Blick von innerhalb des Gartenzauns

  • Nun nehme ich eine dritte Perspektive ein, aus der ich gerade die Ukraine bereise, bin ich doch zunächst beruflich in die Ukraine gereist, danach als Tourist um mit Julia zusammenzusein und sie zu heiraten (meine bislang letzte Reise). Nunmehr bin ich mit Julia und unserem kleinen Alexander zu Julias Eltern geflogen, wo wir jetzt mal während unseres Urlaubs wohnen. Daher wird es jetzt auch ein Reisebericht mit Babybildern.

    Die Protagonisten sind neben mir die liebste Frau der Welt

    deren Eltern sowie Grossmütter und unserem kleinen Sohn (hier Julias Oma Väterlicherseits mit Kind

    Donnerstag vor einer Woche gingen wir zeitig zu Bett. um 5:15 morgens sollte uns das Taxi zum nahegelegenen Flughafen Langenhagen bringen, die Koffer waren schon morgens gepackt. Julia kündigte an bereits um 3 Aufstehen zu wollen, ich erklärte dieses Vorhaben zu "BLÖDSINN" und stellte meinen Wecker auf 4:00 Uhr.

    Als ich dann zu so früher Zeit aufstand, rannte Julia bereits durch die Wohnung und reinigte dies, richtete jenes, ja seit 2:00 Uhr sei sie Wach.

    Ich machte mir noch zwei vierfache Espresso, ass mein Brot, baute den Kaffeeautomaten soweit auseinander dass nichts schimmeln konnte, dann kam schon das Taxi, es ging los.

  • Am Flughafen gaben wir unser Gepäck auf und hatten dann noch etwas Wartezeit, um 7:05 startete pünktlich der Flug nach Wien, nach etwas Aufenthalt dort ging es weiter nach Dnjepropetrovsk. Ich hatte erwartet dass der kleine Alexander durch das reisen und den Druck auf den Ohren (gerade die Focker 70 nach DNK ist ja nicht ganz neu) Probleme haben könnte und das grosse Entertainment Programm starten könne, sah mich aber aufs angenehmste getäuscht.

    In Dnjepropetrovsk eingetrudelt nahmen wir zunächst direkt am Flieger den Kinderwagen entgegen, zeigten unsere Reisepässe (und liessen meinen und Alexanders stempeln), bekamen die Koffe und strebten Richtung Ausgang, wo Julia ihrem Vater den sie seit 1 1/2 Jahren nicht mehr persönlich gesehen hatte um den Hals. Nach 90 Minuten gemeinsamer Autofahrt erreichten wir endlich Nikopol, wo mit Julias Eltern und beiden Omas wiedersehen gefeiert wurde.

  • Julias Oma mütterlicherseits wohnt mit Julias Eltern im Haus, Julias Oma väterlicherseit etwa 500 Meter entfernt. Am Samstag war auch diese Oma gegen 8 Uhr morgens auf altersgemäss (sie ist 83 Jahre alt) wackligen Füssen angekommen, sie müsse doch nach dem Kind sehen. Sehr liebevoll trieben die beiden Omas in den folgenden Stunden Julia, Alexander und auch mich in den Wahnsinn, da sie abwechselnd das Baby eng an sich gedrückt durch Haus und Garten schleppten. Ich gehe davon aus, dass dies eine weltweite Eigenschaft von frisch gebackenen Uromas ist. Am Nachmittag kam dann noch Julias Patentante - Frau Wirbelwind - durchs Haus gefegt und Julia sagte leise zu mir "Ich will zurück nach Hannover".

    Abends wurde dann das Feuer angezündet und es gab lecker Schaschlyk.

    Am Sonntag sind wir mal gemeinsam nach Nikopol-City gefahren um festzustellen, dass es dort (bis auf Kleinigkeiten) genauso aussieht wie zu dem Zeitpunkt an dem ich erstmalig dort hinreiste, seit 5 Jahren hat sich kaum etwas verändert.

    Mittags machten wir dann noch einen Spaziergang durchs Wohnviertel, die Obstbäume blühen,

    die Wege sind noch im gleichen Zustand wie zuvor.

    Zu dem Werk in dem ich seinerzeit arbeitete kommt man indem man die Eisenbahn überquert

    und sieht dann halt "Rohrwerk rückseitig"

    Ach, ganz besonders für mbert: Julias Katze geht es gut.

    Sie rennt eigentlich vor niemandem von uns weg, nur wenn sie Alexander sieht wird sie panisch.

    ... morgen gehts weiter ...

  • Auch ging es mal nach Nikopol City. Die einzigen Dinge die sich geändert haben ist das das gelegendlich von mir frequentierte Cafe Pinguin dich gemacht hat (ich hatte in unmittelbarer Nähe des Pinguin ein Apartment und dort häufig mein Feierabendbier getrunken.

    Im Stadtpark wurde mit klassischem Gerät gearbeitet:

    Im hintergrund sieht man das neu eröffnete Cafe Terminal, wo man tatsächlich recht gut essen kann. Nicht probiert (da ich fahren mußte) habe ich das dreiliter Zapffäßchen am Tisch, die Idee beeindruckt mich allerdings, ich bin ja noch zwei Wochen hier und werde das evtl. mal probieren.

    Im Stadtpark hat sich zudem ein kleines Kinderspielparadies mit Elektroautos und Zuckerwattestand eröffnet, Miss Piggy geht da auch mal gerne spazieren.

    Ich gehe davon aus, daß in einem Jahr Alexander begeistert sein wird, noch ist er ein bißchen klein.

  • Mittwochs schaute ich mir das Spiel Dortmund : Real im Fernsehen an

    und war begeistert!!!

    Mein ehemaliger Kollege Tomas ist auch wieder vor Ort, das Rohrwerk läßt momentan die zweite Produktionslinie aufbauen.

    Am Donnerstag haben wir uns einmal getroffen und etwas gemeinsam getrunken. Auchz Tomas fasst seinen Eindruck zu einem "Hier hat sich nichts verändert" zusammen. Von der seit 2008 eingemottet in Nikopol stehenden zweiten Linie sind wohl in den vergangenen fünf Jahren Teile im Wert von 180.000 Euro irgendwie verdampft. Tomas fliegt morgen nach Deutschland und kommt am Tag unserer Rückreise wieder nach Nikopol.

    ... Ich bin wie gesagt noch 2 Wochen hier und werde währenddessen noch einige Eindrücke posten ...

  • Wir haben uns meistens bei Julias Eltern aufgehalten, einmal trafen wir uns mit ehemaligen Studienkollegen von Julia, ein Ehepaar hat ein Kind, gerade mal 3 Monate älter als Alexander.

    Letztendlich wurde das, was ich nach unserem Treffen sah eine kleine Diskussion über Gehaltsstrukturen Deutschland / Ukraine. Es fuhr nämlich eine etwa 45 Jahre alte Frau beim Cafe Terminal vor, und das ganze in einem Mercedes AMG S63, ein 200.000€ Geschoß. Ich merkte Julia gegenüber an, daß die Karre recht teuer sei, Julia sagte "ja, das ist eine Direktorin der zweiten Führungsebene des Stahlwerks in dem Du Deine Anlage aufgestellt hast, sie verdient Netto etwa 30.000 € je Monat!" Julia weiß das, da sie die Gehaltsabrechnungen machte, ich erkundigte mich nochmals ob sie eventuell pro Jahr meinte, nein je Monat 300.000 Grivn, um Wechselkursdifferenzen auszugleichen zu 90% auf Basis des Dollarkurses.

    Ich vergleiche mal das Stahlwerk mit einem typischen deutschen solchen gleicher Größe (ca 2000 Arbeiter), dies spiegelt etwa die folgende zwischen Julia und mir wieder. Da es sich hier um Nettobeiträge handelt sind Rückschlüsse auf Kosten aber nur begrenzt möglich.

    UA - 4 Dirktoren a 45000€ ; D - 3 Geschäftsführer a 14000€
    UA - 12 Unterdirektoren a 30000€ ; D - diese Führungsebene gibt es nicht
    UA - 20 Abteilungsleiter a 3000€; D - 15 Abteilungsleiter a 6000
    UA - 60 Gruppenleiter a 600€ ; D 60 Gruppenleiter a 3000€
    und um in beiden Fällen auf die 2000 Mitarbeiter zu kommen
    UA - 1904 Arbeiter a 300€ ; 1922 Arbeiter a 1900€

    Die Meisten der oberen beiden Ebenden sind in der Ukraine aber Sternschnuppenähnlich, so schnell wie sie am Ukrainischen Managementhimmel erscheinen sind sie verglüht.
    Da klage mal einer über die so stark außeinanderklaffende Lohnschere in Deutschland.
    Jetzt stellte ich einen hypotetischen Kostenvergleich an (die signifikanten Unterschiede an Lohnnebenkosten aber außer Acht lassend).


    Obere Führungsebene (U) 270000, Obere Führungsebene (D) 42000,
    Mittlere Führungsebene (U) 60000, (D) 90000
    Untere Führungsebene (U) 36000, (D) 180000

    Die Summe aller Führungsebenen sind

    (U) 366000 ; (D) 312000

    Also in der Summe zwischen Deutschland und der Ukraine etwa gleich. Einen imensen Kostenvorteil verbucht das ukrainische Werk bein den Arbeitern.

    Der Deutsche Arbeiter muß etwas mehr als 7 Monate an die Schüppe ehe er ein Monatsgehalt seines obersten für ihn sichtbaren Bosses kommt, sein ukrainischer Kollege etwa 12 1/2 Jahre. M.E. muß und wird diese Situation in der Ukraine irgendwann zu bösem Unfrieden führen - daß es noch nicht dazu kam ist wohl der Mentalität geschuldet, man nimmt sehr viel als gegeben hin.

    Wir waren zudem noch in der Gartengaststätte "Alter Hafen". Dies kann ich uneingeschränkt als Ausflugstip empfehlen, in kleinen Pavilongs kann man direkt am Stausee gut essen (gut trinken war nicht, ich mußte fahren).

    Letztlich gibt es von dort Nikopols besten Blick auf das größte Kernkraftwerk Europas (etwa 4 km übers Wasser)

  • wird diese Situation in der Ukraine irgendwann zu bösem Unfrieden führen - daß es noch nicht dazu kam ist wohl der Mentalität geschuldet, man nimmt sehr viel als gegeben hin.


    ich will wirklich hoffen, das der gemeine Rabotnik irgendwann mal der Kragen platzt, aber was dann kommt??????????? :dash: :dash: Danke für den Bericht

  • Der Deutsche Arbeiter

    M.E. muß und wird diese Situation in der Ukraine irgendwann zu bösem Unfrieden führen - daß es noch nicht dazu kam ist wohl der Mentalität geschuldet, man nimmt sehr viel als gegeben hin.

    Du zaehlst Aepfel und Birnen zusammen. Das hat recht wenig mit der "Mentalitaet" der Menschen zu tun sondern ganz einfach damit das sie auch gut und gerne zu Hause bleiben koennen wenn es ihnen nicht passt.

    Hier hat der deutsche Arbeitnehmer weitaus mehr Rechte als der ukrainische. Waehrend der deutsche sich die Teilnahme an einem Streik schon mal erlauben kann hat das in der Ukraine mitunter fatale Folgen. Die Rechtslage oder vielleicht die Umsetzung der Arbeitsgesetzte (insofern vorhanden) spielen hier eine sehr deutliche Rolle. Meinst Du im Ernst der Ukrainer wuerde unangemessene Bezahlung und schlechte Arbeitsverhaeltnisse einfach so hinnehmen wenn es auch anders ginge? Bist Du tatsaechlich der Meinung das es an der Mentalitaet der Ukrainer liegt diese Missstaende einfach so hinzunehmen?

    Manchmal sollte man Augen und Ohren schon oeffnen 8)

  • Hier hat der deutsche Arbeitnehmer weitaus mehr Rechte als der ukrainische. Waehrend der deutsche sich die Teilnahme an einem Streik schon mal erlauben kann hat das in der Ukraine mitunter fatale Folgen. Die Rechtslage oder vielleicht die Umsetzung der Arbeitsgesetzte (insofern vorhanden) spielen hier eine sehr deutliche Rolle.


    Meiner Meinung nach sind die wenigsten Arbeiterunruhen bislang daran gescheitert, da die Rechtslage gerade 'Revolte' nicht hergab.

    Ich bin ausgerechnet im Oktober 2008 erstmalig in die Ukraine gekommen. Zu dieser Zeit bekam man für einen Euro 7 Grivn, kurz vor Weihnachten bin ich abgereist und es gab 14 Grivn für den Euro, die Ukrainische Währung war im freien Fall. 'Meine' Werkselektriker waren so gegen Februar 2009 seit 3 Monaten ohne nennenswerte Lohn, wenns denn doch mal was gab, am Bankomaten, war deren Freude groß.

    Quote

    Manchmal sollte man Augen und Ohren schon oeffnen

    Rene, da ich sowohl Augen als auch Ohren offen habe kann ich gerade Deine Argumentation 'Rechtslage gibt Arbeiterunruhen nicht her' nicht so recht ernst nehmen. Nach meinen Beobachtungen ist es eher so, daß Unruhen daran scheitern, daß viele Leute eine merkwürdige Art der Obrigkeitsgläubigkeit zeigen und zudem ihre Unzufriedenheit solange zurückkhalten, solange noch genug zu trinken da ist.


  • Meiner Meinung nach sind die wenigsten Arbeiterunruhen bislang daran gescheitert, da die Rechtslage gerade 'Revolte' nicht hergab.

    Ich bin ausgerechnet im Oktober 2008 erstmalig in die Ukraine gekommen. Zu dieser Zeit bekam man für einen Euro 7 Grivn, kurz vor Weihnachten bin ich abgereist und es gab 14 Grivn für den Euro, die Ukrainische Währung war im freien Fall. 'Meine' Werkselektriker waren so gegen Februar 2009 seit 3 Monaten ohne nennenswerte Lohn, wenns denn doch mal was gab, am Bankomaten, war deren Freude groß.


    Rene, da ich sowohl Augen als auch Ohren offen habe kann ich gerade Deine Argumentation 'Rechtslage gibt Arbeiterunruhen nicht her' nicht so recht ernst nehmen. Nach meinen Beobachtungen ist es eher so, daß Unruhen daran scheitern, daß viele Leute eine merkwürdige Art der Obrigkeitsgläubigkeit zeigen und zudem ihre Unzufriedenheit solange zurückkhalten, solange noch genug zu trinken da ist.

    Und auch hier schaffst Du es nicht zu verstehen. "Unruhen" oder Streiks wird es kaum geben denn die meisten werden wohl wissen das sie dann ganz und gar zu Hause bleiben koennen. "Revolten" wissen andere zu verhindern.
    Ein Kumpel von mir verkauft Fussball T-Shirts sowohl online als auch an Spieltagen vor dem Stadion. Als die Spassmacher aus Kiew mit dem Slogan "Danke den Anwohner des Donbass" auffuhren fragte ich ihn ob er diese T-Shirts auch im Netz verkaufen wuerde. Seine Antwort war "Und am naechsten Tag steht der SBU vor der Tuer, nein danke".

    Liegt das nun in seiner Natur, an seiner Mentalitaet, die Dinge einfach so hinzunehmen oder kann es nicht sein das Ukrainer mit haerteren Konsequenzen leben muessen wenn sie mal versuchen etwas zu aendern?

  • "Unruhen" oder Streiks wird es kaum geben denn die meisten werden wohl wissen das sie dann ganz und gar zu Hause bleiben koennen.
    [...]
    kann es nicht sein das Ukrainer mit haerteren Konsequenzen leben muessen wenn sie mal versuchen etwas zu aendern?

    Ich möchte die Situation der ukrainischen Arbeiter - also deren Arbeits und Entlohnungsbedingungen - am ehesten mit den Bedingungen der frühindustriellen Zeit vergleichen. Damals erstritten sich z.B. Baumwollweber in Manchester / Werftarbeiter in London dadurch daß sie sich zusammenschlossen bessere Konditionen. Diese hatten ebenso Repressionen zu befürchten, die den derzeitigen Repressionen die in der Ukraine zu fürchten wären entsprechen. Viel massivere Repressionen hatten die Aufständischen des 17. Juni 1953 in der DDR zu befürchten, auch dieser Aufstand fand statt (und seiner Opfer wurde in Westdeutschland jährlich gedacht).

    Wenn ich jetzt Nikopol betrachte:

    Nikopol lebt von der Schwerindustrie. Im großen und ganzen sind dies 3 Rohrwerke mit 3000, 2000, und 500 Arbeitern und ein großes Manganwerk mit 14000 Arbeitern, in der Summe also knapp 20.000 'Stahlwerker':
    Nikopol hat 120.000 Einwohner, ich schätze daß etwa die Hälfte berufstätig ist. Wir kommen nach dieser Rechnung dazu, daß etwa 1/3 der werktätigen Nikopols 'Stahlarbeiter' sind. Wenn tatsächlich eine beträchtliche Zahl derer auf die Barikaden ginge wäre es garnicht möglich denen zu sagen "Ihr könnt auf immer und ewig zuhause bleiben", da sich nicht genügend Ersatz fände, ein nennenswert bevölkertes 'Umland' hat Nikopol nicht.


  • Ich möchte die Situation der ukrainischen Arbeiter - also deren Arbeits und Entlohnungsbedingungen - am ehesten mit den Bedingungen der frühindustriellen Zeit vergleichen. Damals erstritten sich z.B. Baumwollweber in Manchester / Werftarbeiter in London dadurch daß sie sich zusammenschlossen bessere Konditionen. Diese hatten ebenso Repressionen zu befürchten, die den derzeitigen Repressionen die in der Ukraine zu fürchten wären entsprechen. Viel massivere Repressionen hatten die Aufständischen des 17. Juni 1953 in der DDR zu befürchten, auch dieser Aufstand fand statt (und seiner Opfer wurde in Westdeutschland jährlich gedacht).

    Wenn ich jetzt Nikopol betrachte:

    Nikopol lebt von der Schwerindustrie. Im großen und ganzen sind dies 3 Rohrwerke mit 3000, 2000, und 500 Arbeitern und ein großes Manganwerk mit 14000 Arbeitern, in der Summe also knapp 20.000 'Stahlwerker':
    Nikopol hat 120.000 Einwohner, ich schätze daß etwa die Hälfte berufstätig ist. Wir kommen nach dieser Rechnung dazu, daß etwa 1/3 der werktätigen Nikopols 'Stahlarbeiter' sind. Wenn tatsächlich eine beträchtliche Zahl derer auf die Barikaden ginge wäre es garnicht möglich denen zu sagen "Ihr könnt auf immer und ewig zuhause bleiben", da sich nicht genügend Ersatz fände, ein nennenswert bevölkertes 'Umland' hat Nikopol nicht.

    Soweit stimmt ich mit dir ueberein.

    Man darf jedoch nicht ausser acht lassen das die Ukrainer schon einmal zu tausenden auf die Strasse gingen. Die Folge dessen war 5 Jahre Verarsche am Volk. Geaendert hat sich fuer die Ukrainer ueberhaupt nichts.
    Weiterhin wuerde sich die Frage stellen wer diese Revolte in Bewegung bringt. Wie Du unten aufgefuehrt hast ist der Unterschied zwischen Entlohnung eines Arbeiters und Entlohnung einer Fuehrungskraft recht hoch. Die Fuehrungskraft, die eventuell eine groessere Masse mobilisieren koennte, lebt im Vergleich zum Arbeiter recht komfortabel und wuenscht vielleicht gar keine Aenderungen. Der Arbeiter, der um das Ueberleben kaempfen muss, wird weder Zeit noch Nerv haben die Massen zu mobilisieren. Weiterhin besteht die Gefahr fuer ihn seinen Job zu verlieren sollte es in die Hose gehen.

    Wie gesagt, m.E. hat das wenig mit der Mentalitaet der Ukrainer zu tun sondern eher mit den Umstaenden. Sollte sich doch mal wieder jemand finden, der mit einem erstzunehmenden Programm Veraenderungen herbeifuehren moechte, hat diese Person einiges an Ueberzeugungsarbeit zu leisten denn gehoert haben die Ukrainer sicherlich schon alles, getan wurde kaum etwas.

    • Official Post

    daß viele Leute eine merkwürdige Art der Obrigkeitsgläubigkeit zeigen


    Das treibt mich auch manchmal in den "Wahnsinn". Auf Arbeit könnte ich ja noch ein gewisses Verständnis aufbringen da ja so gewisse Abhängigkeiten bestehen. Aber das geht auch im normalen Leben so weiter. Da wird eine Autobahn mitten durchs Dorf gebaut, alle regen sich auf, aber niemand macht was.
    Ich selbst bin ja manchmal richtig erschrocken. Ich halte mich eigentlich für einen friedlichen, kompromissbereiten Menschen. Ganz, ganz selten Platz mir mal der Kragen und ich falte dann jemanden zusammen. Und es funktioniert. :dash: Das wissen auch die, die in der UA was zu sagen haben.


  • Das treibt mich auch manchmal in den "Wahnsinn".

    Interessant! Vor ein paar Monaten wurde ein Mitglied aus Leipzig fast gesteinigt, hat er doch behaupten wollen das die Russen eine starke Fuehrung brauchen, sich fast sogar danach sehnen.

    Sagt man das ueber die Russen, hast Du kein Verstaendnis dafuer. Bei den Ukrainern kannst Du das jedoch bestaetigen? :D :D :D

  • Wenn man Russland und die Ukraine betrachter herscht in diesen Ländern eine Staatlich überwachte Korruption, wobei sich die Regierung
    auch ihren Anteil nimmt. Und dieses ist sicher nicht in Ordnung.

  • Sagt man das ueber die Russen, hast Du kein Verstaendnis dafuer. Bei den Ukrainern kannst Du das jedoch bestaetigen? :D :D :D

    @Rene
    Mein Vorschlag wäre, mach doch dazu einen neuen Thread auf, bevor wir hier den schönen Reisebericht zerreden.
    Deine Anmerkung ist ja durchaus interessant. Und in der Zeit, wo du mich dann von damals zitierst, lasse ich mir schon mal ein paar Ausreden ähh meine Argumente einfallen :phat:

  • @Rene
    Mein Vorschlag wäre, mach doch dazu einen neuen Thread auf, bevor wir hier den schönen Reisebericht zerreden.
    Deine Anmerkung ist ja durchaus interessant. Und in der Zeit, wo du mich dann von damals zitierst, lasse ich mir schon mal ein paar Ausreden ähh meine Argumente einfallen :phat:

    Warum einen neuen Thread eroeffnen? IBN hat durch seine Gedankengaenge zur Diskussion eingeladen. Wo ist das Problem?

  • Wenn man Russland und die Ukraine betrachter herscht in diesen Ländern eine Staatlich überwachte Korruption, wobei sich die Regierung
    auch ihren Anteil nimmt. Und dieses ist sicher nicht in Ordnung.

    :respekt: ........das ist ja " Wow " !
    Wie im einzelnen werden denn in Russland und der Ukraine von Staatlicher Stelle die Korruption und Geldflüsse überwacht ?
    Gibt es dafür etwa eigens " K - Ministerien " ?
    Außerdem , da bin ich wohl nicht so der Kenner der Materie - wie hoch belaufen denn sich die Anteile .......................

    Hast Du hierzu nähere Informationen - wenn ja , wäre das sicher in Ordnung. :vain:

  • :respekt: ........das ist ja " Wow " !
    Wie im einzelnen werden denn in Russland und der Ukraine von Staatlicher Stelle die Korruption und Geldflüsse überwacht ?
    Gibt es dafür etwa eigens " K - Ministerien " ?
    Außerdem , da bin ich wohl nicht so der Kenner der Materie - wie hoch belaufen denn sich die Anteile .......................

    Hast Du hierzu nähere Informationen - wenn ja , wäre das sicher in Ordnung. :vain:

    Nur wenn man betrachtet was in der Bild ueber die Ukraine und Russland geschrieben wird dann finde ich das nicht schoen. Wenn die sich nur die Taschen vollhauen dann muss das nicht sein und das ist nicht in Ordnung.