Ein Brief von Nadezhda Tolokonnikova (Pussy Riot) erzählt über die Menschenrechtsverletzungen im Russischen Gefängnis.

  • Guantanamo mit Pussy Riot zu vergleichen, daß ist ja nun dasselbe wie Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Guantanamo mit dem Umgang der russischen Armee mit tatsächlichen oder vermeintlichen Terroristen in Tschetschenien zu vergleichen, das wäre reell!

    Guantanamo wurde ausserhalb der USA gebaut, um ein entgegen der Auflagen/Gefangenenrechte mögliches Gefängis zu schaffen, wo in den USA selber verbotene Praktiken angewandt werden können. Die Pussy befindet sich im ordentlichen Strafvollzug ...

    Ob/inwiefern von der russischen Armee spezielle Gefangenenlager für Tschetschenische Rebellen angelegt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Gibt es hierüber Fakten?

  • Guantanamo wurde ausserhalb der USA gebaut, um ein entgegen der Auflagen/Gefangenenrechte mögliches Gefängis zu schaffen, wo in den USA selber verbotene Praktiken angewandt werden können. Die Pussy befindet sich im ordentlichen Strafvollzug ...

    ... was ja Festus' Punkt eigentlich belegt, nämlich dass es hier um unterschiedliche Dinge geht. Passender wäre hier m.E. der Vergleich, wie sich der "ordentliche" Strafvollzug zwischen den einzelnen Ländern unterscheidet.

    Ob/inwiefern von der russischen Armee spezielle Gefangenenlager für Tschetschenische Rebellen angelegt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Gibt es hierüber Fakten?

    Würde mich auch interessieren!

  • Aber das in anderen Ländern anders bestraft wird, als im therapeutischem Kuschelkurs Deutschland weiß doch jeder. Ausländische Straftäter sehen den deutschen Knast eher als unfreiwilliges Hotel.

    ... was aber dennoch eine Menge Raum lässt zwischen "Kuschelkurs" und menschenunwürdiger Behandlung. Wenn das stimmt, was dieser Brief berichtet, denke ich schon, dass das im Grunde ein Verstoß gegen die Menschenrechts-Charta, die schließlich Russland selber auch unterzeichnet hat, sein dürfte. Und unabhängig vom formaljuristischen Aspekt halte ich derartiges - egal in welchem Land - für völlig unakzeptabel.

  • der "ordentliche" Strafvollzug zwischen den einzelnen Ländern unterscheidet sich sehr. Der normale Strafvollzug in D hat sicher mehr Hotelcharackter als ein Aufenthalt im russ. Strafvollzug. Den ua. Strafvollzug kenn ich nicht aus pers. Erleben. Bei Pussy Riot kommen politische Nadelstiche hinzu, die kein Staat mag. Denke vieles klärt sich dort aber Geld....

  • ... was ja Festus' Punkt eigentlich belegt, nämlich dass es hier um unterschiedliche Dinge geht. Passender wäre hier m.E. der Vergleich, wie sich der "ordentliche" Strafvollzug zwischen den einzelnen Ländern unterscheidet.

    Würde mich auch interessieren!

    Nur ein Bericht von vielen:
    (Auszug)


    Quelle (Achtung!):
    http://www.linksruck.de/artikel_1146.html

    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Linksruck


    Wenn man das mit Guantanamo vergleicht, dann würde ich mal sagen, das es den 'Friedensengeln' dort verdammt gut geht!

  • Das sind jedoch keine Berichte von Lagern, sondern von Kriegsgreueln. Scheusslich, dass sowas überall auf der Welt geschah und geschieht. Vietnam, Massenvergewaltigungen in Ex-Jugoslawien, etc. ... Zieht sich rund um den Globus.

    Naja, was Die Gulags angeht - wären in den USA wohl die Chain-Gangs anzumerken, oder auch dass in den US-jails statt Kapos grad die Gangs, ob white arians oder die colours, die Drecksarbeit machen.

  • Das sind jedoch keine Berichte von Lagern, sondern von Kriegsgreueln. Scheusslich, dass sowas überall auf der Welt geschah und geschieht. Vietnam, Massenvergewaltigungen in Ex-Jugoslawien, etc. ... Zieht sich rund um den Globus.

    Ja, ich denke auch nicht, dass das vergleichbar ist. Ich halte Guantanamo für ein Verbrechen. Und es sind auch Übergriffe von US-Soldaten im Irak oder Afghanistan berichtet worden (man braucht ja nur Youtube anzuschmeißen), allerdings ist das, was in dem Bericht steht, wenn es denn stimmt, durchaus noch eine ganze Ecke härter. Mich erinnert das an die japanische Armee im 2. WK. Es gab da ja auch diese Philosophie, dass man die Soldaten durch gnadenlosen Drill und Sadismus hart für den Kampf machen wollte. Das Resultat waren oft sadistische Soldaten. Nach dem, was mir meine Ukrainer über die sowjetische Armee erzählt haben, sehe ich da ein ähnliches Problem. Zumindest in der Ukraine hat es seit der sowjetischen Zeit in der Beziehung kaum Änderungen gegeben, ich gehe davon aus, dass es sich in Russland ähnlich verhält, insofern scheint mir der o.g. Bericht durchaus glaubwürdig.

    Naja, was Die Gulags angeht - wären in den USA wohl die Chain-Gangs anzumerken, oder auch dass in den US-jails statt Kapos grad die Gangs, ob white arians oder die colours, die Drecksarbeit machen.

    Der Vergleich wäre in der Tat interessanter. Ich finde aber auch nicht, dass ein Vergleich hier das ist, was wir eigentlich suchen sollten. Unabhängig davon, wo es stattfindet, gibt es aus meiner Sicht gewisse Mindeststandards im Umgang mit Menschen, auch mit Verbrechern, die jedes Land, das die Menschenrechtskonvention unterzeichnet hat, unterschreiben muss. Es kann z.B. nicht angehen, dass in einem - ja nicht einmal armen - Land wie Russland Häftlinge durch Erfrierungen Gliedmaßen verlieren. Und wie gesagt, Sklavenarbeit ist auch explizit geächtet. Wo "normale" Arbeit aufhört und Sklavenarbeit anfängt, mag ja eine juristische Spitzfindigkeit sein, aber ab einem gewissen Punkt traue ich da auch einfach meinem gesunden Menschenverstand.

  • Es kann ja sein das es in anderen Ländern härter zugeht wie in den Gefängnissen in Deutschland.
    Aber das was man so aus Deutschen Gefängnissen mitbekommt, erinnert mich mehr an ein Luxushotel!

    Was ist mit den Opfern?
    Es kann nicht angehen, dass die Opfer sich jegliche Form von Hilfe erkämpfen müssen und den Knacki´s wird der Arsch gepudert!

    Wie kann es sein das sich Mörder eine Entschädigung erstreiten können und diese auch noch nach eigenem Gutdünken verwenden dürfen.
    Warum macht man nicht ein Gesetz, das solche Gelder sofern sie überhaupt fliessen den Opfern zugesprochen werden müssen!

    Mal ehrlich solche Diskusionen hasse ich wie die Pest, weil es geht immer nur um verurteilte Straftäter nie um die Opfer!

    Gruß

    Stobbi
    :gutenmorgen: Ein Tag ohne :kaffee: ist ein Scheißtag!

  • mbert, in den Brief , Bericht tauchen doch nur schon bekannte Tatsachen auf. Darin nichts Neues. Hierrüber gibt es ja auch zahlreiche Formate die darüber berichten.
    Und der Russische Strafvollzug ist schon echt Hardcore , war es auch immer schon.
    Zeige mir ein Land wo es keine Übergriffe, Misshandlungen etc. gibt . Dieses liegt in der Sache selbst , der Strafvollzug ist auf Beiden Seiten mehr als eine ständige Ausnahmesituation.
    Da sitzen Verurteilte ( und oft zu recht der Abschaum der Gesellschaft ) jedes Land hat seine Rechtssprechung und Starfmass .
    Hierzulande geht es den Drecksäcken ( Kindermördern und Schändern ) ja richtig gut , gesonderte Haft , eine Heerschar an Therapeuten etc.
    und alles zu Lasten der Allgemeinheit.
    Da sind die Russen ( doch nicht nur die allein , auch in der Ukraine ) anders , die Straftäter müssen zur Wirtschaftlichkeit des Lages beitragen !
    Warum auch nicht.........
    Und bei der Schraube kann es ja nun nicht so schlimm sein , hat ja immerhin nicht Zeit und Gelegenheit , sich in Erinnerung zu bringen.

  • Denke auch, dass ein Vergleich oder die hier in manchen Threads gerne praktizierte Ost/West Auflistung dem Thema nicht dienlich ist.
    "Kuscheljustiz" vs. unmenschlichen Bedingungen - so wie Stobbi erwähnt soslte auch der Aspekt der wirklichen Opfer nicht ausgeblendet werden.

    Ich hatte als Beispiel den Fall "Carlos" in der Schweiz angeführt. Mit Kosten von CHF 29'000.- pro Monat, eigener 4,5 Zi Wohnung mit persönlicher Betreuerin, welche bei ihm wohnt, Kickbock-Trainer, Fitnessstudio, ohne arbeiten zu müssen, wurde hier ein 17jähriger Messerstecher therapiert, während dem Opfer 3'500.- CHF Entschädigung zugesprochen wurde. An diesem Beispiel lässt sich gut aufzeigen, dass das Pendel auch in die andere Richtung ausschlagen kann.

    hier eine der zahlreichen Reportagen dazu:
    http://www.20min.ch/schweiz/news/story/21812044


    Übergriffe von Soldaten: Der Blutrausch nach dem Gefecht, der Abbau der enormen Belastung, das führt zu Dingen, welche im normalen Umgang abstossend sind - kurzum: Greueltaten. Meine Erfahrungen in einer freiwilligen Armee war tatsächlich, dass die in der Ukraine und der RF ausgebildeten (gedrillten) Soldaten eher reine "Befehlsempfänger" sind, welche ohne zu zögern umsetzen und eine vergleichsweise niedrige Hemmschwelle besitzen. Was dazu geführt hat, dass überall dort, wo eingeübte Automatismen und bedingungslose Loyalität gefordert sind, gerne auf diesen Soldatentyp zurückgegriffen wird, während wir Jungs aus westlichen Kasernen eher als "Diskutierer" galten, welche auch mal nach der Sinnhaftigkeit fragten ...
    Wo es jedoch galt, kreative Entscheidungen zu treffen oder situativ unorthodox vorzugehen, hat die rein drillmässige Ausbildung versagt, entsprechende Kommandos wurden anders zusammengesetzt.

  • Der springende Punkt ist hier ja nicht der, daß der deutsche oder schweizer 'Kuschelknast' nicht 'abschreckend' genug für Straftäter ist, sondern daß Rußland und andere Staaten eindeutig internatonale Vereinbarungen bezüglich der Menschenrechte nicht einhält, Vereinbarungen die eben diese Staaten eben mit getroffen und als verbindlich anerkannt haben. Erschwerend hier ist zudem, daß hier faktisch 'falsche politische Meinung' bestraft wird.

  • Erschwerend hier ist zudem, daß hier faktisch 'falsche politische Meinung' bestraft wird.

    Hier bin ich nicht 100% einverstanden. Richtiger wäre aus meiner Sicht, dass "falsche politische Meinung" mitbestraft wird. Dass das, was die Mädels da in der Kirche gemacht haben, bestraft wird (werden muss), ist ja unstrittig, aber scheint eben Zweifel angebracht, ob (wie hier schon geschrieben) eine Anti-Obama-Demonstration der selben Form in der Kirche eine ähnlich harte Strafe nach sich gezogen hätte.

    Was Du über die internationalen Menschenrechtsvereinbarungen schreibst, finde ich aber in jedem Fall am wichtigsten.

  • Die Perlen von PR ( die Abkürzung passt ) sind doch nach der Russischen Gesetzgebung verdonnert wurden . Ich sehe darin kein Problem , außerdem wissen doch die Russen selber nur zu gut ,wenn die sich anlegen mit dem geltenden Recht , was auf sie zu kommt. Dann zu jammern hilft denen auch nur nicht. Einfach nur Pech für die Kuh Elsa...........

  • Die Perlen von PR ( die Abkürzung passt ) [...]. Einfach nur Pech für die Kuh Elsa...........

    @Camerone, so etwas in der Art schwebte mir vor, als ich weiter oben meinen zugegebenerweise nicht unbedingt sachlichen Kommentar schrieb:

    Ich habe so eine düstere Vorahnung, dass wir erfahren werden, dass diese "Schreckschrauben" es "nicht anders verdient" haben :hmm:

  • mbert , ob Dir das nun vorschwebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.

    Immerhin vertrete ich die Meinung ( und dies kannst Du auch nicht verhindern ) dass die Perlen zu recht im Knast hocken. Ich muss ja nun nicht die Meinung anderer hierzu teilen, wozu auch ? :)

  • Aber das was man so aus Deutschen Gefängnissen mitbekommt, erinnert mich mehr an ein Luxushotel!

    Grundsätzlich bin ich konform, nur eingesperrt ist nun mal eingesperrt!
    Allerdings würde ich in D auch sogenannte "Chaingangs" für einen adäquaten Strafvollzug gutheissen. Straftaten von ausländischen Mitbürgern werden mit Ausweisung geahndet usw.
    Für sowas reichts aber bei unserer grundsätzlichen Mitte-Links Regierung nicht. Und zwischen CSU und NPD gibts leider nichts in Deutschland!


    Ich halte Guantanamo für ein Verbrechen.

    Naja, ich finde Guantanamo eigentlich als eine gute Lösung :)
    Warum?
    Eine Terroreinheit hat den USA öffentlich den Krieg erklärt und angegriffen. Auf eine Kriegserklärung von Staaten, oder in diesem Fall Kombatanten reagiert man mit Militär, auch ausserhalb des eigenen Hoheitsgebietes!
    Eine Kriegserklärung an eine ganze Nation und die folgende Umsetzung ist m.E. schon etwas anderes als selbst Kapitalverbrechen und sollten dementsprechend auch anders geahndet werden!

  • Die Perlen von PR ( die Abkürzung passt ) sind doch nach der Russischen Gesetzgebung verdonnert wurden . Ich sehe darin kein Problem , außerdem wissen doch die Russen selber nur zu gut ,wenn die sich anlegen mit dem geltenden Recht , was auf sie zu kommt. Dann zu jammern hilft denen auch nur nicht. Einfach nur Pech für die Kuh Elsa...........

    Ist das Ignoranz oder Zynismus ? Die Situation der Frauen IST entsetzlich. Das ist echte Konzentrazionslager http://gulagu.net/news/1563.html Uebrigens, es gibt eine offiziele Bestaetigung fuer die Menschenrechtsverbrechung http://rusnovosti.ru/news/283600/

  • Diakon Andrey Kuraev hat in seinem Live Journal folgende ueber Tolokonnikova geschrieben: Странная озлобленность вроде бы христиан в комментах вокруг письма из колонии.
    Письмо ведь не об особых страданиях автора,а о мучениях тысяч заключенных женщин. Человек кричит о боли и унижении. В ответ вроде бы христиане говорят,что наши лагеря -лучшие лагеря в мире и что страдать там положено [...]
    Что же касается моего отношения к автору письма, скажу так: сколь омерзительна мне жизнь Толоконниковой до ее ареста, столь достойным мне кажется ее поведение после. [...]

    И еще после этого письма мне было бы интересно спросить жен гг.полицейских: каково им гладить и чистить мундиры своих мужей, пошитых руками плачущих и униженных рабынь? http://diak-kuraev.livejournal.com/522945.html

  • Diakon Andrey Kuraev hat in seinem Live Journal folgende ueber Tolokonnikova geschrieben: [..]


    Das ist ein sehr schöner Text, in dem der Geist wahren Christentums (nicht des Fanatismus, der nach Strafen schreit) spricht. Bitte nehmt mir nicht übel, dass ich den nicht übersetzen kann, meine Kenntnis des großrussischen Dialekts reicht dazu leider nicht. Vielleicht Icke?

  • Quote

    In den Kommentaren, von eigentlich auch Christen, um den Brief aus dem Straflager ist eine seltsame Boshaftigkeit.
    In dem Brief geht es doch nicht um die besonderen Leiden des Verfassers, sondern um die Qualen von tausend eingesperrten Frauen. Ein Mensch schreit über Schmerz und Erniedrigungen. Als Antwort sagen die, die doch eigentlich auch Christen sind, dass unsere Lager die besten Lager in der Welt sind und das man dort zu leiden hat. [...]

    Was mein Verhältnis zum Verfasser des Briefes angeht, so will ich es so sagen: So verabscheuungswürdig das Leben der Tolokonnikova bis zu ihrer Verhaftung war, so ehrenhaft scheint mir ihr Verhalten danach. [...]

    Nach diesem Brief würde mich noch interessieren die Frauen der Herren Polizisten zu fragen, wie es ihnen geht beim Bügeln und Reinigen der Uniformen ihrer Männer, die von den Händen weinender und erniedrigter Sklavinnen genäht wurden?