Ukraine erneut zwischen Europäischer Union und Russland?

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    • Ukraine erneut zwischen Europäischer Union und Russland?

      Ukraine erneut zwischen Europäischer Union und Russland? Die Ukraine wird erneut intensiv mit zwei konkurrierenden Integrationsangeboten seitens der Europäischen Union und Russlands konfrontiert und muss sich wie auch früher für eine Richtung der künftigen Integration entscheiden. Diesmal geht es um wirtschaftliche Aspekte der Integration, doch in diesem geopolitischen Kampf geht es um viel mehr als nur um Wirtschaft. Das wird sicher eine schwere Entscheidung, wo ist mehr zu erwarten. Herkunft: ukraine-nachrichten.de/
    • Karasek schrieb:

      Wie der Artikel schon beschreibt, gibt es für die Ukraine eigentlich gar keine Wahl. Die Zollunion mit Russland käme einer Selbstaufgabe gleich.

      Karasek


      A. Verstehe ich nicht warum es für die Ukraine kein Wahl gibt und B. Warum muss sich die Ukraine überhaupt zu irgendetwas entscheiden?

      Zu "A" würde ich dich kurz bitten anzuführen warum Du meinst das eine Zollunion mit Russland einer Selbstaufgabe gleichkäme. Das würde mich wirklich interessieren insbesondere wenn man sieht wie nah Russland der Ukraine nach 5 Jahren orangener Politik immer noch ist. Vielleicht legst du auch gleich mit dar wieviel die grosse Europäische Union schon für die Ukraine getan hat. Ich meine ausser den ständigen Versprechungen und Hinhaltetaktiken,

      Zu "B". Nun wenn es denn wirklich der Fall wäre das Russland und EU um die Ukraine ringen würden, dann würde ich mich als Ukraine ganz bequem auf meinen Thron zwischen den beiden setzen und meine Position ausspielen.

      ABER.......leider ist dem nicht und bevor sich die Ukraine noch länger vom Kasperle Theater in Brüssel hinhalten lässt wird sie wohl eher der Zollunion mit RF beitreten. Und warum nicht? Ich denke die EU hat momentan weitaus grössere Sorgen. Dessen wird man sich in Kiew auch bewusst sein.
    • Bernhard schrieb:

      Sicher wird die Zollunion mit Russland, nur Russland Vorteile bringen, und der Ukraine Nachteile. Wenn man bedenkt, das Russland der Ukraine eiskalt den Gashahn zugedreht hat, weis man doch bescheid.
      Das lag aber eher an den Bonzen ( Kiew ) die die Gelder veruntreut hatten. Und ewig warten die Russen ja dann doch nicht auf ihre Kohle, dies ist ja all zu verständlich. Und um an die Kohle zu gelangen wurde mal der Hahn zugedreht. Ist im übrigen hier ja auch nicht anders, zahlst Du deinen Stadtwerken nicht die Vertraglichen Gebühren wird auch " Eiskalt " abgedreht. Egal nun ob es draussen Bitterkalt ist. Marktwirtschaft.
    • Bernhard schrieb:

      das Russland der Ukraine eiskalt den Gashahn zugedreht hat, weis man doch bescheid.


      "Am 13. Dezember 2005 machte Gazprom klar, dass die Erdgaslieferungen in die Ukraine am Neujahrstag eingestellt würden, sollte in der Frage der neuen Preise nicht bald eine Einigung erzielt werden. Am 14. Dezember 2005 gab Gazprom bekannt, dass sie einen Preis von 220 Dollar bis 230 Dollar für 1000 Kubikmeter verlangen würde. Die Ukraine stellte fest, dass ein solcher Schritt gegen die Verträge verstoßen würde und schlug eine internationale Vermittlung vor. Am 19. Dezember 2005 reiste der ukrainische Premierminister Jurij Jechanurow nach Moskau, konnte aber keine Einigung erzielen. Einen Tag darauf sagte Jechanurow, die Ukraine könne in Zukunft auch ohne russisches Gas auskommen und forderte die Entwicklung von energieeffizienten Technologien.[9]
      Wladimir Putin bei der Konferenz um den Gas-Streit am 29. Dezember 2005 mit Ministern und Industriellen

      Am 26. Dezember 2005 stellte Jechanurow in einem Fernsehinterview fest, die Ukraine besitze laut Vertrag das Recht, 15 Prozent des russischen Gases, das nach Westeuropa gepumpt wird, zurückzubehalten.[10] Am 29. Dezember bot Wladimir Putin der Ukraine ein Darlehen von 3,6 Milliarden Dollar an, um die Kosten für den Übergang zu Weltmarktpreisen zu decken, doch Wiktor Juschtschenko lehnte dieses Angebot ab.[11] Am 31. Dezember bot der russische Präsident an, die Preiserhöhung bis April 2006 auszusetzen, doch auch dies lehnte die Ukraine ab."

      "Dies erklärte Russland damit, dass die Ukraine weiterhin Erdgas für den Eigenbedarf abzweige und europäisches Erdgas im Wert von 25 Millionen Dollar gestohlen habe.
      Zum Beweis wurde eine Expertengruppe aus der Schweiz engagiert, die die Gasmengen an der russisch-ukrainischen und der ukrainisch-slowakischen Grenze messen sollte. Obwohl ein deutlicher Mengenunterschied fixiert wurde, weigerten sich die offiziellen ukrainischen Beobachter ihre Unterschrift unter das Protokoll zu setzen"

      "Im Laufe des Winters kam es zu Lieferausfällen aus Zentralasien, insbesondere Turkmenistan, dem Hauptversorger der Ukraine. Infolge dessen half Gazprom der Ukraine spontan mit seinem eigenen Gas aus. Die Ukraine weigerte sich jedoch, den teureren Gazprom-Preis zu bezahlen und bestand weiterhin auf dem vorher vereinbarten Preis. Auf diese Weise häufte sich aus der Sicht von Gazprom eine Differenzsumme an, die als Schuld der Ukraine angesehen wurde."

      Bernhard, bei Gaslieferungen handelt es sich um ein Geschäft zwischen zwei Staaten. Wie du siehst nicht ganz so einfach und warum sollte Russland der Ukraine etwas schenken? Die Ukraine wollte unabhängig sein. Dann soll sie bitte auch mit den Konsequenzen leben und selbstständig Lösungen. Auch in der EU wird man ihr keine Geschenke machen.

      Den Gasstreit, den es unter den blauen soweit ich weiss im letzten Winter nicht gab, zum Thema zu machen und daraus zu schliessen welche Richtung man einschlagen sollte ist wirklich bedenklich.
    • Rene schrieb:

      doch auch dies lehnte die Ukraine ab."


      Rene, Du gibst hier die russische Sicht der Dinge wieder. Das ist soweit legitim, nur wird das Bild erst dann vollständig, wenn beide Seiten auf dem Tisch sind.
      Ohne hier näheres zu wissen, möchte ich doch mal zwei Fragen in den Raum werfen:
      1. Wie genau waren denn die Verträge zwischen beiden Ländern? Gab es überhaupt für alles Verträge?
      2. Aus welchem Grund beschloss denn Russland ausgerechnet 2005, die Gaspreise gegenüber der Ukraine ans "Weltmarktniveau" anzupassen?

      Ich bin ziemlich sicher, dass hier hinter den Kulissen einiges abging, von dem wir nichts wissen. Letztendlich läuft es trotz aller Details darauf hinaus, dass Russland durch eine gezielte Preiserhöhung versuchte, den ungeliebten neuen Präsidenten möglichst schnell und möglichst effektiv zu schwächen. Dann auf die Verträge zu pochen und die Ukraine als den "bösen" darzustellen, ist billig.

      Für mich zeigt das nur, dass die Ukraine gut daran tut, möglichst nur noch Geschäfte mit Ländern zu machen, die nicht mit derartigen Erpressungsversuchen die Nachbarn bei der Stange halten.
    • mbert, ja Verträge zwischen beiden Ländern soll es gegeben haben. Ich verlinke hier einfach mal zu dem Wikibeitrag.

      Gasstreit

      Ich möchte auch nicht ausschliessen das der neue Präsident, der Russland sicher nicht gefiel, etwas mit den Preiserhöhungen zu tun hatte aber so ist das nun mal in der Marktwirtschaft / Demokratie. Die Ukraine hatte das Recht einen pro-westlichen Präsidenten ins Amt zu rufen (und gerufen haben sie nun wirklich). Im Gegenzug hatte das Russland das Recht die Preise zu erhöhen. Dieses Recht kann man ihnen nicht absprechen zumal sich insbesondere Jutschenko ja immer für eine pro-westliche Ukraine und somit auch für die Marktwirtschaft ausgesprochen hat.

      Man kann eben nicht das eine wollen und die darausfolgenden Konsequenzen ablehnen. Wenn ich in der Marktwirtschaft mitspielen möchte dann muss ich auch bereit sein die hässliche Fratze eben jener Marktwirtschaft zu akzeptieren.

      Und ja ich schildere so manches gerne aus Sicht der Russen denn gerade was die orangenen und den Gasstreit angeht hat es immer wieder gezeigt das sie doch zwei Gesichter hatten. Auf der einen Seite dreht man Russland und der alten Zeit den Rücken zu aber die alten Verträge und Preise die hätte man dann doch schon gerne behalten. So funktioniert das leider nicht. Auch nicht in der EU.
    • Rene schrieb:


      Auf der einen Seite dreht man Russland und der alten Zeit den Rücken zu aber die alten Verträge und Preise die hätte man dann doch schon gerne behalten. So funktioniert das leider nicht. Auch nicht in der EU.


      I beg to differ :)

      Die Ukraine hat Russland 2005 nicht den Rücken zugekehrt. Die Aggression ging von Russland aus, das von vorn herein behauptete, die Ukraine sei gegen Russland. Juschchenko hat von Anfang an immer wieder betont, man wolle freundschaftlich/nachbarliche Beziehungen zu Russland. Russland ist darauf nie eingegangen, hat hinter vorgehaltener Hand dann noch gern geschmollt, "freundschaftlich" sei ja zu wenig, es müsse "brüderlich" sein (wobei ja klar war, wer der große Bruder zu sein hatte).

      Es ist für Russland viel zu nützlich, von lauter Ländern umgeben zu sein, die von Russland abhängen und als Partner nicht auf Augenhöhe sind. Der Versuch der Ukraine, aus diesem Paradigma auszubrechen, musste um jeden Preis zum Scheitern gebracht werden.

      Mission accomplished :russian:
    • mbert, ich denke wir müssen uns nichts vormachen. Die orangenen waren mehr westlich orientiert als das sie mit Russland überhaupt etwas zu tun haben wollten.

      Wenn sie also kein brüderliches Verhältnis zu Russland haben wollten sondern nur ein "freundschaftliches" warum sollte Russland dann brüderliche Gaspreise anbieten?

      Das hat nichts mit Missionen oder ähnlichem zu tun. Es ist lediglich das Ergebnis der Haltung der damaligen ukrainischen Regierung. Ganz ehrlich, warum sollte Russland etwas verschenken?
    • Rene schrieb:

      mbert, ich denke wir müssen uns nichts vormachen. Die orangenen waren mehr westlich orientiert als das sie mit Russland überhaupt etwas zu tun haben wollten.


      Das sehe ich anders. Zwar haben viele Wähler darauf gehofft, möglichst schnell in der EU zu sein, aber die Regierung hatte nicht vor, Russland "links liegenzulassen". Der Hauptunterschied liegt aber in einem - man wollte sich nicht mehr von Russland vorschreiben lassen, mit wem man befreundet sein durfte.

      Russland hat nie offengelegt, unter welchen Bedingungen es "nett" zu anderen sein will. Und überhaupt, was ist eigentlich dieses "nett"? Billige Gaspreise im Gegenzug zu politischer Folgsamkeit? Zugegeben, andere Großmächte dürften auch ihre Methoden haben, Druck auszuüben, aber etwas subtiler als das hier darf es auch gern sein...
    • mbert schrieb:


      Und überhaupt, was ist eigentlich dieses "nett"? Billige Gaspreise im Gegenzug zu politischer Folgsamkeit?


      Eigentlich nicht, nein! Nur warum sollte Russland nun noch weitherhin zu "Spottpreisen" liefern? Darauf wird wohl niemand antworten können da es keinen guten und wirtschaftlichen Grund gibt.

      Ein Tischler oder Maurer hilft seinen Freunden und der Familie auch aus ohne dafür die eigentlichen Tarife zu nehmen. Bei fremden wird er das kaum machen und das sich die Ukraine, unter den organenen, Russland entfremdet hat ist wohl nicht zu bestreiten.

      Ich würde es definitiv nicht als politische Folgsamkeit betiteln wollen. Sicherlich hat Russland Interesse an einem grösseren Machtbereich nur hat das die EU nicht? Was für Gründe kann es denn geben die Ukraine in die EU aufzunehmen? Eine unverzichtbare Wirtschaftsnation ist die heutige Ukraine ja wohl nicht. Also welchen anderen Grund gibt es? Geographische Gründe, nichts weiter. Den Machtbereich in Richtung RF ausweitern.

      Ganz egal wie die Ukraine sich entscheidet, insofern sie sich entscheidet, die Ukraine ist und bleibt ein Spielball der beiden in Ost und West. Entscheidet sie sich für keine der beiden Seiten kann sie ihre Schlüsselposition für sich nutzen. Darauf hoffe ich.
    • Bernhard schrieb:

      Russland ist doch auch nur auf die Krim scharf.


      Was ist das denn für eine Argumentation Bernhard.

      Aber gut, nehmen wir die Krim. Insbesondere Sewastopol. Was meinst Du wer dort einer der grössten Arbeitgeber ist und wer den lokalen Händlern mitunter die meiste Kaufkraft bietet?
      Was ist der grösste Industriezweig und wo kommen die meisten Touristen her?
    • Du arme Sau ! Ich war der Meinung Du befindest Dich in der Schweiz und nicht im " Schwäble Land " ...aber auch ein jeder Arbeitsreicher Tag hat einmal ein Ende :vain: :beer: na da werde ich mal auf die Werktägigen in der Schweiz einen mit vernaschen.......