Finanzielles Risiko bei Fahrten nach Belarus

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    • Finanzielles Risiko bei Fahrten nach Belarus

      Während meine Frau mit meinem Alfa in Belarus herumfährt, habe ich mir inzwischen in Deutschland ein größeres Vehikel für die zukünftigen Fahrten Deutschland-> Belarus und zurück zugelegt.
      Einen Chrysler Grand Voyager, der den jetzigen Ford Escort ablösen soll.
      In diesem Zusammenhang, habe ich mich dann mal etwas schlauer gemacht, welche Vorteile Schutzbriefe etc. vom ADAC bzw. den KFZ-Versicherungen bringen.
      Gerade auch in Bezug auf Auslandsfahrten.
      Ich selbst bin bereits ADAC-Plus-Mitglied, und war mir nicht sicher, ob ich damit hinreichend gut "geschützt" bin, und hab das ganze Kleingedruckte nochmal intensiv durchgelesen.
      Dabei tauchte ein Begriff auf: "Erstattung von Verzollungskosten".

      Und dann sah ich ein Problem, an welches ich bis dato nicht richtig gedacht hatte, und was auch für andere Reisende zum Problem werden könnte:

      Angenommen man fährt mit seinem deutschem Auto zu Besuch nach Belarus.
      Während des Aufenthaltes hat man einen irreparablen Schaden oder Unfall/Totalschaden am Auto.
      Dann kann der Wagen nicht einfach in Belarus verbleiben.
      Denn aus weißrussischer Sicht muß der Wagen vor der Verschrottung vor Ort erst offiziell eingeführt und verzollt werden.
      Das Verzollen bei Totalschaden etc. an sich ist nun nicht unbedingt ungewöhnlich, gibt es auch in anderen Ländern.

      Allerdings haben sich seit dem 1.7. die Zollgebühren drastisch erhöht.
      Würde ich mit dem FordEscort in Belarus irreparabel liegenbleiben, fallen ca. 7000€ (4,8€ pro ccm) Zoll an.
      Das ist schon ein Haufen Kohle.

      Und jetzt spielt das Kleingedruckte eine Rolle.
      Im Schutzbrief der Cosmosdirekt steht zum Beispiel "Erstattung von Verzollungskosten" drin, "[...] aber nicht die eigentlichen Zollgebühren".
      Damit meinen sie z.B. Kosten für den Versand des Fahrzeugbriefes oder andere Nebenkosten, um eine Verzollung durchführen zu können.
      Auf den 7000,- € bliebe man aber sitzen.

      Beim ADAC steht im Kleingedruckten "Verzollungskosten" - auf deren Webseite "Zollgebühren".
      Ich glaube hier sollte ich mir mal eine schriftliche Bestätigung geben lassen, was jetzt konkret abgesichert ist.

      Alternativ kann man natürlich seinen Fahrzeugschrott auf eigene Kosten außer (Belarus-) Landes bringen.
      Letzteres macht nämlich der ADAC (auch mit PLUS) nicht einfach so.
      Wenn Fahrzeugwert < Rückholkosten dann erstattet der ADAC nur die TransportKosten zum nächsten Verschrotter/Verwerter.
      (-> siehe etliche Forenbeiträge, wo über diese Praxis gesprochen wird, obwohl es vom ADAC ganz anders verkauft wird "Wir bringen Ihr Auto zurück nach Hause" - aber wer liest schon das Kleingedruckte...)

      Natürlich kann man im Zweifelsfall den Wagen einfach in Belarus "liegen" lassen und mit dem Flieger zurückkommen.
      Das Auto darf ja max. 3 Monate in Belarus verbleiben.
      Hab ich auch schon gemacht: Einreise mit Auto, und zwischendurch mal kurz nach Deutschland und wieder zurück geflogen.

      Nach Ablauf der 3 Monate werden aber bestimmt gewisse Behörden-Räder sich beginnen zu drehen.
      (Das max. Aufenthaltsdatum mit Auto wird bei der Einreise auf den Einreisepapieren vermerkt)
      Ich kann mir dann kaum vorstellen, daß man bei der nächsten Einreise nach Belarus keine Probleme bekommt...
    • Nun verspricht der ADAC sehr viel, ich habe mal den Schutzbrief gehabt, und bin mit meinem Auto liegengeblieben, die Reparatur war am gleichen Tag nicht möglich. Also in München angerufen, und 1 Stunde diskutiert, bis es klar war, das mein Auto nach Hause gebracht wurde, da habe ich den am WE selbst repariert. Also von denen was zu bekommen, ist nicht immer einfach.
    • MrMogilev schrieb:

      Beim ADAC steht im Kleingedruckten "Verzollungskosten" - auf deren Webseite "Zollgebühren".
      Ich glaube hier sollte ich mir mal eine schriftliche Bestätigung geben lassen, was jetzt konkret abgesichert ist.

      Ich glaub ich hab schon mal was von einem Carnet de passage geschrieben. Belarus glaub ich ist wie die UA ja nicht Carnetpflichtig, allerdings kann man ja trotzdem eines beantragen.
      Inwieweit mit dem Carnet dann die Kosten für eine Verschrottung abgedeckt sind, kann ich jetzt allerdings nicht sagen.
      Allerdings hinterlegst ja im Vorfeld schon mal eine Kaution, und der Einfuhrzoll entfällt meines Wissens bei einem Totalschaden durch ein Carnet ebenfalls! Ist ja eigentlich der Sinn und Zweck des Dokumentes.
      Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.
    • Minuteman schrieb:

      entfällt meines Wissens bei einem Totalschaden durch ein Carnet ebenfalls! Ist ja eigentlich der Sinn und Zweck des Dokumentes.
      :)
      Lt. ADAC :
      Das Carnet de Passages (CdP) ist eine Zollsicherheit und garantiert dem Land, in das Sie einreisen, dass das Fahrzeug spätestens bei Ablauf des zollfreien Aufenthaltes wieder ausgeführt wird. Sollte die Wiederausfuhr aus bestimmten Gründen (Totalschaden, Diebstahl, etc.) nicht möglich sein, wird die Zollbehörde des Einreiselandes den Einfuhrzoll und die Einfuhrumsatzsteuer fordern.
      Lt Wiki:
      Das Carnet de Passage wird von zugelassenen Stellen gegen Hinterlegung einer Bürgschaft oder Kaution ausgestellt, aus der Zollforderungen bei nicht erfolgter Wiederausfuhr bedient werden.

      Das Carnet schützt Dich nur vor Zollgebühren etc. bei temporärer Einreise bzw. Transit.
      Aber wenn das Auto wg. Totalschaden dableiben muß, gelten die normalen Zollvorschriften.
      (Oder die Bürgschaft des Carnes ist weg.)
    • Ich bin auch ADAC Plus Mitglied,

      aufgrund der letzten Beiträge habe ich per E-Mail nachgefragt. Heute habe ich folgende E-Mail bekommen.

      (Auszug aus der E-Mail vom ADAC)
      Gemäß § 33 der Bedingungen für ADAC PlusMitglieder übernehmen wir europaweit die
      Erledigung und die Kosten der Verzollung und Verschrottung, wenn das geschützte
      Fahrzeug aufgrund eines Totalschadens nach Panne, Unfall oder Entwendung nicht
      aus dem Ausland zurückgebracht werden kann.

      Im Rahmen der Verzollungskosten vergüten wir Einfuhrabgaben,
      die nach den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes erhoben werden.
      Hierzu gehören Zoll, Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchssteuer.




      Damit dürfte sich die Sache für ADAC Plus Mitglieder erledigt haben.

      Habe schon einen Schreck bekommen. Für mein Auto das schon 15 Jahre alt ist, müsste ich ca. 5600 Euro an Zoll bezahlen obwohl das Auto vielleicht einen Verkaufwert von 1000 Euro hat. Wäre schon heftig.


    • Wie so oft wird egal von wem vieles Versprochen aber sollte es richtig knallen, dann ist die Ernüchterung groß !!! ADAC Plus Mitgliedschaft schön und gut, bin da auch drin.
      Nur wie so oft versteckt sich der Teufel IMMER im Detail oder dem Kleingedruckten !!! In dem Fall zählen beim ADAC viele Osteuropäische Länder nicht mehr zu Europa sondern werden Weltweit eingestuft. Da sieht es dann aber erheblich anders aus mit dem Leistungsangebot !!!!!

      adac.de/mitgliedschaft/leistungen/default.aspx

      » Reise-SpecialSo muss die Polizei in osteuropäischen Staaten immer eingeschaltet werden, sonst gibt es Ärger bei der Ausreise – ein stark beschädigtes Auto darf ohne eine polizeiliche Bescheinigung manche Länder nicht verlassen. Dagegen kommt in Italien, den Niederlanden und Spanien die Polizei nur, wenn Personen verletzt wurden. Bei einem Totalschaden müssen sich Fahrzeugbesitzer mit dem Zoll auseinandersetzen und auch Zoll-Gebühren zahlen. Ausnahme Spanien: Wird das Schrottauto kostenlos dem spanischen Staat überlassen, sparen sich die Besitzer die Steuern.
      Alle Daten notierenOhne Ordnungshüter am Unfallort gilt es, alle erforderlichen Daten der Unfallgegner zu notieren. Dazu gehören Namen und Anschrift des Halters und des Fahrers, amtliches Kennzeichen, den Namen der Versicherung und die Versicherungsnummer. Eine genaue Beschreibung des Unfallortes und Hergang erleichtert ebenfalls hinterher die Abwicklung.Der Europäische Unfallbericht hilft in vielen Sprachen bei der Beschreibung. Wichtig ist hierbei die Unterschrift der Gegner. Schriftstücke, die man selber nicht versteht, sollten aber auf gar keinen Fall unterschrieben werden. Mit zusätzlichen Fotos oder Skizzen der Fahrzeuge und des Ortes, sowie Namen und Anschrift eventueller Zeugen, lässt sich der Unfallhergang auch Wochen später leichter nachzuvollziehen.Der Versicherung meldenNach dem Unfall ist es gut, die Gesellschaft zu informieren, die im jeweiligen Land Regulierungshilfe leistet. Adressen und Telefonnummern gibt es auf avd.de unter „Hilfe im Schadenfall“. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät Autofahrern, die Schadensabwicklung aber auf jeden Fall von zu Hause aus einzuleiten .Für jedes Land gibt es in Deutschland einen Beauftragten für die Schadensregulierung.Ersatzansprüche gegen den Verursacher oder gegen die Versicherung müssen dagegen selbst geltend gemacht werden. Die Regulierung im Ausland dauert allerdings meist lange und es gilt immer das jeweilige Landesrecht, das sich vom deutschen stark unterscheiden kann. Ist die Schadensumme hoch, sollte deswegen ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Teuer wird es dann, wenn keine Rechtsschutzversicherung besteht – dann müssen diese Kosten selbst getragen werden.Grüne Karte mitführenRatsam ist es in jedem Fall, die Grüne Versicherungskarte mitzuführen. Diese ist innerhalb der Europäischen Union zwar keine Pflicht mehr, hilft aber bei einer eventuellen Schadenregulierung. Außerhalb der EU ist die Grüne Karte weiter vorgeschrieben unter anderem in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Tunesien, der Türkei und der Ukraine. (SP-X)