. Angaben zur Person
      Sollte soweit selbsterklärend sein
      2.1 Hier "Ja" ankreuzen, wenn man Waren zu verzollen hat.
      Unter Stückzahl kommt die Anzahl der aufgelisteten Positionen (Zeilen) auf der zweiten Seite (4.1)
      2.2 Hier immer "Nein" ankreuzen
      2.3 Hier immer "Nein" ankreuzen
      3.1 Nur "Ja" ankreuzen wenn man über den Limits ist. (Ich glaube mehr 10.000$, die man dabei hat, muß deklariert werden)
      Bei normaler Reisekasse spielt das keine Rolle
      3.2 - 3.9 in der Regel "Nein"
      3.10 "Ja" wenn Waren zu verzollen sind
      3.11 in der Regel "Nein"
      3.12 "Ja"
      3.13. in der Regel "Nein"
      4.1 Hier erfolgt die Auflistung zu verzollender Waren.
      Im Normalfall kommt hier eigentlich nur was rein, wenn man die 50kg Beschränkung überschreitet, und es nicht darauf ankommen lassen möchte, sein "Übergepäck" zu verheimlichen.

      Man sollte darauf achten, daß man in Summe, 1500€ nicht überschreitet.
      Sonst wird es teuer.
      Als Nachweis, hatte ich immer etwaige Rechnungen meiner Waren aus Deutschland mit dabei.
      Aber sehen wollte sie bisher keiner.
      Bitte darauf achten, daß hier nur die reinen Nettowerte ohne MwSt. aufgelistet werden.
      Wenn man nun z.B. seiner Babuschka einen neuen LCD-Fernseher für 1699€ mitbringen möchte, so sind das halt nur 1428€ Netto.
      Also innerhalb des Limits - also braucht es nicht deklariert zu werden.

      4.2 Angaben zum Fahrzeug
      Sollte soweit auch klar sein. Ankreuzen tut man "Vorübergehende Einfuhr" - es sein denn, man will das Auto tatsächlich importieren.
      Aber das ist eine andere Geschichte.

      Wenn man Waren zur verzollen hat - dann dauert die Abfertigung...
      Wenn sich der Zöllner vergewissert hat, daß alle Waren nach seiner Zufriedenheit aufgelistet sind, nimmt er die Deklaration und verschwindet in sein Häuschen.
      Nun kann man warten und/oder andere Dinge erledigen.
      Der Zöllner hat jetzt elendig viel Papierkram zu erledigen in doppelter und dreifacher Ausfertigung.
      Ist er dann irgendwann fertig, muß man etliche Unterschriften leisten.
      Danach bekommt man einen Quittungs-Zahl-Beleg in die Hand gedrückt, mit der man ins Abfertigungsgebäude selbst gehen muß.
      Dort gibt es einen Bankschalter.
      Der Frau dort drückt man den/die Belege in die Hand, zusammen mit dem Reisepass, und zahlt den Zoll.
      Entweder in bar (Rb, $ oder €) oder jede Art von electronic-cash (Visa, Mastercard, Maestro).

      Danach zeigt man die Quittung dem Zöllner und er gibt dann (hoffentlich) seinen Stempel auf den Laufzettel.

      Wenn man Waren zu verzollen hat, bin ich selbst immer sehr gut damit gefahren, die Deklaration bereits am Computer zu Hause auszufüllen (in russisch). So hat der Zöllner gleich schwarz auf weiß, was man verzollen möchte, und lässt sich die Dinge direkt dann im Auto zeigen.
      Insgesamt wirkt man damit auch vertrauenswürdiger, und man hat weniger Streß mit dem Zöllner.
      Man sollte aber nicht denken, daß man mit dem Ausdruck sich den Schreibkram erspart.
      Bisher hat nur einmal ein Zöllner diesen Ausdruck akzeptiert.
      Normalerweise wollen sie alle die "Original"-Belege handschriftlich ausgefüllt haben.


      (3) Krankenversicherung
      Es interessiert die weißrussischen Behörden so gar nicht, ob die deutsche PKV auch Weißrussland abdeckt oder nicht.
      Und es wird im Falle des Falles auch den weißrussischen Arzt nicht die deutsche Versicherungskarte interessieren.
      Ärzte und Krankenhäuser sind in der Regel staatlich und wenn man die weißrussische Versicherungpolice vorzeigen kann, wird man behandelt - Punkt.
      Zahlung per Cash wird es in der Regel nicht geben.
      Damit meine ich - im Falle eines Notfalles, kommt eh ein staatlicher Arzt bzw. kommt man erstmal in ein staatliches Krankenhaus.

      Es gibt natürlich auch private Ärzte und Kliniken. Hier gilt dann wirklich nur Behandlung gegen Bares.
      Man kann sich dann für wenig Geld und gleicher Qualität z.B. sein Gebiss renovieren lassen, oder seine Haare mit Lasertherapie entfernen lassen, oder Hüftprothese machen lassen oder was auch immer.
      Ob dann die heimatliche Krankenversicherung für die Kosten aufkommt, sollte man dann aber klären.
    • Ausreise aus Belarus mit dem Auto

      Die Ausreise gestaltet sich sehr viel einfacher als die Einreise.
      Allerdings gibt es auch hier einige Besonderheiten und wieder ein wenig Papierkram zu erledigen.

      Analog zur Einreise:

      Die Vorbereitung:
      Man benötigt natürlich erstmal die üblichen Dinge.
      1. Reisepaß
      2. die Migrationskarte (wenn Aufenthalt > 5 Werktage dann inkl. dem Stempel der Registrierung (Hotel, Ovir...))

      Weiteres vom Auto:
      1. Fahrzeugschein
      2. Grüne Versicherungskarte
      3. Den Transportschein, den man bei der Einreise bekommen hat
      4. Die 2. Ausfertigung der Zolldeklaration, die man bei der Einreise erstellt hat

      Zusätzliche Dinge:
      1. Ein bis zwei funktionierende Kugelschreiber, da man einiges an Papierkram an der Grenze vor Ort auszufüllen hat.
      Auch eine gute Unterlage zum Schreiben ist nicht schlecht.
      2. Wenn man bereits eine Lesebrille benötigt, nicht vergessen mitzunehmen.
      Die Ausreise-Zolldeklaration, die man auszufüllen hat, ist auf einer A5-Seite kleingedruckt.
      3. 5000 Rb


      Gleich zu Beginn muß man eine Art Auto/Straßen/Benutzungsgebühr bezahlen. Dafür benötigt man die 5000Rb.
      Zuletzt musste man vor der eigentlichen Grenze zum Bankschalter gehen. Direkt vor dem eigentlich Kontrollpunkt gibt es da ein Gebäude .
      (Achtung die GoogleMap-Ansicht ist hier ein wenig veraltet)

      Am Schalter zahlt man dann die 5000Rb und gibt die Quittung am ersten Kontrollpunkt ab.
      Beim letzten Mal (allerdings nicht Brest), musste ich die 5000Rb direkt am Kontrollpunkt zahlen.
      Kann also sein, daß es in Brest nun auch so ist.

      Am nächsten Kontrollpunkt bekommt man nun wieder seinen Laufzettel und wird wieder zum Abfertigungsgebäude durchgelassen.

      Auch dort orientiert man sich zum roten Kanal.
      Eigentlich wäre jetzt ja alles ganz einfach...
      Aber Bürokratie liegt dem gemeinen Weißrussen ja irgendwie im Blut :)
      Also, es kommt wieder ein Zöllner vorbei und informiert sich kurz.
      Entweder bringt er einem gleich eine neue Zolldeklaration mit, oder man muß sie sich wieder selbst besorgen.
      Diese muß man fast analog zur Einreise-Deklaration ausfüllen mit den Ausnahmen:

      "Ausreise" ankreuzen, "von Belarus nach Deutschland", und bei den Autodaten "vorübergehende Ausfuhr" (obwohl das eigentlich Unsinn ist - aber gemeint ist halt "Ausreise aus temporärer Einreise").
      Punkt 2.1 und 3.10 wird diesmal mit "nein" angekreuzt und die Auflistung unter 4.1 bleibt leer.
      Die Ausreise-Deklaration braucht man auch nur einmal auszufüllen.

      Dann gibt man die Einreise- und die Ausreise-Deklaration dem Zöllner und wartet auf seinen Stempel.
      Anschließend sucht man wieder das Pass-Kontrollhäuschen und gibt seinen Pass mit Migrationskarte und Laufzettel ab und holt sich die nächsten Stempel.

      Hmmm - und nun hab ich glatt vergessen, wem man den Transportschein gibt...
      Ich glaube das macht auch der Zöllner mit der Ausreise-Deklaration.
      -> Trage ich nach, sobald ich mal wieder über Brest ausreise.

      Danach ist man eigentlich fertig und wird durchgewunken, wieder zur Brücke - Laufzettel abgeben und zur polnischen Seite fahren.
      Hier beginnt nun - wenn man Pech hat - die Warterei. In der Regel geht es auf der weißrussischen Seite ziemlich flott.
      Wenn es hier mal länger dauert, dann liegt es eher daran, daß die weißrussischen Zöllner die Anzahl der Autos begrenzen müssen, weil es auf der polnischen Seite nicht so schnell geht.
      Wenn wirklich viel los ist, dauert nämlich die Einreise-Kontrolle der Polen ewig. 1-3 Stunden Warten sind durchaus keine Seltenheit.

      Wenn man die eigentliche Abfertigung und seine EU-Spur erreicht hat, weiß man auch warum.
      Es kommt zuerst ein polnischer Zöllner, der Pass, Fahrzeugschein und Auto sehen will.
      Kofferraum öffnen ist Pflicht, Gepäck meistens auch. Danach noch ein bisschen Smalltalk "Alcohol, Drugs, Cigarettes...".
      Danach verschwindet er mit Pass und Fahrzeugschein in sein Häuschen und ward mind. 5-10 Minuten nicht mehr gesehen.
      Man kann dann mal in Ruhe auf Toilette gehen...
      Kommt er dann mal wieder, gibt er alles zurück, schiebt das rot-weiße Hütchen von der Fahrbahn zur Seite und man darf fahren...
      ca. 5m zum nächsten polnischen Zöllner.
      Der macht eigentlich genau das gleiche und man darf genauso lange wieder warten.
      Keine Ahnung ob der Eine eine reine Zoll/Passkontrolle und der Andere eine Terrorismus/Fahndungslisten-Kontrolle macht...

      Dann endlich gelangt man zur letzten Schranke bevor man wieder in EU-Land (Polen) ist.
    • MrMogilev schrieb:




      (3) Krankenversicherung
      Es interessiert die weißrussischen Behörden so gar nicht, ob die deutsche PKV auch Weißrussland abdeckt oder nicht.
      Und es wird im Falle des Falles auch den weißrussischen Arzt nicht die deutsche Versicherungskarte interessieren.
      Ärzte und Krankenhäuser sind in der Regel staatlich und wenn man die weißrussische Versicherungpolice vorzeigen kann, wird man behandelt - Punkt.
      Zahlung per Cash wird es in der Regel nicht geben.
      Damit meine ich - im Falle eines Notfalles, kommt eh ein staatlicher Arzt bzw. kommt man erstmal in ein staatliches Krankenhaus.



      Zum Thema Krankenversicherung......als ich vor zwei Jahren dort war war Krankenversicherung noch Pflicht. Meine irische Karte hat dort niemanden interessiert. Ohne weissrussische KV keine Einreise. Diese konnte ich direkt am Bahnhof in Vilnus (bin per Zug eingereist) für ca. 3 Euro erwerben.
      Zu dem Zeitpunkt konnte man auch direkt an der Grenze bei den Beamten eine KV abschliessen wäre nach Aussagen von Bekannten aber etwas teurer geworden.

      Zum Thema Auto..... wenn ich recht erinnere ist von November bis Mai 24 Std. am Tag Lichtpflicht.
    • Rene schrieb:

      Ohne weissrussische KV keine Einreise. Diese konnte ich direkt am Bahnhof in Vilnus (bin per Zug eingereist) für ca. 3 Euro erwerben.
      Zu dem Zeitpunkt konnte man auch direkt an der Grenze bei den Beamten eine KV abschliessen wäre nach Aussagen von Bekannten aber etwas teurer geworden.

      Zum Thema Auto..... wenn ich recht erinnere ist von November bis Mai 24 Std. am Tag Lichtpflicht.
      Bis vor einem Jahr kannte ich dies auch nur so " MIT" KV die direkt Online unser Büro gebucht hat, wie Teuer kann ich aber nicht sagen ! Bei der letzten Reise im Sommer für 3 - 4 Tage hatte kein Hahn danach gekräht - hatte auch diesmal keine. Zumal man mit Visa und Mastercard ja einen vollkommen ausreichenden Auslandskrankenversicherungsschutz hat. Kann aber auch daran liegen, dass in meinen Pass ein Businessvisum 1 Jahr ständig klebt.
      Die Techniker ( die armen Hunde ) die immer mit den Transportern auf Achse sind - gaben die Info dass es die Tagfahrtlicht Pflicht gibt. Und wenn ich es richtig verstanden habe Ganzjährig. Was stimmt nun ? aber ich denke - dass es nicht Schaden kann die Funzel ständig an der Kutsche an zu haben.
    • Das mit der Krankenversicherung habe ich extra so erwähnt, weil immer wieder Diskussionen aufkommen, was der Quark denn soll.
      Man hat ja schließlich eine wie auch immer geartete Auslandskrankenversicherung, die für die Behandlungs-Kosten aufkommen würde.

      Weswegen dann also noch zusätzlich die Weißrussische?
      Das Problem ist dann halt, daß die staatlichen Stellen unsere Krankenversicherung nicht akzeptieren, weil sie mit denen nicht abrechnen (können).
      Wenn Du dann mit Deinem gebrochenem Bein in der Poliklinik ankommst, bezweifle ich mal sehr, daß Du da Freude-strahlend aufgenommen wirst. Denn Bezahlung gegen Bares ist da eigentlich so auch nicht vorgesehen. Womit wir dann beim grundsätzlichen weißrussischen Bürokratie-Problem sind. Wenn etwas nicht eindeutig geregelt ist, gibt es Probleme, weil keiner eigene (und möglicherweise falsche) Entscheidungen treffen will.
      Ok, ob sie Dich dann draußen stehen lassen, denke ich mal auch nicht.


      Am Flughafen Minsk wurde ich auch nur selten nach meiner weißrussischen KV gefragt.

      ---

      Wg. der Lichtpflicht, ist mir gar nicht aufgefallen.
      Hmmm - wenn dem so ist, hält sich in Mogilev kein einziger dran.
      Werde mal nachfragen.
    • Tag-Lichtpflicht in Belarus

      Also nach aktuellsten Informationen, Stand heute: :)

      Es gibt keine generelle Taglichtpflicht in Belarus, weder für PKW noch für LKW.
      In der Regel.... außer:
      - Fahrschulautos müssen im Fahrschulbetrieb Abblendlicht und Nebelscheinwerfer einschalten
      (zu erkennen sind sie eh noch an einem kleinen weiß/roten Dreieck auf dem Autodach)
      - es gibt polizeiliche "Aktionen für sicheres Fahren"
      Diese werden in der Regel im Radio und Tageszeitung angekündigt und können mal einen Tag oder mal eine Woche dauern.
      Diese Aktionen sind meistens begrenzt auf eine bestimmte Stadt oder Region.
      Oft finden sie während der Ferienzeit oder zum Schulbeginn statt.

      Es wird dann allgemein darauf hingewiesen, bitte vorsichtig zu fahren und das Licht auch am Tage einzuschalten.
      Es wird aber wohl kaum geahndet, wenn man es nicht tut.

      ---

      Bei meiner Google-Suche gestern habe ich aber herausgefunden, daß Russland ab 1.11.2010 eine generelle Taglichtpflicht eingeführt hat (sowohl inner- als auch außerorts).

      Gruß
      Michael
    • Danke für die Information.
      Aber von Schaden ist es nicht egal wo man sich mit dem Auto befindet - diese zu nutzen. Schon durch das Motorradfahren hatte ich mir von Anfangan es angewöhnt. Und behalte dies bei, Frei nach dem Alten DDR Verkehrserziehungsmotto : " Sehen und gesehen werden" :vain:
    • Danke! Dann scheint sich tatsächlich einiges geändert zu haben. Hatte das mit dem Licht zwischen November und Mai damals bei meinen "Recherchen" vor meinem Trip aufgeschnappt. Wenn ich recht erinnere war es die ADAC Seite welche darauf hingewiesen hat.

      Eine Lichtpflicht würde ich in jedem Land begrüssen. Die Polen machen das auch sehr gut. :thumbup:
    • Rene schrieb:

      Eine Lichtpflicht würde ich in jedem Land begrüssen.

      Ach das am Tag mit Licht fahren ist halt nicht unumstritten. Motorradfahrer werden wieder benachteiligt. Die Frage ist, ob Fußgänger auch wieder schlechter zu sehen sind. Ich glaube vor ein paar Jahren hatten die Österreicher auch mal die Tageslichtpflicht eingeführt und nach einem halben Jahr wieder abgeschafft weil es wohl nichts gebracht hatte ?( .
      Die Ukrainer fangen ja auch schon an darüber nachzudenken. Wäre für mich aber der Horror. Mir reicht schon nachts der Stress mit den manchmal abenteuerlichen Lichtanlagen XD
      Was ich als einen guten Kompromiss empfinde, sind die speziellen LED-Tagfahrleuchten.
    • Autofahren in Belarus

      Wer Warschau im Berufsverkehr ohne größere Schwierigkeiten durchfahren hat, kann sich auch in Belarus mit dem Auto halbwegs sicher bewegen. :)
      Insgesamt kommt man mit dem Autofahren als Westeuropäer auch in weißrussischen Städten gut zurecht.
      Natürlich gibt es einige Besonderheiten, auch bei der Fahrweise der Weißrussen.


      Verkehrsregel und Tempolimits:
      Tempolimits sind in Weißrussland eigentlich einfach zu merken.
      60km/h innerorts, 90km/h außerorts - egal zu welcher Tag- oder Nachtzeit.
      Gibt es Abweichungen hiervon, sind diese entsprechend beschildert.

      Auf 4-spurigen Landstraßen gibt es unter Umständen Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zu 100 oder gar 120km/h.
      Auch wenn diese Straßen z.T. gut ausgebaut sind und teilweise mit Leitplanken versehen sind, würde ich diese aber nicht als Autobahnen bezeichnen.
      Es ist ganz normal, wenn in der Nähe eines Sees oder Waldes etliche Autos auf der rechten Seite stehen,
      weil die Fahrer dort halt angeln möchten oder Pilze sammeln (oder ihre Notdurft verrichten).
      Auch Wendemanöver sind "normal".
      Im Winter kommt es auch schon mal vor, das einem ein Räumfahrzeug entgegenkommt.

      Lt. Straßenverkehrsordnung gibt es auch Autobahnen, zumindest die üblichen Schilder dafür - hab aber noch keine gesehen, oder habe sie übersehen.
      Jedenfalls nicht um Minsk herum, Minsk<->Mogilev, Minsk<->Brest, Minsk<->Airport.
      Wenn man die mal sehen sollte, gilt jedenfalls 110km/h.

      Die Ortsschilder sind leider nicht immer gut zu erkennen.
      Im Prinzip ist es ein größeres weißes Schild mit schwarzer Schrift und schwarzer Umrandung.
      Ist es ein größeres Dorf oder Städtchen haben diese Schilder noch ein zusätzliches Städte-Symbol auf dem Schild und es ist insgesamt größer.
      Aber ansonsten ist das Schild in der Größe (Breite) variabel.
      D.h. bei kurzen Ortsnamen ist das Schild schon mal sehr klein, und man übersieht es dann leicht.

      Desweiteren gibt es sehr kleine Ortschaften die mit einem grünlichen oder bläulichen Ortsschild gekennzeichnet sind.
      Hier gilt weiterhin 90km/h, wenn nicht anders beschildert.

      Die Ampelschaltungen sind etwas anders:
      Grün, Grün blinkend, Gelb, Rot, RotGelb.
      Man sollte sich daran gewöhnen, ein blinkendes Grün wie unser Gelb zu betrachten.
      An etlichen Kreuzungen sind die Ampeln so geschaltet, daß Gelb und Rotgelb für beide sich kreuzende Straßen zur selben Zeit angezeigt werden. Man sollte daher nicht schon direkt bei RotGelb losfahren, da es immer wieder passiert, das noch einer bei DunkelGelb über die Kreuzung fährt.
      Selber sollte man auch nicht noch bei DunkelGelb fahren, da viele Weißrussen bereits vor dem RotGelb beginnen loszufahren.
      In Mogilev kann ich deshalb fast jeden Tag mehrere Kreuzungsunfälle beobachten (bzw. das Resultat davon).
      Ansonsten gibt es auch Ampelschaltungen, wo alle Autos Rot haben, und alle Fußgänger Grün.
      Etwas verwirrend in der Stadt kann sein, daß eine Ampel z.B. zwar einen extra Zeiger für "Rechts" hat, aber ansonsten kreisrunde Lichter für Rot, Gelb und Grün.
      Bei uns würde das bedeuten, ist Grün, kann ich auch nach rechts fahren, egal ob der grüne Zeiger auch Grün zeigt oder nicht.
      Das gilt in Belarus nicht so. Leuchte für "nach rechts bzw links" leuchtet nicht, nicht fahren!
      Kann sonst gerade bei "nach links" etwas heikel werden, weil man keinen Gegenverkehr von links erwartet...


      Die Fahrweise der Weißrussen:
      Ähem - wie soll ichs sagen :)
      Vielleicht so:
      Ein Fahrschullehrer kann ein jeder werden, der 10 Jahre selbst den Führerschein hat.
      Eine eigene Fahrlehrer-Ausbildung und Prüfung gibt es als solche nicht.
      Die Fahrschulautos sind meist alte Kisten. Wenn man Glück hat alte Fords oder Opels.
      Wenn man Pech hat Schiguli oder noch schlimmer.
      Wenn ein solcher Fahrschüler anschließend nach bestandener (oder bezahlter?) Prüfung sein eigenes Auto fährt,
      kann man noch weniger als bei uns davon ausgehen, das er auch schon in der Lage ist, das Auto zu beherrschen.
      Hierbei gibt es aber eine gute Regelung in Belarus:
      Fahranfänger dürfen in den ersten zwei Jahren nur max. 70km/h fahren.

      Na jedenfalls sollte man kein halbwegs diszipliniertes Fahren wie in Deutschland erwarten.
      Rechtsfahrgebot, gilt nur in der Theorie.
      Fahrbahn-Markierungen, so sie denn erkennbar sind - werden ignoriert.
      Interessant ist immer das Verhalten an roten Ampeln zu beobachten.
      Wenn die Kreuzung nicht gerade durch Fußgänger blockiert ist, wird schon weit vor dem RotGelb sich an die Kreuzung herangetastet.
      "Luxus"-Limousinen Autos (oder wenn der Fahrer denkt, er hätte eine) überholen immer wieder gerne von links den ganzen wartenden Autopulk vor der Ampel, um sich dann noch vor allen Wartenden vor die Kreuzung zu quetschen.

      Generell gilt hier oft leider eine unsympathische Charaktereigenschaft:
      Hab ich ein Auto, bin ich "wer"; hab ich ein größeres Auto, bin ich ein größerer "wer".

      D.h. als Fußgänger sollte man sich nur bei grünen Ampeln auf die Straße wagen.
      Fußgängerüberwege werden nur vom Autofahrer wahrgenommen, wenn die Fußgänger bereits auf der Straße sind.
      Auch hier kommt es leider immer wieder zu schweren Unfällen.
      Auf einen Radfahrerblick beim Rechtsabbiegen kann man getrost verzichten.
      Es gibt quasi keine Radfahrer - schon gar nicht auf der Straße - das ist einfach zu gefährlich.
      Zum einen wegen den Autofahrern, zum anderen wegen des Straßenzustandes.

      Generell sind zweirädrige Gefährte wie auch Motorroller oder Motorräder eher sehr selten anzutreffen.


      Verkehrspolizei oder auch ГАИ:
      Die Kontrolldichte ist ziemlich hoch.
      Es werden Stichkontrollen durchgeführt, gelasert oder mit mobilen Kamerakästen gearbeitet.
      Insgesamt muß ich aber sagen, alles sehr fair.
      Ich habe noch keine Laserkontrolle gleich nach einem Ortsschild gesehen.
      Meistens stehen sie einige hundert Meter nach irgendeiner Geschwindigkeitsbegrenzung.
      Die entgegenkommenden Fahrzeuge warnen mit einiger Sicherheit fast immer vor solchen Kontrollen.
      Allerdings auch, wenn einfach nur ein Polizeiwagen rechts am Rand steht, und der Polizist sich 'nen Imbiss holt.
      Eine Abzocke konnte weder ich noch mein Bekanntenkreis bisher feststellen.
      Alles lief bei Verstößen bisher immer sehr korrekt.
      Eine Auflistung der Bußgelder gibt es (in russisch) hier .

      Seit 12.1.2011 sind die Strafen für Mehrfachdelikte drastisch erhöht worden.
      Wer z.B. mehrfach mit defekter Lenkung erwischt wurde, zahlt bis zu 5x mehr an Strafe.
      (Ohne Kommentar... )


      Tanken:
      Tankstellen gibt es von verschiedenen Firmen eigentlich überall.
      Angeboten werden in der Regel Zweitaktgemisch, Benzin-91, Super-95 und Diesel.
      Vereinzelt gibt es auch Super-98 und Biodiesel.
      Die Angabe der Oktanzahl sollte man jedoch nicht überbewerten. Sie liegt meistens etwas niedriger.
      Das merkt man insbesondere an älteren Motoren (wie unseren Escort), die noch keine Klopfregelung haben.
      Der Motor läuft mit weißrussischen Benzin deutlich rauher und unrunder.
      Dafür liegt der Preis im Schnitt bei 50-60% des deutschen Preises.
      So kostet ein Liter Super-95 ca. 87Cent, und ein Liter Diesel ca. 63Cent.

      Zu beachten ist auch, daß man immer vorauszahlen muß.
      D.h. man muß im voraus die Litermenge oder den gewünschten Betrag angeben (und zahlen). Erst dann wird die entsprechende Tanksäule freigeschaltet.
      Ein Großteil der Tankstellen akzeptieren neben dem Weißrussischen Rb. auch den Russischen oder $ oder €.
      Electronic-Cash über Visa, Mastercard oder Maestro ist ebenso kein Problem.
      Vereinzelt gibt es auch bereits Tanksäulen, an denen man direkt mit der Karte bezahlen kann.


      Straßenzustand:
      Der Zustand kann sehr gut sein oder sehr schlecht.
      In der Regel werden die Landstraßen und Hauptverkehrsstraßen einigermaßen in Schuß gehalten.
      Gerade nach dem Winter tun sich dort zwar viele kleinere und größere Schlaglöcher auf, die aber recht schnell wieder repariert werden.
      In der Regel kann man daher auch ohne Probleme nachts außerorts fahren.
      Bei etwas abgelegenen Landstraßen oder "normalen" Stadtstraßen schaut es ein wenig anders aus.
      Ich habe mir dabei schonmal zwei Alufelgen krumm gefahren.
      Insgesamt aber auch ohne Schlaglöcher sind die Straßen nicht gerade eben.
      Die Fahrwerksaufhängung wird hier mal richtig gefordert. Bei längeren Aufenthalten kann man sich dann über ausgeschlagene Querlenker oder verstellte Spur und Sturz ärgern.


      Sonstiges:
      Ansonsten gibt es leider auch sehr viele Fahrzeuge auf den Straßen die nicht versichert sind.
      Ist natürlich Pflicht und strafbar, wenn sie sich nicht versichert sind.
      Aber es gibt immer wieder Autos, die fahren komplett ohne Kennzeichen.
      Oder sie haben ein deutsches Überführungskennzeichen welches schon vor Monaten abgelaufen ist.
      Oder auch ein nachgedrucktes Kennzeichen, welches wie ein Deutsches aussieht, aber natürlich ohne die Siegel.
      Keine Ahnung wie die dann durch eine Kontrolle kommen - oder die Strafe kostet sie weniger als die Versicherung - keine Ahnung.
      Kann dann bei einem Unfall natürlich problematisch werden.

      Wegen Autodiebstahl oder ähnliches sollte man sich keine Gedanken machen.
      In Belarus fahren zum Teil Autos, die ich selbst in Deutschland selten sehe (z.B. Audi R8 ).
      Ein normaler Mittel- oder Oberklassewagen ist ebenso normal in Belarus wie in Deutschland.
      Insgesamt hat sich die Fahrzeugklasse auf den Straßen in den letzten Jahren deutlich gesteigert.
      Typisch russische Autos prägen kaum noch das Straßenbild. Ich würde sagen, es sind vorrangig typische Mittelklassewagen zwischen 3- und 10 Jahren auf den Straßen.
      Dies ist auch das Alter der Fahrzeuge, wo der Importzoll am geringsten ist.


      Gruß
      Michael
    • Einreise nach Belarus mit dem Auto, Update #1

      Bei meiner letzten Einreise Mitte Januar über den Grenzübergang Домачево gab es ein paar "merkwürdige" Änderungen.

      Normalerweise ging es hier nach Abschluß aller Paß- und Zoll-Kontrollen zum letzten Häuschen , um sich seinen Transportschein zu besorgen.

      Diesmal jedoch wollte der Zöllner 5€ (oder 20000 Rb) - ich sag mal - "Eintrittsgebühr" haben.
      Wofür genau, und was das sein soll, habe ich bisher noch nicht konkret in Erfahrung bringen können.

      Auch gab es keinen Transportschein, sondern mein Kennzeichen wurde in eine ellenlange Liste per Hand eingetragen.
      Ob die dann wieder zum späteren Datenabgleich in den Computer eingegeben wird... - keine Ahnung.

      Mal schaun, wenn ich in ca. 2-3 Wochen wieder ausreise, was dann passiert.
      Ich ahne es schon - es wird auf der Liste mein Kennzeichen gesucht.
      Und nur wenn es gefunden wird, darf ich weiter.


      Naja, wenn man denkt, die belarussischen Behörden beherrschen die Kunst der Bürokratie perfekt, (er)finden sie trotzdem immer wieder was neues, und generieren noch mehr Papierkram.

      ---

      Und noch was Tolles beim Zoll:
      Bei Kaufland gabs im Angebot Staubsauger für 24,99€. Meine Frau hat dann mal gleich zwei Stück mitgenommen.
      Normalerweise sind Haushaltsgeräte - wie eben Staubsauger - inzwischen zollfrei.

      Sind sie auch.
      Aber wir mussten sie trotzdem beim Zoll deklarieren. Wieder auch in zweifacher Ausfertigung.
      Typenname "Superior" inkl. Seriennr.. Aha ... :pillepalle:

      Wofür auch immer.
      Wahrscheinlich können die Behörden dann schneller den Täter ermitteln, wenn jemand einen mit 'nem Staubsauger erschlägt. :dash: