• Марш "свободівців" вулицями Києва

    Na, dann kann man zum 70. Jahrestag zur Gründung der UPA gratulieren: Слава Україні! Слава УПА! Слава героям!
    (Gut, man könnte jetzt anmerken das die UPA schon früher, von jemand anderem gegründet wurde, aber wir wollen heute mal nicht so kleinlich sein :) )

    Sowie es aussieht waren es tatsächlich um einige Menschen mehr als letztes Jahr. Sicherlich nicht wie von der Pressestelle "Svoboda" behauptet 30.000, aber doch gut über 10.000 Menschen. Im Vorfeld hat man Gerüchte gehört Reisegesellschaften und Firmen wurden von der Militz und "Partei der Regionen-Vertretern" unter Druck gesetzt um die Anreise nach Kiew einzuschränken oder zu unterbinden, bestätigt ist aber nichts.

    Ärgerlich ist allerdings das sich immer wieder ein paar bescheuerte Fußballfans daruntermischen, Rauchbomben werfen und auch noch Fahnen der "Blauen" und Kommunisen abfackeln.
    1. Fußball ist Fußball und gehört ins Stadion
    2. Fahnen verbrennen ist blöd und zeugt von Respektlosigkeit

    Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.

  • Naja, mir gefällt bei der ganzen Sache nicht, dass eine faschistische Organisation (Svoboda) dieses delikate Stück der ukrainischen Geschichte praktisch exklusiv für sich in Anspruch nimmt und instrumentalisiert.
    Ich finde in diesem Zusammenhang den Artikel von Andreas Umland aus UN sehr interessant. Da heißt es u.a. zur UPA:

    Quote

    Der ukrainische Ethnozentrismus war damals sowohl rechtsextrem als auch befreiungsnationalistisch und daher als Nationalbewegung ambivalent. Der militärische Arm der OUN, die Ukrainische Aufstandsarmee UPA, etwa kämpfte nicht nur gegen die Rote Armee, sondern vereinzelt auch gegen SS und Wehrmacht. Fraglos machten sich tausende Mitglieder der OUN/UPA 1941-1944 an Kriegsverbrechen gegen Polen, Juden, andersdenkende Ukrainer, Russen und andere Gruppen sowie der sporadischen Zusammenarbeit mit der deutschen Vernichtungsmaschine schuldig (Bruder 2007, Himka 2011). Andererseits war ein Teil des von der UPA organisierten Guerillakrieges und insbesondere dessen Unterstützung in der westukrainischen Zivilbevölkerung weniger von ultranationalistischen, als von antitotalitären Motiven, noblem Freiheitswillen und hartnäckigem Unabhängigkeitsstreben bestimmt.


    Weiter heißt es zu Svoboda:

    Quote

    In den galizischen Oblasten Lwiw/Lemberg, Iwano-Frankiwsk und Ternopil gibt seit zwei Jahren die ultranationalistische sog. All-Ukrainische Union “Swoboda” (Freiheit) unter der Führung des Lemberger Arztes und Juristen Oleh Tjahnybok den politischen Ton an (Shekhovtsov 2011). Der Name und die Stilistik von Tjahnyboks 2004 auf Grundlage der neofaschistischen Sozial-Nationalen Partei der Ukraine geschaffenen Freiheitsunion scheinen teils der österreichischen FPÖ nachempfunden zu sein. „Svoboda“ betrachtet sich als das heutige Äquivalent der OUN und dominiert insbesondere die Stadtparlamente der drei Oblasthauptstädte Galiziens.

    Das o.g. entspricht zu einem sehr großen Teil genau dem, wie ich zu diesem Thema denke.

  • Ärgerlich ist allerdings das sich immer wieder ein paar bescheuerte Fußballfans daruntermischen, Rauchbomben werfen und auch noch Fahnen der "Blauen" und Kommunisen abfackeln.
    1. Fußball ist Fußball und gehört ins Stadion
    2. Fahnen verbrennen ist blöd und zeugt von Respektlosigkeit

    Hast Du dafuer ein paar Belege? Soweit ich weiss bringen die Politniks die Politik ins Stadion, nicht andersherum.


  • Hast Du dafuer ein paar Belege? Soweit ich weiss bringen die Politniks die Politik ins Stadion, nicht andersherum.


    Weiß nicht, ich fürchte, dass Fußballfans das mitunter schon selber schaffen. Bei den Grünweißen ist ja auch immer so ein Block von Fans dabei, die Слава Україні rufen und Fahnen mit Bandera und UPA-Symbolen schwenken. Dass die Vereinsführung als Auswärtstrikot vorletztes Jahr nun ausgerechnet rot-schwarz wählen musste, fand ich auch nicht gerade toll. Arsenal-Fans gelten als überwiegend links, auch das ist eine recht eigenständige politische Zuordnung von Fußballfans. Wer nun z.B. Karpaty nicht mag oder meinetwegen auch Arsenal, dürfte auch auf der politischen Schiene Angriffsflächen finden.

    Politische Parolen (oder das, was manche dafür halten), habe ich eigentlich immer im Umfeld von Stadien gehört. Hier in Hamburg gab es früher (als ich noch zum HSV ging, ist schon ziemlich lange her) eine größere Gruppe von Idioten, die dann immer im und vor dem Stadion "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" skandierten.

    Ich gebe Dir aber insofern recht, dass ich auch denke, dass der Großteil der Fans das Stadion nicht als politische Plattform betrachtet.

  • Karpaty / Dynamo und auch Arsenal sehe ich hier als Paradebeispiele. Insbesondere Karpaty laesst sich in das nationalistische Eck ordnen jedoch kommt dieser Einfluss von aussen. Ich kenne einige Karpaty Anhaenger ganz gut und die sind auch der Ansicht das ganz spezielll Svoboda einen extremen Einfluss auf die meist juengeren Fans hat. Daher auch die Fahnen und Gesaenge im Stadion.

    Du hast den HSV angesprochen und aehnliches gab es Berlin. Die NPD hatte zu meiner "aktiven" Zeit bei jedem Heimspiel ein Stand vor dem Stadion.Das sich die juengeren Fans daran orientieren ist ganz klar, insbesondere dann wenn sie aus Marzahn und Hellersdorf kommen.

    Arsenal Kiew ist m.E. genau das gleiche, Junge Leute die meinen Links seien zu muessen weil es "cool" ist links zu sein. Arsenal hat keine linke Fanszene wie z.B. St. Pauli. Das ist nur eine handvoll "linker" die ihre Ansichten ins Stadion bringen. Der Rest kuemmert sich nicht drum. Zumal Arsenal nicht wirklich aus Kiew stammt und somit eh keine wirkliche "Szene" hat.

  • Hast Du dafuer ein paar Belege? Soweit ich weiss bringen die Politniks die Politik ins Stadion, nicht andersherum.

    Tatsächlich hat sich herausgestellt das die Fahnenverbrenner vom "Sich" Flügel waren. Somit revidiere ich meine Kritik an den Ultras mit einem Vibash!
    Trotzdem bleibts beim "Flaggenverbrennen ist Doof"

    Naja, mir gefällt bei der ganzen Sache nicht, dass eine faschistische Organisation (Svoboda) dieses delikate Stück der ukrainischen Geschichte praktisch exklusiv für sich in Anspruch nimmt und instrumentalisiert.

    Na wer soll es denn sonst machen? Juschtschenko hat es versucht und national sowie international Schelte bekommen.

    „Svoboda“ betrachtet sich als das heutige Äquivalent der OUN und dominiert insbesondere die Stadtparlamente der drei Oblasthauptstädte Galiziens.

    Ist sie aber nicht. Die OUN ist nicht tot, sondern nur nicht mehr politisch als Partei aktiv.
    Das Ärgerliche an Soboda ist das sie so "laut" sind, keine moderne Politik verfolgen und Themen aufgreifen welche den normalen Ukrainer verschrecken. Geschichte ist wichtig, macht aber keine Politik.
    Ich weiß jetzt nicht ob ich ein Parteiprogramm in ein Forum einstellen darf, aber auf Svoboda.org findet man dies und kann es ja mal überfliegen.
    Sie haben ja an sich kein schlechtes Parteiprogramm und sehr vieles steht da drin was ich ausschliesslich befürworten würde ( Das wiederherstellen der Ukraine als Atommacht ist natürlich lächerlich ). Aber sie picken sich eben immer die populistischen Themen aus ihrem Programm raus, machen darum einen Medienrummel, anstatt sich den Themen zu widmen welche auch für die Menschen interessant sein könnten welche jetzt kein Interesse an der OUN und den Sprachenstreit haben :dash:

  • Sie haben ja an sich kein schlechtes Parteiprogramm und sehr vieles steht da drin was ich ausschliesslich befürworten würde


    Echt? Ich glaube fast die wollen die Methoden der alten Sowjetunion wieder aufleben lassen. Wir regulieren, legen fest, stellen Quoten auf und kontrollieren hart. Wir schotten uns ab, lehnen ab was aus dem Westen kommt und wollen aber ganz doll zusammenarbeiten. Naja, Populisten eben....

  • Echt?


    Jo, es ist tatsächlich so, daß ich z.B. zu Fragen der Korruptionbekämpfung ( Ein UND Ausgaben ), die Regelung der Privatisierung von systemrelevanten Unternehmen ( auch Off-Shore ), die Einführung eine obligatorischen Krankenversicherung, keine Werbung für Alkohol und Tabakwaren usw. durchaus symphatiere.
    Über andere Programmpunkte kann man durchaus diskutieren, aber speziel ein effektives Antikorruptionsgesetz, ein wirksamer Schutz gegen Privatisierung ( was im endeffekt nur heisst an Oligarchen ) von Unternehmen im Energiesektor, sowie der meinetwegen streng regulierte Schutz ukrainischer Erde find ich schon sinnvoll.


  • Jo, es ist tatsächlich so, daß ich z.B. zu Fragen der Korruptionbekämpfung ( Ein UND Ausgaben ), die Regelung der Privatisierung von systemrelevanten Unternehmen ( auch Off-Shore ), die Einführung eine obligatorischen Krankenversicherung, keine Werbung für Alkohol und Tabakwaren usw. durchaus symphatiere.
    Über andere Programmpunkte kann man durchaus diskutieren, aber speziel ein effektives Antikorruptionsgesetz, ein wirksamer Schutz gegen Privatisierung ( was im endeffekt nur heisst an Oligarchen ) von Unternehmen im Energiesektor, sowie der meinetwegen streng regulierte Schutz ukrainischer Erde find ich schon sinnvoll.

    Und ich denke hier wird es scheitern. Ein Antikorruptionsgesetz wird nur dann effektiv sein wenn sich die wirtschaftliche Lage der Ukraine drastisch zum positiven entwickelt. Das wissen auch die Ukrainer. "Ich finde Korruption sch__sse" wird nicht reichen um die Massen zu begeistern. Ganz im Gegenteil, in der Ukraine nutzt fast jeder die "Freizuegigkeit" um sein Einkommen etwas aufzubessern. Solange die Ukrainer Wege finden muessen um dies zu tun, ist ein Antikorruptionsgesetz so sinnvoll wie ein Kuehlschrank in der Arktis.

  • Und ich denke hier wird es scheitern. Ein Antikorruptionsgesetz wird nur dann effektiv sein wenn sich die wirtschaftliche Lage der Ukraine drastisch zum positiven entwickelt.


    Naja, beides bedingt sich gegenseitig. Ich glaube nun wirklich nicht, dass ausgerechnet Swoboda hier mehr Know-How haben als die anderen.
    Im Grunde bedarf es vor allem einer Regierung, egal welcher Coleur, die das ernst nimmt und gegen alle Widerstände durchzieht. Georgien hat es vorgemacht: Beamte erhalten eine vernünftige Entlohnung plus Altersversorgung; andererseits aber, wenn sie sich etwas zu Schulden kommen lassen, drohen drakonische Strafen und vor allem der Verlust von alledem. So etwas wäre ja schon einmal ein Anfang.