Flüchtlinge/ Geflüchtete

  • Vor kurzem wurde ich von einer Sprachlehrerin auf ein Detail hingewiesen:

    Flüchtling wird derjenige genannt, der sich in diesem Moment auf der
    Flucht befindet - also noch unterwegs ist !!

    Ab dem Moment der Ankunft redet man von einem Geflüchteten (!!)

    War mir auch neu, aber ich war dankbar für den Hinweis.
    So weiß ich jetzt, dass unsere Gastfamilie eben keine Flüchtlinge sind,
    sonder Geflüchtete - dass nur mal so nebenher, an der verka.....ten
    Situation ändert sich dadurch leider ja eh nichts.

    Gruß, Bubochka

    :ua-prapor:

  • Flüchten = Gegenwart. Sprich. Er tut es gerade.
    geflüchtet = Vergangenheit. Alser ist mal geflüchtet, tut es aber jetzt nicht mehr.

    Edith:
    Es ist auch ein riesen Unterschied, onb etwas offenbar oder Scheinbar ist. Allein den Unterschied kennen die ganzen Nachrichtenspackos nicht. Da wird munter offenbar verwendet, obwohl es scheinbar ist. Offenbar (es ist vermutlich so) vs. Scheinbar (es ist eventuell so).

    Momentan sind sehr viele Honks unterwegs, die meinen Grundschul-Deutschunterricht keine 10 Minuten durchgehalten hätten. Willkommen bei der "Bild(ung)selite".

    Edited once, last by GuruSMI (May 6, 2022 at 4:12 PM).

  • Flüchtling ist IMHO auch viel zu sehr "verniedlicht"... sowie "Däumling"...
    Und trifft den Ernst der Sache nicht im Mondesten!
    Auch "während des Vorgangs des Flüchtens" würde ich die Leute dann "Flüchtende" nennen.

    Aber das ganze wird mir dann doch zu sehr "deutsch" - viel zu "kleinkariert"! :D

  • Flüchtling ist IMHO auch viel zu sehr "verniedlicht"... sowie "Däumling"...
    Und trifft den Ernst der Sache nicht im Mondesten!
    Auch "während des Vorgangs des Flüchtens" würde ich die Leute dann "Flüchtende" nennen.

    Aber das ganze wird mir dann doch zu sehr "deutsch" - viel zu "kleinkariert"! :D

    ein angehängtes "ling" ist im Deutschen keine Verniedlichungsform. Ich weiß echt nicht, wie man auf sowas kommt. Ein Flüchtling ist eine Person, die flüchtet. Ein Däumling ist eine Person deren Körpergröße einem Daumen entspricht. Im Badischen Dialekt wird ein "le" als Verniedlichungsform verwendet. Ich benenne einen Bekannten mit Wetterle analog zu seinem Nachnamen Wetter. Insbesondere da er einen Kopf kleiner ist als ich.

    Ich glaube, hier muß so mancher erst nochmals einige Stunden Deutsch in einer Sprachschule nehmen, bevor er sich über die Sprache echauffiert.

  • ... Brauner ...

    Grundsätzlich wäre dies für mich eine Beleidigung und Verunglimpfung meiner Familie. "Wäre", weil Du nicht das Recht hast, mich zu berleidigen. Meine G3 Generation hat mit Nazis nichts am Hut. Mein Urgroßvater war ein Anhänger von König Ludwig. Er schickte seinen beiden Kinder so kurz vor 1933 in die Niederlande und nach Frankreich. Mein Großonkel flog für die Niederländische Luftwaffe ein der wenigen Jagdflugzeuge und rettete dieses nach England. Meine Großmutter saß in Paris und trat der Resistence4 bei. Sie kämpfte bis 1945 recht erfolgreich gegen die Nazischergen. Ihr Mann war Franzose. Also nichts mit Hitler. Auf der väterlichen Seite traf in G2 eine Polin auf einen Russen. Auch da nichts mit braunem Gesocks. Ich bin nach wie vor Europäer und nicht Deutscher. Ich wurde als Europäer erzogen und lebte selbst 2,5 Jahre in den USA und 5 Jahre in CH. Meine (Noch)Frau ist Ukrainerin.

    Optisch bin ich ebenso Europäer. Als Kind Strohblondes Haar ist dies jetzt dunkelblond geworden. Meine Augenfarbe ist je nach Gemütszustand mal eher Stahlgrau mal eher Himmelblau. Die Haut ist weiß. Trotzdem hat diese bisher fast keinen Sonnenbrand erlebt. Egal wie intensiv die Sonne schien. Mit meinen 195cm bin ich auch größentechnisch jenseits dessen, was man z.B. in Afrika an Menschen so antrifft.

    Auch wenn im Original des Sprichwortes ein Gaul gemeint war. Ich bin weder ein Gaul noch ein Vegetarier. Letztere sind in der Natur als Opfer und als Nahrung für Carnivoren gedacht. Soviel zum Thema Brauner.

  • Mit Brauner ist in der Tat ein Pferd gemeint (braunes Fell)... das hat nichts(!) mit Nazis zu tun - und definitiv nicht so von mir gemeint!
    Aber das man das in so einem Kontext... vergiss es - dann tut es mir leid, wenn das so bei dir angekommen ist!

    "Vergiss es" ist hier sowieso die richtige Aussage: Lass uns nicht streiten!

    Ich bin auch kein Sprachwissenschaftler oder Deutschlehrer: Wenn du sagst, dass die Endung "ling" keine Verniedlichung ist, dann will ich dir das glauben... Nur: Echauffiert hatte ich mich wirklich nicht...
    Manchmal kommt "Schreiben" eben nicht so gut rüber wie das "gesprochene Wort".
    Also: :beer: :freunde:

  • Mit Brauner ist in der Tat ein Pferd gemeint (braunes Fell)... das hat nichts(!) mit Nazis zu tun - und definitiv nicht so von mir gemeint!
    Aber das man das in so einem Kontext... vergiss es - dann tut es mir leid, wenn das so bei dir angekommen ist!

    "Vergiss es" ist hier sowieso die richtige Aussage: Lass uns nicht streiten!

    Ich bin auch kein Sprachwissenschaftler oder Deutschlehrer: Wenn du sagst, dass die Endung "ling" keine Verniedlichung ist, dann will ich dir das glauben... Nur: Echauffiert hatte ich mich wirklich nicht...
    Manchmal kommt "Schreiben" eben nicht so gut rüber wie das "gesprochene Wort".
    Also: :beer: :freunde:

    1. Mit dem geschriebenen und gesprochenen Wort stimme ich Dir zu 10% zu,
    2. Ich habe Dir bei Braauner keinen Nazi-Schmarrn unterstellt. Ich habe eine derartige4 Argimentation bereits im Anfang verhindern wollen.
    3. Ich hatte als Kind Reitunterricht im damals recht seltenen Westernreiten. Da hat man auch gelernt, was ein Brauner, ein Rappe oder ein Schimmel ist. Auch, was ein Gefleckter oder Pontaloosa ist. ;)
    4. Dein Wortlaut ließ darauf schließen, das Dich eine Verniedlichung bei Flüchtenden nervt. Du Dich also in diesem Punkt echauffierst. Ich finde diese Verniedlichung auch nicht gut. Denn eine Flucht ist ein massiver, negativer Eingriff in ein Leben. An einer Lebensgefahr gibt es nichts niedliches.

  • Deutsche Sprache, schwere Sprache.
    Als ich mal nachfragte, wie ein geschriebener Satz zu verstehen sei, er könne so oder so interprediert werden, wurde gleich geantwortet - du musst eine Lehrerin sein.
    Weit gefehlt! Als Lehrer hast du eine tiefgründigere Ausbildung auf deinem Gebiet, das fehlt bei uns etwas. Und wir nehmen es eben nicht so genau, so würde ich es mal formulieren.
    Allerdings gebe ich zu, was ich so auf der Straße oder sogar bei meinen Enkeln manchmal höre, gibt mir zu denken. Ich habe das Gefühl, über kurz oder lang gibt es die deutsche Sprache nicht mehr, diese ist so durchwandert von irgendwelchen Ausdrücken oder mittlerweile immer mehr Wörtern aus anderen Sprachen (schon sogut wie eingedeutscht - denglisch :rolleyes: ).
    Ist das nun schlimm oder nicht?!
    Obwohl man auch in der Unterhaltung aneinander vorbei sprechen kann, ist eine Unterhaltung schneller korrigiert. Aufgeschriebenes steht, Korrektur ist nicht so schnell wie in einer Unterhaltung möglich.