Wie schon angekündigt, fängt nun hier mein "Reisebericht" über meinen 2. Russland-Aufenthalt an, eigentlich ist es kein Reisebericht und von "Urlaub" will ich gar nicht erst reden. Na, dann fange ich mal an mit
Teil I (Anreise/Stavropol)
Wir schreiben Montag, den 22.7., es ist 05.00 Uhr, aber ich kann nicht mehr schlafen, denn heute soll es endlich losgehen, nach 6 Jahren mein 2. Besuch in der Heimat meiner Frau Anna. Die gute Tatjana will uns nach Hamburg bringen, Emmely in Pflege nehmen. Nach kurzem Frühstück fahren wir um 07.00 Uhr los, mit einigen Mühen konnten wir 1 große Reisetasche, 1 Trolley,1 Koffer, 2 x Handgepäck in unseren neuen kleinen Seat Mii unterbringen, aber es ging. Ich fahre über die BAB A 1, meine gewohnte Strecke zum Flughafen Hamburg. Dort verabschieden wir uns von Tatjana, die über Segeberg zurückfahren will, da sie BAB`s meidet wie die Pest. Na gut, Hauptsache, wir sind erst einmal in Hamburg. Einchecken und um 11.10 Uhr startet die Lufthansa-Maschine nach Moskau Vnukovo. Planmäßig landen wir dort, die übliche umständliche Prozedur für Einreisende mit Paßkontrolle und pi, pa, po.
Nun haben wir rund 5 1/2 Stunden Aufenthalt. Wir verbringen die Zeit in einem modernen Flughafen. Das gastronomische Angebot ist enorm, die Speisen sind lecker, frisch zubereitet, kosten dafür aber auch (!), für eine gute Mahlzeit mit 2 Getränken zahlen wir rund € 25,--, nun gut, Flughafenpreise sind annähernd überall in den Metropolen dieser Welt gleich. Ich tausche € 50,-- und erhalte dafür Rubel 2.100,--, der Kurs am Flughafen ist eben auch nicht die Welle, aber fürs erste soll es reichen. Irgendwie geht die Zeit nicht voran, uns wird langweilig und endlich gegen 20.30 Uhr können wir langsam einchecken, der Flug nach Stavropol in den Kaukasus wird ca. 2 Stunden dauern und dort landen wir dann auch endlich um ca. 23.30 Uhr. Der Stavropoler Flughafen ist relativ klein, nur wenige Maschinen starten und landen hier täglich, meistens von und nach Moskau. Schmunzeln über die russischen Verhältnisse muss ich nach dem Ausrollen der Maschine bis zu ihrem Parkplatz: Die rund 80 Meter Entfernung bis zur Passkontrolle müssen alle Passagiere mit dem Bus fahren, der fährt dann auch gleich drei mal die kurze Strecke.
Auf dem Minimalkofferband kommt alsbald unser Gepäck und während wir warten, stürmen uns schon Annas Schwester Valentina und ihr Mann Sergej entgegen, nehmen uns in die Arme. Sergej hat mächtig an Leibesumfang zugenommen und ich habe Mühe, nicht von ihm erdrückt zu werden.
Wir verstauen unser Gepäck in das neue Auto unserer Gastgeber, ein Honda SUV, das Gepäck passt mühelos hinein und nach ca. 25 Minuten Fahrt sind wir am 1. Zielpunkt unserer Reise angekommen. Schwager und Schwägerin bewohnen eine ca. 130 qm große Luxuswohnung in einem Mehrfamilienhaus. Äußerlich hat sich dort nichts verändert, auf den wenigen Parkplätzen stehen Jaguar, Porsche Chayenne, wichtige SUV´s aller Fabrikate und als Höhepunkt entdecke ich einen DB S 65 BI-Turbo, 12-Zylinder, solch eine Karre habe ich sogar in old Germany noch nie gesehen.
Die Wohnung selbst kenne ich ja schon, sehr komfortabel und chic eingerichtet, in jedem Zimmer gibt es einen Fernseher. Wir sitzen bis weit nach Mitternacht in der Küche und ich bekomme das erste mal das Gefühl, 5. Rad am Wagen zu sein, dieses Gefühl sollte ich während des gesamten Aufenthaltes noch öfters und weitaus stärker verspüren. Anna hat mit Schwester und Schwager viel zu erzählen, obwohl sie mindestens dreimal die Woche telefonieren. Ich sitze stumm daneben, nur manchmal übersetzt Anna einige Passagen des Gesprächs. Na ja, ich wusste ja,auf was ich mich da eingelassen hatte.
Nächster Morgen, ich wache früh auf, für russische Verhältnisse viel zu früh. Ich vermisse ein Radio, aber überall, selbst in der Küche, steht ein Fernseher. Nun gut, eine rauchen. Die Küche hat noch eine Abrennung, dort steht eine Waschmaschine und einiges an hauswirtschaftlichem Gerät und am offenen Fenster darf ich rauchen, wenn die Tür zur eigentlichen Küche zu ist. Neben mir raucht sonst keiner.Am Flughafen in Moskau kaufte ich noch 5 Schachteln Marlboro für insgesamt 350 Rubel (ca. 7 €), der Preis ist ein Witz gegenüber unserem. Allerdings gibt es keine Zigaretten ohne Filter.
Nach dem Frühstück fahren wir 4 zur Post, schließlich muss ich angemeldet werden und den Stress des letzten Besuchs vor 6 Jahren möchte ich nicht noch einmal haben.Auf dem Postamt durfte ich dann wieder
Während Sergej der jungen Dame hinter dem Schalter unser Problem erklärte, zuckte diese nur ahnungslos mit den Schultern. Genau so hatte ich es mir gedacht. Die Chefin des Postamtes wurde geholt, eine ältere, streng dreinblickende Dame. Sie gibt wenigstens zu, von diesem Problem gehört zu haben und kramt wichtig in einigen Unterlagen herum, fördert tatsächlich ein Anmeldeformular hervor. Aber es ist ihr einziges, und das will sie nicht rausrücken. Endloses Palaver zwischen unseren Gastgebern, Anna und der Chefin des Postamtes. Schließlich bequemt sich diese, vom Formular eine Kopie zu machen. Sergej erhält die Anweisung das Formular auszufüllen, mit dem Nachweis über die Mietwohnung/Eigentumswohnung dann wiederzukommen, ein paar Rubel zu zahlen und die Sache ist erledigt. Tief durchatmen, wir erst einmal raus und ab in die Stadt.
Stavropol hat schöne Parks, die wirklich sehenswert und sehr gepflegt sind. Dort ruhen wir uns aus, es ist gute 28 Grad warm und wir wollen in ein Café gehen, um etwas zu trinken, bzw. zu essen. Das Café kenne ich, dort war ich vor 6 Jahren bereits einmal mit Anna. Damals trafen wir uns mit Ralf (Fucano) und dessen Frau, die auch aus Stavropol kommt und der eine umfangreiche Internet-Seite über Stavropol betreibt.
Die Frauen essen Kuchen, trinken Tee, ich einen Mojito ohne Alk, der lecker schmeckt und Sergej gönnt sich einen kleinen Salat. Alles schmeckt gut, ist frisch und lecker, auch die Preise. Ich zahle rund 1.800,-- Rubel für alles.
Spät nachmittags gibt Sergej dann das Formular wegen meiner Anmeldung zusammen mit dem Eigentumsnachweis der Wohnung auf dem Postamt ab, ich erhalte einen Abschnitt, den ich von nun an immer mit Pass bei Bedarf vorzuzeigen habe.
Der 1. Abend selbst verläuft dann gemütlich in der Wohnung unserer Gastgeber. Am Mittwoch, 24.7. will Valentina uns dann nach Peredovaja zu den Eltern von Anna bringen. Darauf bin ich schon gespannt.
Morgen geht es weiter mit Teil II.
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