Wer ist der größte Tscheche ?

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    • Wer ist der größte Tscheche ?

      Vor einigen Jahren, als auch in Deutschland im Fernsehen eine Umfrage lief, wer ist der größte Deutsche, habe ich eine gleichartige Umfrage an einem Prager Gymnasium gemacht. Das interessante Ergebnis: Karl der IV. Ich hatte danach noch viele Diskussionen mit den Schülern, welcher Nationalität dieser Mann denn nun wirklich war. :stick:

      Gruß Karasek
    • coke2001 schrieb:

      für mich ist der grösste Tscheche: Rübezahl!!!
      Rübezahl wurde importiert.
      Bergleute aus dem Harz hätten die Sage im 15. Jahrhundert nach Schlesien gebracht; zur weiteren Legendenausformung sollen auch ab 1530 aus Schwaz
      in Tirol stammende und ins Riesengebirge gerufene Bergarbeiter
      beigetragen haben. Die erste Abbildung von Rübezahl stammt aus dem Jahr
      1561, als er auf der ersten, vom deutschen Kartographen Martin Helwig verfertigten Landkarte Schlesiens als geschwänzter Dämon (hier Rubenczal genannt) inmitten von Bergen und Dörfern porträtiert wurde.
      :lol:
    • Karl der IV war doch Franke und führte gegen die Sachen und Böhmen Krieg um des Herren willen . Unterwerfung der Heiden im Namen Gottes mit dem Schwert. Dieser begründete das Römisch Deutsche Kaiserreich zu dem das Königreich Böhmen gehörte - da unterwurfen ! Oder ? ;)

      Da er zudem ein brillianter Diplomat war !
    • Band III (1992) Spalten 1136-1140 Autor: Stephan Haering



      KARL IV., Kaiser, * 14.5. 1316 in Prag (Taufname: Wenzel), † 29.11. 1378 ebd. - K. war der Sohn des böhmischen Königs Johann aus dem Hause Luxemburg und von mütterlicher Seite Enkel des Königs Wenzel II. von Böhmen; ein Großonkel war der bedeutende Erzbischof Balduin von Trier. Seine breitgefächerte Erziehung erhielt K. durch Pierre Roger (später Papst Clemens VI.) am Hof in Paris, wo der Siebenjährige anläßlich der Firmung den Namen seines Paten König Karl IV. von Frankreich annahm und unter das Patronat Karls des Großen gestellt wurde. Nach kurzem Aufenthalt bei Balduin von Trier war K. von 1331-1333 Statthalter seines Vaters in den luxemburgischen Besitzungen in Oberitalien; 1334-1346 nahm er als Markgraf von Mähren für den häufig abwesenden Vater die Regentschaft im Königreich Böhmen wahr. Am 11.7. 1346 wurde K. in Rhense von fünf Kurfürsten dank päpstlicher Hilfe gegen Kaiser Ludwig den Bayern zum deutschen König gewählt und am 26.11. in Bonn gekrönt; eine endgültige Anerkennung erreichte K., seit 2.9. 1347 als Nachfolger des verstorbenen Vaters auch böhmischer König, erst nach dem Tod Ludwigs und der Überwindung des Gegenkönigs Günther von Schwarzburg durch einstimmige Wahl am 17.6. 1349 in Frankfurt (erneute Krönung in Aachen am 25.7.). 1354 begann er einen Italienzug, bei dem er am 6.1. 1355 in Mailand zum König von Italien gekrönt wurde und zu Ostern (5.4. 1355) in Rom die Kaiserkrone empfing. 1365 ließ K. sich in Arles zum König von Burgund krönen und demonstrierte damit die Ansprüche des Reiches im Westen. Es gelang ihm 1376, seinen Sohn Wenzel (IV.) zum deutschen König wählen zu lassen und so noch selbst die Nachfolge zu ordnen. Kurz vor seinem Tod erlebte K. noch das große abendländische Schisma, eine Entwicklung, der er nicht entschlossen entgegentrat. - K. erlangte als Herrscher Bedeutung auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Mit der Goldenen Bulle (1356), dem »Staatsgrundgesetz« (Seibt) des alten Reiches, ordnete er die Königswahl und stabilisierte das förderale Territorialprinzip in der Reichsverfassung. K. wußte sowohl seine kaiserliche Stellung in traditionellen Formen zum Ausdruck zu bringen als auch durch geschickte Politik die luxemburgische Hausmacht auszubauen; seine besondere Sorge galt dem Königreich Böhmen. K. förderte die Städte und betrieb wirtschaftliche Fürsorge. Der gebildete Herrscher gründete 1348 die Universität Prag und betätigte sich als Mäzen der Künste; vor allem Prag und Nürnberg wurden städtebaulich von ihm geprägt. Zu Kirche und Papst stand K., dem die päpstliche Unterstützung bei seiner Wahl den Namen »Pfaffenkönig« eingetragen hatte, in guter Beziehung, ohne sich in Abhängigkeit zu begeben; sein Versuch, das Papsttum von Avignon nach Rom zurückzuführen, war nicht erfolgreich. K. ist zusammen mit Friedrich II. wohl der bedeutendste Herrscher des späten Mittelalters und steht in seiner frühhumanistischen Prägung bereits an der Schwelle zur Neuzeit.



      kirchenlexikon.de/k/Karl_IV_k.shtml
    • Karl ordnet das Reich

      Von Deutschland oder von Bayern zu sprechen, wäre für damalige Verhältnisse aus historischer Sicht falsch, denn den staatsrechtlichen Titel "Deutsches Reich" gibt es schließlich erst seit 1870. Und das alte Reich, das sich 911 bildete und 1806 auflöste, hat nie diesen Titel geführt, sondern bekanntlich erst später den eines römischen Reiches angenommen. Aus dieser Sicht ist das Verhältnis der Menschen im Mittelalter lediglich durch Sprache und Volksart getrennt, als Bindeglied fungierte vor allem die römisch katholische Kirche.Der Zerfall des Kaisertums, die verworrenen Verhältnisse im Reich zu ordnen, das gelingt Karl IV. Das stolze Rittertum verfällt während seiner Regierungszeit immer mehr. Der Handel, die Entwicklung der Städte, das zunehmende Bewusstsein der Bürger kennzeichnen die Epoche. Mit Klugheit und Geschick nutzt, steuert und fördert Karl diese Tendenzen - nicht ohne Vorteil für ihn. Nürnberger Kaufleute finanzieren seine Politik, noch heute belegen dies erhaltene Urkunden. Karls Politik geht von einer zentralen Machtstelle aus, diese sieht er in Prag. Innerhalb des Reiches baut er die Spannungen unter den Fürsten ab, Expansionsideen lässt er fallen. Durch das Reichsgesetz der "Goldenen Bulle" von 1356, stärkt und verbrieft er die Vorrechte der Kurfürsten. Bis zum heutigen Datum darf dieses bedeutende Werk ob seiner Rechtsstaatlichkeit gerühmt werden. Um das Reich zu festigen, unternimmt er Reisen in all seine Besitztümer und im Gegensatz zu seinen Vorgängern mied er den Süden Europas. Zu Böhmen gewinnt er mächtige Ländereien: die Mark Brandenburg, die Lausitz und Niederschlesien. Nebenbei wirkt er als Schriftsteller, schreibt seine Jugendzeit auf, gestaltet eine Legende über den Heiligen Wenzel und einen Fürstenspiegel für seine Nachfolger. Unter der Federführung des Humanisten Johann von Neumarkt lässt er die lateinische und deutsche Schriftsprache reformieren.


      Nach Karl gibt es keine Einheit mehr

      Schon Goethe bemerkt bei seinem Besuch im Frankfurter Römer "das historisch interessante fing für uns erst mit Rudolf von Habsburg an". Seit Karl IV., gründet die Vorherrschaft seines Hauses auf ein kluges System das dazu führte, Ländereien zu erwerben, ohne Kriege zu führen. Für ihn zählen geschickte Verhandlungen, oft ist es auch die List, aber auch das Ernstnehmen des Kontrahenten und das Nachgeben am rechten Ort. "Sei friedsam, und wo du etwas in Güte erreichen kannst, da lass den Krieg!" lautete seine Botschaft.

      Ja, er ging sogar so weit, Kriege, Händel, Brandstiftungen, Raub und Plünderungen, überzogene Zollgebühren unter Strafe zu verbieten. In der Rechtsprechung wird das überholte "Gottesurteil" abgeschafft, Böhmen erhält ein neues Gesetzbuch. So gelingt es dem Kaiser, dass in einem Vielvölkerstaat Friede gehalten wird, ohne die darin lebenden Menschen ihrer Rechte zu berauben. Eine Kunst, von der wir auch heute in Europa noch lernen können. Von Schmerzen und Gicht geplagt stirbt Karl IV. Am 29. November 1378 in Prag, noch zu Lebzeiten - was sehr ungewöhnlich war - empfängt sein Sohn Wenzel die Krone. Kurz vor seinem Tod trifft er noch eine politisch umstrittene Entscheidung, er teilt seine Hausmacht auf seine drei lebenden Söhne auf. Seinem Sohn Wenzel aber gelingt es nicht, auch nur annähernd in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er versagt kläglich und damit verlieren die Luxemburger die Herrschaft im Reich.

      In den Reihen der deutschen Fürsten gab es später niemanden, der Karl nacheifern kann. Die kleinen deutschen Landesstaaten kannten eben nur "kleine Ziele und Aufgaben": Ein paar Quadratmeter Landerwerb, eine lästige Grenzfestung im Nachbargebiet zu zerstören oder sich anzueignen und vor allem den Untertanen möglichst viele Steuern aufzubürden - das war Sinn und Trachten der durchlauchten Fürsten. All dieser Tatsachen müssen wir uns bewusst sein, wenn wir beim Suchen eines Geschichtsbildes vor allem bei unseren tschechischen Nachbarn beginnen.



      Bild: Karl IV. am Rathaus der Stadt Hamburg



      Neubelebung einer Nachbarschaft

      Nach der Öffnung der Grenzen 1989 reichten sich mehr als 40 Jahren nach Beendigung des 2. Weltkrieges Deutsche und Tschechen die Hand zur Aussöhnung. Wenn auch in beiden Ländern von Teilen der Bevölkerung nicht unumstritten, so wurde dennoch eine Basis für eine gut nachbarschaftliche Beziehung gelegt. Eine Beziehung, die in der "Volkspolitik", also an der Basis sofort nach der Grenzöffnung vielerorts umgesetzt wurde. Man nehme nur als Beispiel die Schulen entlang der gemeinsamen bayerisch / böhmischen Grenze. Von Selb über Furth im Wald bis Passau entstanden in den Jahren nach der Öffnung bayerische Schulpartnerschaften, die seitdem von Leben erfüllt sind und zwischenmenschliche Kontakte anbahnen. Gehen wir in das Jahre 2010- dann ist es wohl kaum mehr möglich, die vielen Preojekte, Kontakte und Initiativen zwischen Tschechen und Deutschen auf allen Ebenen- mit Ausnahme der offiziellen bayerischen Politik aufzuzählen. Zum Glück jedoch gibt es die "Volksdiplomatie". ( CHR)

      asamnet.de/~patzeltm/neu2/projekt01/index.php?idcat=9
    • vergesst aber Rübezahl nicht. Und erspart mir euer wissen das er aus dem Harz stammt. mein ganzes leben war es für mich ein tscheche. so leutz und nun macht mir nicht 20 Jahre nach meiner Kinheit meine Kinheit kaput oder lassr Rübezahl aus dem schwarzwald kommen aber nicht aus dem Harz. der Harz ist doch nur 50 km wech von mir. das hat doch dann ja keene bedeudung mehr für mische.!! dann ist eben rumborak in der menschlichen version der grösste tscheche für mich. wenn ihr auch da etwas dagegen habt dann eben Hurbinek und spebel (Hurvinek & Spejbl) oder auch Isabella (Prinz Richard und Prinzessin Isabella) ..........................................................................................................................................................................
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      und dann irgenwann und viel später kommt Dubcek und noch viel später dann der Karl.
    • krissa60 schrieb:


      Das Pilsener wurde aber von einem Bayern erfunden. Er sollte den Böhmen zeigen, wie gutes Bier geht. :)

      Da das ehemalige Pilsner Bier – ein dunkles, trübes, warm vergorenes
      Bier – einen so schlechten Ruf hatte, dass sogar mehrere Fässer Bier aus
      Protest öffentlich auf dem Rathausplatz ausgeschüttet wurden, berief
      der Pilsner Braumeister Martin Stelzer des „Bürgerlichen Brauhauses“ in
      Pilsen 1842 den bayerischen Braumeister Josef Groll aus Vilshofen nach Pilsen, um „den Böhmen in Pilsen ein gutes Bier zu brauen“. Josef Groll braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten Sud
      nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842
      öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser
      Bierspezialität, die als Pilsner Urquell vertrieben wird.
      :lol: