Rückkehr zum Status Quo von 1994 ?!

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    • Rückkehr zum Status Quo von 1994 ?!

      Im Budapester Memorandum von 1994 haben sich die Atommächte USA, Russland und Großbritannien verpflichtet, die staatliche Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine zu respektieren - und dafür hat die Ukraine ihre Atomwaffen abgegeben...
      Russland schert sich einen Dreck darum und annektiert zunächst die Krim und dann die Ostukraine...
      Gespräche und Verhandlungen führen zu nichts...
      die Sanktionen des Westens findet Putin und die meisten Russen "lächerlich"...
      dann lasst uns halt wieder zum Zustand von vor dem Budapester Memorandum zurückkehren
      - oder anders gesagt: gebt der Ukraine ihre Atomwaffen zurück!
      Und die Russen, die jetzt hinter Putin stehen und die Annexionen für "richtig" und "gut" empfinden müssen wissen: Wenn es zum großen Krieg kommt, dann lässt der sich nicht (mehr) "nur auf die Ukraine begrenzen" - dann sind auch sie mit Tod und Leid betroffen! Und vielleicht lässt sie das dann umdenken und ihren "Zaren" in die Schranken weisen..?!
    • Puuu, die Idee hat ja direkt was. Einfach so aus Sicht der Gerechtigkeit.
      Aber mal praktisch gedacht. Leid wünschte ich niemanden! Die Atomwaffen würden aus dem Westen kommen? Wenn ich da die aktuelle Diskussion sehe, eher unrealistisch .... Selbst wenn, würde im Falle eines Falles der normale Russe Putin einen Vorwurf daraus machen? Nö es hätte doch nur der Westen daran schuld.
      Da müssen bessere Ideen her.
    • Es hat ein Jahrzehnte währendes "Gleichgewicht des Schreckens" gegeben, bei dem beide Seiten (Nato und Warschauer Pakt) die jeweils andere mit atomaren Waffen mehrfach hätte vernichten können.
      Und was ist passiert? Nichts ist passiert! (OK, ein wenig Glück gehörte auch dazu..
      Danach dann wurde "ernsthaft verhandelt" - und dann auch abgerüstet.

      Putin wähnt sich in einer Position des Stärkeren und verübt an der Ukraine (und danach dann an Kasachstan, an Weißrussland, an Moldavien..?) seine Machtgelüste, weil er keine Angst vor Repressalien hat. Die Bevölkerung freut sich, dass "ihr Führer" (verzeiht das kleine Wortspiel) ihnen wieder Macht und Geltung in der Welt wiedergibt... und selbst die Oma und der Opa an der nächsten Ecke versteht lieber die Sprache der Gewalt, als die der Diplomatie! Denn wo wird gekämpft? In der Ukraine und nicht in Russland sterben Menschen...

      Aber wenn auch nur die Spur einer "Chance" dafür (Tote in Russland) existiert, würden die Menschen in Russland wieder auf die Strassen gehen und sich gegen Putin stellen...

      Also gebt ihnen doch diese "Chance auf Tod" der eigenen Kinder und Enkel... dann wird sich das Thema schneller erledigen, als manche in Europa oder den USA sich erhoffen könnten...

      Und: Erst, wenn "Zar Putin" tot ist, wird es eine Chance für einen Neuanfang geben... also sollte man dafür sorgen, dass dieser Tag lieber schneller als später kommt!

      Ach ja, noch etwas:

      Ich würde es so machen wie Putin: Allen in der Welt erklären, dass man keine (Atom-) Waffen an die Ukraine liefert und sich gegen Waffengewalt aussprechen... und dann hintenrum über Polen die Waffen ins Nachbarland liefern lassen! Und wenn dann Putin und die Russen aufschreien und diese Handlungsweise verurteilen, dann kommt ein trockenes: "Wir / Europa / die Nato haben da nichts mit zu tun - wir haben lediglich Westen und Hilfsgüter geliefert! Die Waffen stammen aus ehemaligen Soviet-Arsenalen und Nordkorea..."

      The post was edited 1 time, last by ChristophVIE ().

    • An die Atomwaffen habe ich heute gerade mal wieder gedacht. Ich kam zu dem Schluss, dass nicht auszuschließen ist, dass zumindest das, was im Donbass stattfindet durch Atomwaffen nicht verhindert worden wäre. Das Perfide (und Wirksame) an Putlers Taktik ist ja, dass der Krieg die ganze Zeit über nie offen geführt wird. Es gibt immer noch diesen Rest Unsicherheit. Kann sich jemand hier vorstellen, dass sich die Ukraine gegen diese Art von Krieg mit einem nuklearen Angriff gegen auch nur irgendjemanden zur Wehr setzen würde? Auf die Idee käme auch in der Ukraine niemand ernsthaft. Daher: nettes Gedankenspiel, aber auch nicht mehr.
    • Operativ-tacktische nukleare Waffen könnte Ukraine in 1/1,5 Jahr selber basteln - aber wozu?
      Gegen wen sollte diese verwendet werden? Gegen Donezk? Das ist unvorstellbar. Gegen Rostov oder Belgorod? Dann von Ukraine wird radioaktive Wüste gemacht werden.

      Oder z.B. Amis geben Waffen - wahrscheinlich ein Paar alten M60, das bringt nichts.

      Alles was Ukraine braucht, das ist 20 Jahre Frieden, offene EU und US Märkte und 300 Mrd. USD als wirtschaftliche Hilfe. Und vernünftige, nicht korrupte Regierung.
    • Im "Kalten Krieg" hatten beide Seiten Atomwaffen, ohne sie wirklich einsetzen zu müssen/können/wollen... Und dennoch hat die Angst vor der "Unmöglichkeit" dazu geführt, dass man sich Jahr für Jahr ein wenig annäherte und sich besser verstand.
      Wenn nun die Menschen in Russland wüssten, dass Kiev/die UA solche Möglichkeiten (doch noch) besäße, dann würden sie nicht blind vertrauend und "Hurra schreiend" ihrem Zaren, Putin, ins Verderben nachlaufen, sondern ihr Leben selbst in die Hand nehmen... und sich von ihm lösen... Eine Art "Oktoberrevolution"...
    • Die Antwort um Kriege trotz nuklearer Drohkulisse zu führen heißt = Stellvertreterkrieg / verdeckter Krieg.

      Das hat die Sowjetunion schon im Koreakrieg gemacht und die U.S.A im ersten Afghanistankrieg...

      Auch Israel nutz der Status der Atommacht nichts um Angreifer und Terror aus dem Ausland zu bekämpfen. Soll es etwas Saudi-Arabien; Iran und den Libanon platt machen?

      Eine nukleare Drohkulisse ist gegen asymmetrische/ hybride Kriege völlig nutzlos.
      Wichtig um politische Strategien und Interessen eines Staates zu untermauern, aber logischerweise keine militärische Option.
      "Übertriebene Toleranz ist ein Beweis des Misstrauens gegen das eigene Ideal"
      Friedrich Nietzsche