Die Ukraine steht vor dem Staatsbankrott

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    • Die Ukraine steht vor dem Staatsbankrott

      Die Inflationsrate noch höher als die Arbeitslosenquote, die Staatskasse leer: Die wirtschaftliche Lage in der Ukraine ist dramatisch. Die Regierung versucht mit einem absurden Gesetz den Bankrott abzuwenden. Für die EU gibt es gute Gründe der Ukraine zu helfen – und einige nicht so gute.
      Das "Griechenland des Ostens", so bezeichnete die "Welt" kürzlich die Ukraine. Das Land steht kurz vor dem Bankrott, nur Notkredite können es noch am Leben halten. 64 Milliarden Dollar Schulden hat die Ukraine angehäuft, bedienen kann das Land sie nicht, zu schlecht ist die wirtschaftliche Lage. Laut den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds IWF wird die Inflationsrate 2015 wohl auf 47 Prozent schnellen, das Bruttoinlandsprodukt um neun Prozent fallen. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei zehn Prozent, realistischer sind 25 Prozent.
      "Es ist schlimmer als in Griechenland", sagt Stephan Meuser. Er leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew. Meuser erlebt die wirtschaftliche Krise aus erster Hand. Nicht nur sei die heimische Währung Griwna gegenüber dem Dollar völlig eingebrochen. "Selbst einheimische Produkte wie Äpfel sind viel teurer geworden." Im April hat die Regierung die Preise für Strom und Wasser um bis zu 75 Prozent erhöht – auf Druck der Weltbank und des IWF.

      Die Geldgeber erlauben neue Kredite nur unter Bedingungen. So muss Kiew bis nächste Woche mit seinen Gläubigern eine Restrukturierung der Auslandsschulden von rund 30 Milliarden Dollar vereinbaren. Nur dann zahlt der IWF eine dringend benötigte Kredittranche aus. Das Problem: Zu den Gläubigern gehören US-amerikanische Hedgefonds. Die agieren wenig verständnisvoll, was das Finanzministerium in Kiew ziemlich verärgert, wie Stephan Meuser von der Ebert-Stiftung erzählt.
      "Das ist Realitätsverweigerung"

      Als Reaktion hat die Regierung ein interessantes Gesetz verabschiedet: Es erlaubt Schuldenzahlungen an "gewissenlose Gläubiger" einzustellen. Das Gesetz richtet sich nicht nur gegen die US-Hedgefonds, sondern auch gegen Russland, das entsprechend verschnupft reagierte und von einem Schritt in den Staatsbankrott sprach. Letztlich droht die Ukraine durch das Gesetz den Gläubigern offen mit einem einseitigen Schuldenschnitt – was potenzielle Kreditgeber abschrecken dürfte. "Das ist Realitätsverweigerung", meint auch Ukraine-Experte Meuser.
      Die EU hielt sich mit Kommentaren zu dem Gesetz zurück. Dabei hat sie der Ukraine ebenfalls schon Milliarden Euro geliehen – alleine elf Milliarden kommen aus Brüssel, dazu noch bilaterale Kredite, auch aus Berlin. Noch ist nicht abzusehen, ob die Ukraine wirklich ähnlich viel Geld benötigt wie Griechenland. Die Schuldenquote liegt noch bei nur bei 40 Prozent, das kann sich bei der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung allerdings schnell ändern. Auch die Gefahr für die Banken ist schwer einzuschätzen, klar ist nur: Wenn sie ins Trudeln geraten, müssen europäische Banken bangen. Sie halten Anteile im Wert von rund 23 Milliarden Euro in der Ukraine.

      Kein vielversprechender Markt
      Warum die EU trotz der düsteren Aussichten das Risiko eingeht die Ukraine weiter mit Geld zu versorgen hat viele Gründe, meint Stephan Meuser von der Ebert-Stiftung. "Einen Failed State mit 45 Millionen Einwohnern an seiner Grenze möchte Brüssel sicher verhindern." Die ökonomischen Interessen der EU sieht Meuser allerdings nicht mehr als entscheidend an. "Vor zwei Jahren hätte ich gesagt: Der Markt ist riesig, die Investition könnte sich auszahlen."


      Heute ist Meuser skeptisch. "Ich sehe keine Euphorie, die Ukraine mit Waren zu fluten oder hier Fabriken zu eröffnen." Dabei habe das Land gute Voraussetzungen – viel Raum, relativ gut ausgebildete Arbeitskräfte. Im Agrobusiness, in der Windkraft und im IT-Bereich sieht Meuser durchaus Potenzial für ausländische Investitionen. Aber: "Die Ukraine hat nicht die Probleme eines klassischen Entwicklungslandes, sondern hausgemachte Probleme."
      ...

      web.de/magazine/wirtschaft/ukraine-staatsbankrott-30688192

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      Was hat die Ukraine zu bieten? Welche Waren oder Dienstleistungen könnten überhaupt (halbwegs) "konkurrenzfähig" sein gegenüber den östlichen Staaten der EU (Polen z.B.)?
      Programmierer (wie im Artikel steht)? Und ich meine jetzt keine Hacker oder Virenprogrammierer... ;)
      Landwirtschaft..? Da haben wir genug selbst von, oder?
      Technik, Ingenieure..? Früher kamen sehr gute aus der jetzigen Ukraine (damals noch UdSSR) - die Raketen entwickelt haben z.B. ... und jetzt?
      Wie seht ihr das Thema???
    • 2x recht kurz gehalten meine Meinung:

      Ohne eine dauerhafte Lösung des derzeitigen innenpolitischen Konflikts sehe ich grundsätzlich keine besonders gute wirtschaftliche Perspektive.

      Nach Beilegung sieht das anders aus, wobei auf lange Zeit der Staat der größte "Verbraucher" sein wird (was volkswirtschaftlich nicht unbedingt schlecht sein muss, wenn es gleichzeitig Menschen ausreichend Arbeitsplätze bietet, bis Konsum auch durch privatwirtschaftliche Unternehmen in Form von Produkten und Arbeitsplätzen gedeckt werden kann)
    • Was hat die Ukraine zu bieten?

      Tolle Frage.

      Momentan würde ich sagen eher wenig bis gar nicht. Und wenn, dann wohl eher im niedrig qualifizierten Bereich. Was momentan noch absolut brach liegt, ist der Tourismus. Dabei hat die Ukraine gerade diesbezüglich einiges zu bieten, angefangen mit der Schwarzmeerküste über die Karpaten bis hin zu den schon beinahe ursprünglichen Wäldern. Eine weitere Stärke ist nun mal die Forst- und Landwirtschaft. Daraus resultierend könnte man auch eine Veredelung der forst- und landwirtschaftlichen Produkte ins Auge fassen. Stichworte sind da Möbel, Bioenergie, etc.

      Nur, egal was man in der Ukraine anfängt, es hapert stets und immer noch an den gleichen Problemen, wie schlechte Infrastruktur, mangelhafte Rechtssicherheit nebst teilweise unüberschaubarer, widersprüchlicher Gesetzeslage, Korruption, mangelhafte Vertriebsfähigkeiten und nicht zuletzt auch an der finanziellen Substanz. Die Ukrainer, welche über Vermögen verfügen, legen ihre Gelder lieber im sicheren Westen an.
    • Ich finde gerade den Punkt mit der Landwirtschaft interessant. Da gibt es ja hier einige potentielle Märkte, z.B. bei Bio- und arbeitsintensiven Lebensmitteln (mir gegenüber wurde da mal Gewinnung von Sanddornöl genannt). Scheitern tut das vor allem an der mangelnden Langfrisitgkeit von Unternehmungen, was hier aber zwingend nötig wäre, da hier erst einmal mehrere Jahre lang gearbeitet werden muss, bevor überhaupt die ersten Ernten zu erwarten wären. Weiter fehlt auch oft die Kenntnis der notwendigen Normen, die eingehalten werden müssen, um die Sachen dann hier überhaupt bzw. mit Bio-Siegel zu verkaufen.

      Das ist sicher zum Teil ein Versäumnis, aber sicher auch zu einem Teil den Verhältnissen geschuldet, weil kleinere Landwirte kaum so viel Zeit und Geld vorstrecken können.

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    • Danke für eure ANtworten!

      Wir sind gerade aus dem Urlaub zurück... Wir waren in Bulgarien am Sonnenstrand am Schwarzen Meer.
      Die Bevölkerung Bulgariens hat sich nach der Wende - so nennen die die Zeit seit 1991 selbst - um über 2 Millionen auf mittlerweile knapp 7 Mio verringert. Und die Arbeitslosigkeit ist recht hoch in Bulgarien und die Korruption für ein Eu-Land ebenfalls...
      Alles Dinge, die wir aus der Ukraine auch kennen...

      Was haben die Bulgaren zu bieten: Tourismus am Sonnenstrand und Goldstrand am Schwarzen Meer - hier insbesondere Russen, denen das Geld für Griechenland und andere Länder mittlerweile fehlt (Rubelabwertung nach den Sanktionen) oder die nicht mehr auf die Krim fahren wollen (komisch, wo sie die Krim doch "so unbedingt besitzen wollten" *frechlach*)...
      Und das "bulgarische flüssige Gold" - das Rosenöl, das als eines der qualitativ besten und teuersten der Welt gilt. Dieses wird erfolgreich exportiert.

      Zurück zur Ukraine:
      1) Tourismus - hier speziell die Karpaten, das Schwarze Meer oder Asovsche Meer, Lviv (frühere Lemberg)...

      2) Landwirtschaft - die UA galt zu Sovjetzeiten als "die Kornkammer des Reiches"... doch in der EU wird keine weitere Landwirtschaft mehr benötigt, denke ich... Oder was konkret sollte exportiert werden?

      3) Eisen- und Stahlindustrie - zu Sovjetzeiten waren Schiffbau, Raketenbau, Militärindustrie hier beheimatet... doch hier ist heute keine Ware mehr zu exportieren, die woanders nicht billiger und/oder besser zu kriegen wäre...

      4) Computer und Softwareindustrie? Mir wurde schon mehrfach angeboten, da ich in einem Software und Serviceunternehmen tätig bin, für mich zu programmieren... Aber denke ich bei der UA an Software..? Eher nicht... und wenn, dann als Viren-Programmierer! Kaspersky Labs ist auch in Russland das einziger international bekannte Softwareunternehmen... Viele Programme der städtischen Betriebe in Zhitomir, UA, die ich gesehen habe, waren noch in Pascal unter DOS programmiert... *hüstel*

      5) Der "Heiratsmarkt" - so wie dieses deutsche Unternehmen aus Augsburg, dessen Namen ich nicht nennen möchte, und das mit dem Verkauf von Adressen und "Träumen" Geld verdient... Also ich weiß nicht!?!

      6) Falls die UA in de EU käme (man beachte den Konjunktiv) wäre die Arbeitskraft - beispielsweise im Bau oder in der Landwirtschaft bei uns - ein "möglicher Exportschlager". Die Tochter meiner Schwägerin war letztes Jahr beispielsweise in Dänemark zum Blumen pflücken und hat dort mehr verdient in drei Monaten, als ein durchschnittlicher Ukrainer in einem Jahr zuhause in der UA.

      Aber was auch immer: Das schon von euch angespochene Problem der Rechtssicherheit für Investitionen und für den Aufbau von Unternehmen in der UA - und das der Korruption - ist das Hauptthema bei allem!

      Wenn die Ukraine das in den Griff bekäme - wenigstens soweit wie in Bulgarien -, dann wäre eine relatv gute Zukunftsaussicht gegeben... Denke ich.
      Und genau das versucht Putin und die Russen gerade im Osten zu verhindern! Die habe Angst, dass es den Ukrainern vielleicht doch gelingen könnte... Und "ausgerechnet der 'kleine Bruder' sie in den kommenden Jahren/Jahrzehnten überholen könnten"....
      Ich wünschte mir DAS so sehr!!! ;)
    • ChristophVIE wrote:

      4) Computer und Softwareindustrie? Mir wurde schon mehrfach angeboten, da ich in einem Software und Serviceunternehmen tätig bin, für mich zu programmieren... Aber denke ich bei der UA an Software..? Eher nicht... und wenn, dann als Viren-Programmierer! Kaspersky Labs ist auch in Russland das einziger international bekannte Softwareunternehmen... Viele Programme der städtischen Betriebe in Zhitomir, UA, die ich gesehen habe, waren noch in Pascal unter DOS programmiert... *hüstel*
      Ich bin ja in einer ähnlichen Branche beschäftigt wie Du, und ich höre dazu in der letzten Zeit anderes. Vor allem Lviv tut sich zunehmend als ukrainisches "Siicon Valley" hervor, hier gibt es haufenweise Software-Entwickler, die dort - oft für ausländische Auftraggeber - arbeiten. Das Ausbildungsniveau der ukrainischen Entwickler ist im internationalen Vergleich gut. Wir haben hier in Hamburg eine nicht kleine Zahl von Entwicklern, die mit einer Greencard hier hier gekommen sind und arbeiten. Insofern denke ich, dass das ganz gewiss ein Bereich ist, von dem die ukrainische Volkswirtschaft profitieren kann.
    • ChristophVIE wrote:



      Und genau das versucht Putin und die Russen gerade im Osten zu verhindern! Die habe Angst, dass es den Ukrainern vielleicht doch gelingen könnte... Und "ausgerechnet der 'kleine Bruder' sie in den kommenden Jahren/Jahrzehnten überholen könnten"....
      Ich wünschte mir DAS so sehr!!! ;)
      Das versuchen nicht nur Putin und Russen zu verhindern, sondern auch viele ukrainische Oligarchen und solche, die es werden wollen. Nur mit einer korrupten Ukraine kann man weiter solches Geld scheffeln, das man dann natürlich im westlichen Ausland bunkert oder ausgibt. Oder denkt ihr, die wollen für einen westlichen Monatslohn, von dem der normale Ukrainer träumt, jeden Tag auf Arbeit gehen, wenn sie den Betrag im Moment mindestens täglich zur Verfügung haben? Der Feind einer korruptionsärmeren Ukraine sitzt auch im eigenen Land und das macht es so schwierig.
      “Wer ein wirklicher Sucher nach der Wahrheit werden will, muss mindestens einmal im Leben möglichst alles angezweifelt haben.” – René Descartes
    • mbert wrote:

      Ich bin ja in einer ähnlichen Branche beschäftigt wie Du, und ich höre dazu in der letzten Zeit anderes. Vor allem Lviv tut sich zunehmend als ukrainisches "Siicon Valley" hervor, hier gibt es haufenweise Software-Entwickler, die dort - oft für ausländische Auftraggeber - arbeiten. Das Ausbildungsniveau der ukrainischen Entwickler ist im internationalen Vergleich gut. Wir haben hier in Hamburg eine nicht kleine Zahl von Entwicklern, die mit einer Greencard hier hier gekommen sind und arbeiten. Insofern denke ich, dass das ganz gewiss ein Bereich ist, von dem die ukrainische Volkswirtschaft profitieren kann.
      Natürlich wäre auch das ein Bereich, mit welchem die Ukraine Geld verdienen könnte. Problem dabei ist nur, dass es im Bereich Softwareentwicklung keine besonders tiefen Wertschöpfungsketten gibt, wie es in anderen Bereichen üblich ist. Schliesslich langt dazu prinzipiell ein Laptop nebst Satelitenverbindung, um von irgendwo auf der Welt tätig zu werden. Schliesslich lebt auch Silicon Valley primär von den Hardware- und Computerunternehmen.
    • Andreas und Lena wrote:

      Natürlich wäre auch das ein Bereich, mit welchem die Ukraine Geld verdienen könnte. Problem dabei ist nur, dass es im Bereich Softwareentwicklung keine besonders tiefen Wertschöpfungsketten gibt, wie es in anderen Bereichen üblich ist. Schliesslich langt dazu prinzipiell ein Laptop nebst Satelitenverbindung, um von irgendwo auf der Welt tätig zu werden. Schliesslich lebt auch Silicon Valley primär von den Hardware- und Computerunternehmen.
      So weit denke ich aktuell auch nicht. Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang vor allem, dass hier ein Markt ist, in dem Ukrainer arbeiten und gutes Geld verdienen können. Auf lange Sicht meine ich aber auch, dass das im Vergleich doch noch recht hohe Ausbildungsniveau vieler Ukrainer für solche qualifizierten Tätigkeiten durchaus noch zu Märkten führen kann, die sich von den aktuellen etwas unterscheiden. Man wird sehen. Die Hauptsache bleibt dabei, dass die guten Leute nicht weiter sofort das Land verlassen, sobald sie eine Chance sehen.
    • Du hast schon recht, grunsätzlich steht die Ukraine eigentlich relativ gut da. Die Bevölkerung ist gut qualifiziert und motiviert und auch das Land selber bietet einige Möglichkeiten.

      Nur leider hat auch diese Medaille ein 2. Seite. Und auf dieser finden sich mangelnde Rechtssicherheit, und das nicht nur aufgrund Korruption, sondern auch sich teilweise widersprechenden Gesetzen, eine immer noch desaströse Administration und Verwaltung, insbesondere im Bereich der Finanzämter, wo das Personal gerne in die eigene Tasche wirtschaftet, und z. B. die beim Export zurück zu erstattene Mehrwertsteuer einfach einbehält. Weiterhin wären da noch alte Seilschaften zu nennen, welche sich mit Händen, Füssen und manchmal auch Gewehren gegen die Reformen wehren. Etc., etc..

      Natürlich, dass sind alles Punkte, welche man berichtigen und verbessern kann. Nur, ich schätze mal, dass die meisten der damit beauftragten Personen gar nicht wissen, wie sie dieses anstellen sollen. Es fehlt da einfach das notwendige Know-How. Und es macht da einfach nur wenig Sinn, dieses Know-How von woanders her zu importieren. Lösungsmöglichkeiten gibt es schliesslich viele. Das haben schon viele andere Völker bewiesen. Aber auch diese Völker haben anfangs viele Fehler gemacht, bis sie Mittel und Wege fanden, um dass alles schusssicher zu gestalten und auch möglichst viele Teile der eigenen Bevölkerung mitzunehmen. Man wird da auch der Ukraine noch reichlich Lernzeit zubilligen müssen, wohl wissend, dass in dieser Zeit auch ziemlich viel Potential verloren gehen kann. Und da darf man auch schon mal die Geduld verlieren, und schwarz malen. Das ist doch auch irgendwie menschlich, oder?
    • Einigung mit Gläubigern: Die Ukraine bekommt den Schuldenschnitt
      Die Gläubiger der Ukraine schreiben einen Teil ihrer Forderungen ab: Das Land bekommt einen Schuldenerlass von rund 3,2 Milliarden Euro. Das ist auch nötig - die Ukraine stand am Rande einer Staatspleite.Die Ukraine hat nach Angaben der Regierung in Kiew eine Einigung mit den Gläubigern bei der Restrukturierung ihrer Schulden erzielt. Wie das Finanzministerium in Kiew am Donnerstag mitteilte, willigten die Gläubiger unter anderem ein, einen Teil ihrer Forderungen in Höhe von 20 Prozent abzuschreiben, was zu einem Schuldenerlass von insgesamt etwa 3,6 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) führe.
      Die Umstrukturierung der Schulden solle bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Nach Angaben der ukrainischen Finanzministerin Natalia Jareskos stimmt die Vereinbarung mit den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) überein. Der IWF hatte die Gewährung eines 40 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets von einer erfolgreichen Umschuldung abhängig gemacht.
      Das „Wall Street Journal“ hatte schon am Dienstag berichtet, dass sich eine entsprechende Einigung der privaten Gläubiger und der Ukraine anbahne. Die Gruppe der privaten Gläubiger hält fast die Hälfte des Schuldenberges von rund 19 Milliarden Dollar (16,5 Milliarden Euro), um den es in den Verhandlungen ging.
      Zähe Verhandlungen vergangene Woche
      Kiew hatte zunächst einen Verzicht von 40 Prozent gefordert. Vergangene Woche hatten der Fonds Franklin Templeton und drei weitere Institutionen lediglich Erleichterungen von fünf bis zehn Prozent angeboten, und auch das nur zu strikten Bedingungen.
      Mehr zum Thema

      faz.net/aktuell/wirtschaft/wir…ldenschnitt-13771307.html

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      Wenn wir die Russen wirklich ärgern wollen, dann müssen wir der Ukraine finanziell und wirtschaftlich unter die Arme greifen und mittels Umschuldung oder - wie hier - Schuldenschnitt aus der Patsche helfen.
      Wenn gleichzeitig die Sanktionen gegen Russland (noch besser) greifen, der Ölpreis sinkt, der Wert des Rubel in den Keller rast... dann... ;-)))))