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Nun ist wohl vorerst wirkungsvoll verhindert, dass Alexej Nawalny als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Moskau antritt. Moskau ist ja nun im Vergleich zum Rest Russlands eher Putin-kritisch, und ein charismatischer, populärer Kandidat wie Nawalny hätte nach Einschätzung vieler wohl realistische Chancen gehabt. Ob die Verurteilung zu Recht war oder ob es sich letztlich nur um einen politischen Prozess handelte, um einen prominenten Oppositionellen mundtot zu machen, ist aus der Ferne sicher schwer zu beurteilen. Allerdings lässt Zeitpunkt, Art und Durchführung des Verfahrens schon einiges schlimmes ahnen. Näheres gibt es im Spiegel:
QuoteKirow - Die Richter haben das erwartete Urteil gegen den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ausgesprochen - und seine politische Karriere praktisch beendet. Der 37-Jährige wurde in Kirow, 900 Kilometer östlich von Moskau, der Unterschlagung schuldig gesprochen. Ein konkretes Strafmaß wurde zunächst nicht mitgeteilt. Nawalny war am Mittwoch als Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Moskau zugelassen worden, hätte aber nur im Fall eines Freispruchs antreten dürfen.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Anwalt und Blogger 2009 in seiner Zeit als Berater des liberalen Gouverneurs der Region Kirow 10.000 Kubikmeter Holz unterschlagen hat. Der Gesamtschaden soll bei umgerechnet 400.000 Euro liegen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert.
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Quelle: Prozess in Kirow: Gericht verurteilt Kreml-Kritiker Nawalny wegen Veruntreuung
Und hier die Süddeutsche:
QuoteDieses Urteil gilt als Gradmesser im Umgang mit Andersdenkenden in Russland: In einem umstrittenen Prozess ist der russische Blogger und Oppositionelle Alexej Nawalny der Veruntreuung schuldig gesprochen worden. Über das Strafmaß herrscht noch keine Klarheit, die Urteilsverkündung dauert an.
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