Der Henker vom Donezk Airport

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    • Der Henker vom Donezk Airport

      Russlands Medien feiern ihn, Menschenrechtler werfen Arsenij Pawlow Kriegsverbrechen vor. Laut Amnesty International hat der Separatisten-Kommandeur eigenhändig Gefangene erschossen. Pawlow gilt als Symbol für die Verrohung des Konfliktes.
      Arsenij Pawlow ist eines der Gesichter des Kriegs in der Ostukraine, ein schmaler Mann mit kurzem rotem Haar und ergebener Truppe. Pawlow hat einen russischen Pass. Als in Kiew Demonstranten Präsident Wiktor Janukowytsch stürzten, setzte er sich in den Zug, um im Donbass "Russen zu schützen vor Nazis", wie er sagt.
      Pawlow kommandiert eine Einheit, die sich "Sparta" nennt. Die meisten Russen kennen ihn aber als "Motorola". Sein Kampfname ist wohl eine Anspielung auf seine Zeit als Funker in der russischen Armee.
      "Motorola" ist einer der Lieblinge der russischen Medien. Neulich hatte er wieder einen seiner Auftritte. Pawlow stand lächelnd vor einem Schützenpanzer. Leute des Kreml-treuen Webportals "Lifenews" hatten ihm eine Postkarte in die Hand gedrückt. Er solle sie an US-Präsident Barack Obama schicken, ein Gruß zum "Tag des Sieges" über Hitlerdeutschland. Russland hat den Sieg im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai mit einer großen Parade gefeiert, Obama aber blieb dem Fest demonstrativ fern. Moskau revanchierte sich mit einem Shitstorm in Form ironisch gemeinter Postkarten.
      Die Kamera von "Lifenews" fing ein, wie Pawlow feixend unterschrieb, das Barett keck über das Ohr geschoben. Ein lässiger Sonnyboy, aber auch verwegen - so zeigen Russlands Medien den Kommandeur des Bataillons "Sparta".
      Er sagte, er "kümmert sich selbst"
      Er hat auch noch ein anderes Gesicht. Pawlow und seine "Sparta"-Truppe gelten als brutal. Amnesty International hat nun Beweise für Kriegsverbrechen in der Ostukraine zusammengetragen. Die Menschenrechtler haben Dutzende Zeugen im Konfliktgebiet befragt und Gräueltaten dokumentiert, verübt von beiden Seiten.
      Die prominenteste Rolle in dem Bericht aber spielt "Motorola". Pawlow soll verantwortlich sein für die Erschießung von Gefangenen. Eine der Exekutionen wird von mehreren Zeugen beschrieben. Sie ereignete sich nach Gefechten um den Flughafen Donezk. Am 20. Januar wurde dort der ukrainische Soldat Ihor Branowyzky von Pawlows "Sparta"-Kämpfern gefangen genommen. Am 21. Januar war er tot.
      Die Zeugen berichten, insgesamt zwölf Ukrainer hätten sich ergeben. "Es gibt ein Video des Moments, als sich die Verteidiger des Flughafens ergeben", sagt Krassimir Jankow von Amnesty International. Später zeige das Video Branowyzky mit blutverschmiertem Gesicht. Die Gefangenen seien "massiv geschlagen" worden, heißt es in dem Amnesty-Bericht. Später habe Kommandeur Pawlow den Raum betreten. Er habe auf den Ukrainer Branowyzky gezeigt und gesagt, er werde sich "selbst um ihn kümmern". Dann schoss er ihm zwei Mal in den Kopf.
      "Wenn ich will, töte ich"
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      Netter Mann, dem ich eine Vergiftung mit Polonium wünsche... wie "seinem Zaren" auch!