Devisenprobleme in Belarus

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    • Devisenprobleme in Belarus

      Guten Abend Zusammen!

      Hab zwar nicht viel Zeit zum Diskutieren, aber kann doch wenigstens ein paar Neuigkeiten schreiben.

      Und zwar ist schon seit einiger Zeit erkennbar, daß Belarus doch zunehmend ein Devisenproblem hat.
      So wurde vor einigen Monaten bereits mittels Dekret beschlossen, daß sich die weißrussischen Banken nur nach einer 30tägigen Reservierungsfrist Devisen von der Nationalbank kaufen können.
      D.h. hatte bereits zur Folge, daß die Banken nicht genügend Devisen mehr vorrätig hatten und deutlich den Verkauf von Devisen eingeschränkt haben.

      Konkret heißt das, daß es z.B. am Geldautomaten keine $ oder € mehr gab/gibt, sondern nur noch weißrussische Rubel.
      Oder die Wechselstuben haben nicht mehr genügend $ oder € Reserven vor Ort.
      D.h. wer kurzfristig Dollar braucht (für Auto oder Hauskauf) bekommt sie entweder gar nicht, oder muß versuchen sie auf dem Schwarzmarkt zu bekommen.
      Natürlich zu deutlich schlechteren Kursen.

      - Einfache Banktransaktionen von einem Konto in Rb zu einem Konto in $/€ wurden eingeschränkt bzw. verboten (Link)
      - Eine der grössten weißrussischen Banken (БПС-Банк) vergibt keine Kredite mehr in Dollar (Link)

      ---

      Jetzt wird zum 1.4. durch ein neues Dekret die 30tägige Reservierungpflicht wieder aufgehoben.
      Doch stattdessen werden die Devisen nur noch zweckgebunden und nach Priorität an die Banken verkauft.
      Soll heißen, Devisen zum Einkauf von Medikamenten oder Erdgas werden priorisiert verkauft.
      Wenn dann nichts mehr übrig bleibt, gibt es halt gar keine Devisen mehr zu haben (für die Banken, und damit für die Bürger bzw. Firmen).

      Desweiteren hat sich der Spritpreis in den letzten Wochen schon zweimal verteuert von z.B. 3240Rb auf 3750Rb für 95er-Super.

      Ich gebs ja ungern zu:
      Aber sollte Romanus am Ende doch Recht behalten? :)


      ---

      Schaut man sich die offiziellen Devisenreserven an (nbrb.by/engl/statistics/ReserveAssets/assets.asp) kann man zwischen dem 1.12.2010 und 1.3.2011 eine deutliche Abnahme um 1,5 Milliarden von 2,8 auf 1,3 Milliarden $ erkennen (Berechnung nach IMF).
      Also mehr als halbiert. 200 Millionen Unzen Gold wurden ebenso verkauft.

      Andererseits hatte Belarus in der Vergangenheit schon deutlich weniger Devisenreserven - allerdings auch deutlich weniger Schulden.
      Derweil bekommt Belarus wohl einen 6 Milliarden $ Kredit von Russland zum Bau des neuen AKWs.
      Und irgendwo meine ich gelesen zu haben, daß sich Belarus um weitere drei Milliarden bei Moskau bemüht (finde aber gerade die Quelle nicht).

      Auch sonst ist es erstaunlich, wie in den - positiv gestalteten - Meldungen von belta über den Devisenmangel berichtet wird:
      - Lukaschenko fordert Betriebe, mehr Devisenmittel heranzuschaffen

      - Beschränkungen für Devisenkauf durch Importeure können aufgehoben werden
      (wenn man den Text dann liest, erfährt man, daß die Beschränkungen überhaupt eingeführt wurden und erst irgendwann "langfristig" aufgehoben werden)

      - Lukaschenko verlangt, Währungsregelung zu verschärften

      - Der Staat will seinen Aktienanteil am MTS für 1 Milliarde verkaufen


      Wird wohl insgesamt ein "interessantes" Jahr 2011.
      Es wird sich zeigen, ob dies dann nur eine kurzfristige Krise ist.
      Denn in der Vergangenheit hat es schon mal diverse Devisenbeschränkungen gegeben.

      Gruß
      Michael
    • Micha,

      genau da liegt der Hase im Pfeffer dies kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen - eine Reihe an Projekten ( MRT / CT ) für einige Kliniken wird seit einiger Zeit nun auf Eis gelegt. Und dabei waren im Vorfeld eine Reihe an Vorarbeiten auf beiden Seiten Notwendig. Mal von den Kosten die daraus zusätzlich entstehen abgesehen. Und viele der Bürgschaften wurde auch gleich eingefroren. Nur verdammt Schade um die Arbeit / Zeit die da von beiden Seiten rein gesteckt wurde. Und für die Jungs in Belarus verteuert sich dann auch noch der gesamte Spass auch noch ! Unnötigerweise. :spiteful:
      Doch dies hatten wir ja vor einer ganzen Weile ja auch im Baltikum - und die haben es wenn auch unter Bitteren Umständen geschafft.
    • Just gestern hat eine Bekannte von uns von weiteren Änderungen berichtet.


      Ab erstem April zieht die Preisschraube insgesamt stark an.
      Grundnahrungsmittel werden damit bereits zum 8. Mal in diesem Jahr teurer (genaue Preise vom 1.1. im Vergleich zu jetzt, hab ich grad nicht bei der Hand, kann mich aber dunkel erinnern, das 'ne Packung Milch je nach Sorte zu Beginn des Jahres noch um die 800Rb kostete und zuletzt schon 1300Rb).
      Die MarschrouteTaxis kosten statt 1100 nun 1380Rb.
      Normaler Bus statt 600 nun 700Rb.
      Kommunale Abgaben werden ebenso erhöht.
      Sprit hatte ich ja schon erwähnt, weswegen sich gestern noch lange Schlangen an den Tankstellen gebildet hatten.

      Kommt einem doch bekannt vor.
      Kaum ist die Wahl vorbei, werden die unliebsamen Entscheidungen ausgepackt.
      Aber... heißt das nicht im Umkehrschluß, daß es also in Belarus doch eine "Wahl" gab?
      Und das man die Preise eben nicht schon vorher erhöhte, um ja nicht die Wahl zu verlieren?
      (kleines aufmüpfiges Gedankenspiel :phat: )

      ---

      Hinzu kommt noch das - in Mogilev - deprimierende Wetter.
      Während es in Brest schon über 15Grad sind, erreicht Mogilev heute gerade mal 5Grad am Tag.
      Und der Schnee ist noch immer nicht ganz weggetaut.
    • :hmm: Mmmmhhh. Das kommt mir doch irgendwoher bekannt vor.
      Ist in Belarus irgendwie zu erfahren wie es zum Devisenengpass gekommen ist?

      So gibt es eine Verschwörungstheorie die auf dem CIA Bericht "ER 77-10147" aufbaut.
      Der trifft zwar nicht in dem Sinne auf Belarus zu, zeigt aber, wie es theoretisch möglich ist, ein Land nur mit Devisen in die Knie zu zwingen.
      Wenn ich mich recht erinnere hat Washington während er Reagon-Ära mit den Saudis einen Barrelpreis von etwa 20 $ veranschlagt.
      Man müßte da mal kucken wie die Öpreisentwicklung zwischen den 50ern und 90ern ist. Rein theoretisch müßte er in den Anfangs 80ern dann dementsprechend nach unten schiessen!
      Das hatte zur Folge, daß die Soviets ihre Fördermengen sehr kurzfristig erhöhen mußten um an die Menge an benötigten Devisen zu kommen.
      Etwa 40% der Deviseneinahmen stammten aus Erdölexpoten! Dazu kam der extrem teure Afghanistankrieg!
      Es kam dann tatsächlich so. Etwa 1986 oder 1987 war der "Peak Oil" erreicht, 1991 brach die UdSSR zusammen!

      Sollte das wirkich ein Plan der USA gewesen sein die UdSSR in die Knie zu zwingen, wäre dieser schlichtweg, rein von der Machart her, exzellent gewesen!
      Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.
    • Minuteman schrieb:

      So gibt es eine Verschwörungstheorie die auf dem CIA Bericht "ER 77-10147" aufbaut.
      Wieso Verschwörungstheorie?
      Das wird wohl schon so gewesen sein.
      Allerdings wird das nicht die alleinige Ursache gewesen sein, sondern nur ein Puzzlestück von einer globalen Strategie.
      Hätten die Amerikaner z.B. keine Stinger-Raketen an die Mudschahidin, bzw. Widerstandskämpfer (bzw. Taliban heißen sie ja jetzt...) geliefert, die aüßerst effektiv gegen die Hubschrauberfestungen Mi-24 waren, wäre der Afghanistankrieg wohl doch zu Gunsten der Russen ausgefallen.

      Zu den Ursachen der Devisenprobleme habe ich im Moment kein konkreten Fakten.
      Wenn man sich allerdings die Statistik der letzten Jahre anschaut, sieht man, daß die Devisenreserven eigenlich immer zwischen dem 4. Quartal des letzten und 1. Quartal des jeweils aktuellen Jahres stark gesunken sind.
      Im Laufe des Jahres haben sie sich dann wieder erholt.

      Kann z.B. damit zusammenhängen, daß immer zu Beginn des Jahres irgendwelche Rechnungen in $ für das vergangene oder jetzt folgende Jahr zu zahlen sind.
      Konkret fällt mir da z.B. Gas aus Russland ein.
      Weiß aber nicht, ob das nun pro Quartal oder monatlich oder jährlich bezahlt wird.
      Wenn meine Rechnung stimmt, sind das aber alleine ca. 4 Milliarden Dollar:
      Der Gasimport aus Russland betrug im Jahre 2010 21600 Millionen Kubik.
      pro 1000 Kubik muß Belarus ca. 200$ zahlen. Macht also 21.600.000 * 200$ = 4.320.000.000 $.
      Stimmt das? Kommt mir wirklich sehr viel vor.

      2010 wiederum wurde ca. 20% mehr Gas als im Vorjahr importiert.

      Ansonsten hat ja Belarus ein Handelsdefizit-Problem, also bekommt es ja nicht mehr Devisen als es ausgibt.
      Da finde ich dann die Aufforderung von Lukaschenko toll, daß sich die Firmen gefälligst um einen besseren Export weißrussischer Waren kümmern sollen. Und nicht ständig ausländische Waren importieren, um sie dann in Weißrussland zu verkaufen.
      Als ob der Markt sich nach den Worten einiger Politiker richten würde.

      Naja, per Dekret hat Lukaschenko ja auch erlassen, daß aller Gelder, auch Devisen, auch Gelder von ausländischen Bürger bei den weißrussischen Banken sicher sind.
      Hach - warum hab ich 2009 bloß nicht meine Ersparnisse bei der Priorbank angelegt. :)
      Dort gab es zeitweise (zur Höhe der Finzanzkrise) bis zu 12% auf Eurokonten. (und 20% + x für weißrussische Rb).
    • Zum besseren Verständnis (nichts für Ungut Romanus!):

      Die OeKB bietet Kreditversicherungen an.
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      Siehe auch hier :
      Deckungsstopp für Belarus
      [...]
      In den letzten Monaten musste Belarus (Weißrussland) einen starken Rückgang seiner Devisenreserven verkraften. Die nun verschärfte Devisenbewirtschaftung war die Folge. Neue Lieferungen an Vertragspartner in Belarus stehen daher nur auf Anfrage bei der OeKB Versicherung unter Deckung.
    • Hallo Zusammen!

      Mal wieder ein kleines Update.
      Meine Familie ist seit Sonntag wieder in Mogilev, während ich als "Gastarbeiter" weiter in Deutschland das Geld ranschaffe :)

      ---

      Nebenbei angemerkt:
      Die Straßenverhältnisse in Berlin sind ja nach dem Winter noch schlimmer als zuletzt in Mogilev...
      (war bis vor dem Osterwochenende schon lang nicht mehr in Berlin)

      ---

      Die Devisenproblematik verschärft sich zunehmends.
      Es gibt im Moment quasi keine normalen (legalen) Möglichkeiten an € oder $ zu kommen, außer auf dem Schwarzmarkt.
      Dort werden bereits Kurse zwischen 7000-10000Rb für einen € verlangt (normaler "offizieller" Kurs ist weiterhin 4500Rb).

      Vielleicht ein wenig zur Erklärung warum das eigentlich in Belarus so schlimm ist.
      Bei Gesprächen mit (deutschen) Freunden & Bekannten wurde die Info über die Devisenprobleme in Belarus zwar registriert - aber mangels Wissen quasi mit "na und?" kommentiert.
      Wenn unsereiner über Devisen spricht meint man ja ausländische Währungen wie z.B. den $.
      Ob ich nun hier in Deutschland $ bekomme oder nicht, spielt in der Regel ja keine Rolle.
      Ich bekomme ja meine €s als Lohn und gehe mit € bei Aldi und Co. einkaufen.
      $ etc. brauche ich ja normalerweise nie.

      In Belarus sieht es da ein wenig anders aus.
      Natürlich bekommt der Weißrusse seinen Lohn in Rb und zahlt seine Lebensmittel etc. auch in Rb.
      Allerdings ist Belarus ja kein Selbstversorger - d.h. viele Waren werden importiert.
      Sei es Reis, Schokolade, Joguhrt, Müsli bis hin zu sämtlichen anderen Waren wie z.B. Gardinen, Staubsauger, Rasenmäher etc. etc..

      Für den Import brauchen die Unternehmen, die ihre Produkte in Belarus verkaufen wollen, dann halt den $ oder €.
      D.h. verschlechtert sich der Umtausch Kurs werden die Importe teurer, und damit letztendlich der Preis, den der weißrussische Käufer zahlen muß.
      Nur kleines Beispiel:
      Die 1l Flasche Sonnenblumenöl kostete vor 4 Wochen noch ca. 5000Rb.
      Jetzt kostet sie 12000Rb!

      Da nun eine weißrussische Fa. keine Devisen auf dem Schwarzmarkt erwerben kann, kann sie in Folge dessen auch nicht mehr importieren.
      D.h. viele Waren verschwinden zunehmend aus dem weißrussischen Markt.

      Desweiteren wird der $ oder € auch als Parallelwährung in Belarus geführt.
      Parallel deswegen, weil der weißrussische Rb ständig durch die hohe Inflation von >10% pro Jahr entwertet wird.
      D.h. z.B. viele Leute, die sich privaten Wohnraum bei anderen Weißrussen gemietet haben, zahlen die Miete in der Regel in $.
      (eine normale 3 Zimmerwohnung in Mogilev kostet z.B. zwischen 150-250$ pro Monat).
      Wo bekommen die Mieter jetzt die Miete in $ her?

      Die Banken haben z.B. auch viele Kredite in $ oder € vergeben. (z.B. für Hausbau/kauf oder Autokauf).
      Die Kreditraten sind natürlich an sich in $ zurückzuzahlen.
      Früher war das ja kein Problem. Die Raten wurden effektiv in Rb bezahlt zum entsprechenden $-Kurs umgerechnet.
      Da die Banken nun aber selber keiner Devisenreserven mehr haben und auch keine von der Nationalbank bekommen, bestehen sie nun auf eine effektive $ (oder €) - Tilgung.
      D.h. der Kreditnehmer muß nun irgendwie versuchen $ aufzutreiben um den Kredit zu bedienen.
      Das verteuert natürlich die effektiven Kreditkosten immens.

      Was für $ und € gilt, gilt auch für den russischen Rb.
      D.h. auch den russischen Rb gibt es im Prinzip nicht mehr zu bekommen, weswegen sich alle Waren aus Russland ebenso stark versteuert haben.

      Insgesamt verschlechtert sich im Moment die wirtschaftliche Lage der Weißrussen und vieler weißrussischer Firmen ganz gravierend.
    • Was aber daran mich noch am meisten beunruhigt, König L macht mit seiner " Pseudo " Planwirtschaft immer weiter - dies verschärft ja zusätzlich die schon mehr als angespannte Situation. Mit Parallel Währungen ist es immer sehr Kritisch - gab ja auch eine Reihe Beispiele in der UA als die Banken in der Krise so richtig am Sender gedreht haben.


      Für den einfachen Menschen in Belarus - der weder auf entsprechende Devisen aus dem Ausland hoffen kann - wird die Situation nun wohl noch aussichtsloser!

      Denn durch die Spekulanten an den Internationalen Börsen ( die den Bereich Food ) für sich erkannt haben um kräftige Gewinne zu fahren werden weitere Belastungen die Treffen die eh schon kaum etwas haben. Das Perverse daran ist aber - ALLE aber auch wirklich alle Regierungen schauen hier untätig zu ohne den Riegel davor zu knallen.
    • krissa60 schrieb:

      Für den einfachen Menschen in Belarus - der weder auf entsprechende Devisen aus dem Ausland hoffen kann - wird die Situation nun wohl noch aussichtsloser!
      In der Tat.
      Zum ersten Mal seit meinen vielen Jahren, die ich mit Weißrussland zu tun habe, spüre ich direkt Angst und Sorge meiner weißrussischen Freunde und Bekannten. Und das, obwohl ich selbst gar nicht vor Ort bin.
      Plötzlich sind massive Existenzängste auch bei denen da, denen es bisher wirtschaftlich eigentlich ganz gut ging.
      Z.b. die typisch "normale" Familie, Vater & Mutter erwerbstätig, Kinder, Auto, Wohnung, 1-2mal im Jahr Urlaub auf der Krim oder gar Türkei...
      Kredit für Wohnung kann im Moment nicht abbezahlt werden... Autoersatzteile haben sich massiv verteuert - wenn jetzt das Auto mal kaputt gehen sollte...

      ---

      Eben auf charter97.org gesehen:
      Die Banken begrenzen das tägliche Limit, mit denen man Geld im Ausland abheben kann auf z.T. nur 5000Rb (=1.1 Euro) !
      Schonmal jemand probiert 1€ aus dem Automaten zu ziehen?? :dash:

      Es gibt ja normale weißrussische VisaElectron-Karten, mit denen man im Ausland Bargeld (also $ oder € oder Rb) abheben kann (könnte).
      Als das beste "Ausland" ist hier Russland anzusehen, denn die Weißrussen brauchen natürlich kein Visa, und es gibt auch keine Zoll/Grenzkontrollen. Also fährt man mal kurz ins benachbarte Russland, um sich am Automaten mit Rb oder gar $/€ einzudecken.
      Dem ist nun auch ein Riegel vorgeschoben...
    • Dazu passt ja gerade diese Meldung :
      Zum 20. April betrug die Inflationsrate in Belarus 8,75%, wobei die prognostizierte Inflation für 2011 im Wert von 7,5% bis 8,5% liegen sollte.
      D.h. nach nur knapp 3,5 Monaten hat die derzeitige Inflationsrate, die für das ganze Jahr prognostizierte Inflation übertroffen!
      Was soll dann zum Jahresende bei rauskommen? 20-30% ?
      Das sind ja dann Verhältnisse wie vor 10 Jahren...
    • Nun, das mit der "Paralellwährung" Euro & $ ist ja in etwa auch in der UA so.
      Trotzdem scheint es hier Belarus mit dem Devisenproblem sehr hart getroffen zu haben.
      Aus der Ukraine hab ich zur Zeit keine Informationen, das es schwierig sei an harte Devisen gleich welcher Art zu kommen.

      Kannst Du, Mogilev, in etwa einschätzen was das Kernproblem, oder zumindest die Ursache für die extrem schwierige Devisenbeschaffung ist?
      Sind etwaige Sanktionen aus Europa mitverantwortlich?
      Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.
    • Minuteman schrieb:

      Sind etwaige Sanktionen aus Europa mitverantwortlich?
      Ja!
      Lukaschenko kann jetzt mit seinem Geldkoffer nicht mehr in die Schweiz fliegen :)

      Nee - natürlich Quark.
      Es gibt es noch keine Wirtschafts-Sanktionen der EU gegen Belarus.
      Wenn dem so wäre, würde Lukaschenko es auch zur Genüge als Ausrede bzw. Grund der Devisenverknappung nennen.

      Den Grund selbst kann ich konkret auch nicht sagen.
      Lt. Lukaschenko sind es:
      - Außenhandelsdefizit
      - Gestiegene Öl- und Gaspreise
      - Auto-Importe (allein 2010 im Wert von 1 Millarde $)


      In meinen Augen sind das aber alles Punkte, die auch schon vorher da waren.

      Wenn ich mir aber die wirtschaftlichen Änderungen der letzten Monate anschaue, so fällt mir da sofort die Zollunion ein.
      Mir ist bloß nicht ganz klar, wie sich das auf die Devisenbilanz auswirkt.
      Aber es war schon auffällig ab Sommer 2010 zum Inkrafttreten der Zollunion, daß plötzlich sehr viel mehr Russen in Mogilev waren,
      die alles mögliche gekauft haben. (Autos, Kleidung, und auch die Geschäfte selbst).
      D.h. viele Dinge, die zuvor über die weißrussische Grenze importiert wurden (wofür dann Devisen benötigt wurden).

      Ich bin aber kein BWLer - ich kann eine Auswirkung auf den Devisenmarkt jetzt nicht belegen oder entsprechend argumentieren.
      Ist mir halt nur aufgefallen.
    • MrMogilev schrieb:

      Den Grund selbst kann ich konkret auch nicht sagen.
      Lt. Lukaschenko sind es:
      - Außenhandelsdefizit
      - Gestiegene Öl- und Gaspreise
      - Auto-Importe (allein 2010 im Wert von 1 Millarde $)


      In meinen Augen sind das aber alles Punkte, die auch schon vorher da waren.

      Wenn ich mir aber die wirtschaftlichen Änderungen der letzten Monate anschaue, so fällt mir da sofort die Zollunion ein.
      Mir ist bloß nicht ganz klar, wie sich das auf die Devisenbilanz auswirkt.

      :hmm: Ich habe mich mit der von Russland beworbenen Zollunion für die Ukraine noch nicht so beschäftigt, in der ja neben Kasachstan auch Belarus involviert ist!
      Jedoch bekomme ich am Rande hauptsächlich kritische Stimmen zu hören, die einen Beitritt zu dieser Zollunion keinesfalls für die UA befürworten! So sagen die Kritiker, das die Zollunion "unterm Strich" nur Vorteile für Russland bringt. Also keinesfalls eine "win-win-Situation". Irgendwann war ja mal ein 3+1 Lösung im Gespräch, die aber nach meinem Wissensstand inzwischen gecancelt ist.
      Nun ist ja Ukraina nicht Belarus, und somit könnte sich das Bild für Belarus ganz anders darstellen.

      Ich glaub ich sollte mich da doch mal einlesen! Grad war ja Putin wieder zu Besuch und hat kräftg die Werbetrommel für diese "Zollunion" gerührt. Das schon alleine sollte stutzig machen.
      Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.
    • Bernhard schrieb:

      Aber wie will König L seine Exporte anschieben, weinn er alle Westlichen Staaten brueskiert, werden die kein Interesse haben, in Belarus Ware zu beziehen. Und Russland wird seinen Einkauf sicher nicht mit Devisen bezahlen.
      Vielen der Westeuropäischen Handelspartner geht König L im Grunde am A.... vorbei. Da wie so oft im Geschäftsleben das Endergebnis zählt.
      Belarus hat schon so einige Interessante Bereiche aus Sicht der Westeuropäischen Partner. Nur mal einige von Zahlreichen anderen Beispielen :
      Denn das Wertvollste was Belarus mit zu bieten hat sind seine Menschen, die im Osteuropäischen Vergleich eine Verdammt gute Ausbildung haben.

      Erdöl Raffinerie und Verarbeitung

      Forschung und Entwicklung

      MINSK, 21. März (BelTA) – Belarussische Forscher haben im Wettbewerb „Bester Innovationsprojekt und beste Entwicklung des Jahres“, der im Rahmen des XVII. Internatioanlen Ausstellung „Hightech. Innovation. Investition“ in Sankt-Petersburg durchgeführt wurde, 17 Gold- und 22 Silbermedaillen gewonnen, meldete der Pressedienst des Staatlichen Komitees für Wissenschaft und Technologie von Belarus der Nachrichtenagentur BelTA mit.

      Belarussische Forschungsinstitute präsentierten auf der Ausstellung 53 Entwicklungen. Großes Interesse der Besucher erweckten Entwicklungen in der Medizin, Industrie, Energie und Energieeinsparung, sowie innovative Materialien und Technologien der verschleißfesten Beschichtung.

      „Die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus sind, zum Beispiel, für Entwicklungen aus neuen feuerfesten und Isolierungsmaterialien und komplexe Technologie zur Produktion von Bimetall-Schneckenräder des Hauptantriebs der Aufzüge aus ESU und anderen Innovationen“, hieß es aus dem Pressedienst.

      Belarussische Forscher präsentierten erfolgreich ihre Erfindungen, haben auch neue Kooperationsverträge mit ausländischen Firmen abgeschlossen.
      MINSK, 1. April (BelTA) – Belarus will den Anteil der Hightech-Produkte an den Exporten in den nächsten fünf Jahren versechsfachen. Dies teilte der Wirtschaftsminister von Belarus Nikolai Snopkow gestern den Journalisten mit.

      „Bis zu 2015 sind 12 bis 13 Milliarden zu erzielen“, sagte der Minister. „Wir glauben, es ist der sichere Weg zum Ausgleich des Defizits im Außenhandel.“ Snopkow zufolge werde bei jedem Investitionsprojekt sein Nutzeffekt in erster Linie betrachtet.

      Snopkow betonte, dass die Reduktion der Importkomponente eine der wichtigsten Aufgaben der Realwirtschaft sei. Die Betriebe sollten ihm zufolge die festgelegten Werte der Importintensität einhalten, mehr exportieren, darauf sei das Staatsprogramm der sozial-ökonomischen Entwicklung in den Jahren 2011-2015 gerichtet, so er.

      Im vergangenen Jahr ergab ein Dollar, der für die Umrüstung der Produktion und Modernisierung der Betriebe ausgegeben worden war, Produkte im Wert von 1,9 Dollar. „Es ist ein guter Trend. 2011 soll er gesichert werden“, so der Minister. Dafür gebe es alle Möglichkeiten.Die Ausstellung und Kongress „Hightech. Innovation. Investition“ in Sankt-Petersburg zählt zu den bedeutenden Foren in Russland im Bereich Hightech, Innovationen und Investitionen in die Forschung und Entwicklung.



      Quelle : news.belta.by/de


      Behindert - wird der im Grunde gute Prozess wieder einmal ja nur durch den ollen Diktatur König L. und seiner vergleichbar " Zentralistischen Plan Wirtschaft " wohin das am Ende führt wissen wir ja alle selber.



    • Ein kurzer "Vorort"-Bericht, wie es konkret vor einer weißrussischen Wechselstube in Mogilev ausschaut:

      Bei einer Wechselstube in einem großen Kaufhauszentrum (Univermag).
      Es stehen in einer ca. 15-20m langen Schlange vorrangig Frauen an.
      Sie stehen jedoch nicht an, um akut Geld zu tauschen, sondern um sich auf einer Liste eintragen zu lassen.
      In dieser Liste wird der Name, Reisepassnummer und die gewünschten $-Beträge vermerkt.

      Diese Liste wird dann nach und nach abgearbeitet.
      Soll heißen, es kann nur jemand $ bekommen, wenn überhaupt jemand zuvor $ in Rb tauscht.
      Erst dann kann die Wechselstube die $ weitergeben.

      Kommt nun jemand mit $ an, werden die Dollar entgegen genommen, und anschließend der Reihenfolge auf der Liste entsprechend der nächste vorkommende Name aufgerufen.
      Man sollte dann natürlich "anwesend" sein, wenn sein Name aufgerufen wird.
      Ansonsten verfällt die Position auf der Liste, und man darf von vorne (bzw. hinten) wieder anfangen.

      Bis man so real dann evtl. Dollar bekommt, können schon ein paar Tage vergehen...

      ---

      Vor dieser Währungskrise standen vor den Wechselstuben zumeist mehrere "zwielichtige Gestalten", wo man zu etwas besseren Kursen alles in alles tauschen konnte. Allerdings auch mit hohem Risiko Falschgeld zu bekommen...
      Diese stehen nun nicht mehr dort, da die Polizei sehr viel häufiger vor den Wechselstuben patrouilliert.
      Die Strafen für illegale Währungsgeschäfte wurden ebenso drastisch erhöht.

      Beim erstenmal muß man bis zu 100x den Einheitssatz (ca. 28.000Rb glaub ich im Moment) also 2.8MioRb = 700€ zahlen.
      Beim zweiten Mal erwischt werden, drohen bereits Gefängnisstrafen.
    • Beim erstenmal muß man bis zu 100x den Einheitssatz (ca. 28.000Rb glaub ich im Moment) also 2.8MioRb = 700€ zahlen.

      der einheitssatz beträgt momentan 35.000 rb.
      haben letzte woche für die kinder neue geburtsurkunden bestellt, die werden genau so wie apostille u.ä. mit dem einheitsatz berechnet.
      aber 700.000 rb mehr oder weniger ist bestimmt nicht das problem.
      ich war letzte woche mehrmals im univermag, aber die wechselbude hatte immer geschlossen, und es standen auch keine leute rum.
      übrigens sonnenblumenöl kostet 7500 - 9000 rb, aber dafür habe ich im belmarket buchweizen für 22500 rb gesehen. ich glaube die importieren das aus der apotheke in deutschland.
      ich denke es wird noch spannend wenn die leute in urlaub fahren wollen. türkei, ägypten u.ä. mit all inklusive ist ja nicht weiter schlimm, die kommen dann eben mit gepflegter barbräune nach hause.und für den rest dürften in der regel 50$ am tag reichen. aber die mehrheit fährt, wenn sie denn fährt in die ukraine und nach russland und da sieht es mit 50$ am tag schon schlecht aus. da ist es ja nicht nur das bier oder eis am strand, sondern auch noch unterkunft und verpflegung.
      nu wir werden sehen.

      ps: ich lebe seit 6 jahren in mogilev, fast nonstop