Welche Unterstützung bekommen ukrainische Flüchtlinge in D ?

  • 10:00 Luxemburg. EU-Innenminister beraten u.a. über Rechtsstatus von ukrainischen Flüchtlingen. Der Schutzstatus wird voraussichtlich verlängert.

    Aufnahme von Ukrainern: Verlängerung für Ukrainer-Aufnahme - auch für Männer?

    Aufnahme von Ukrainern: Verlängerung für Ukrainer-Aufnahme - auch für Männer?
    EU-Staaten diskutieren: Sollen ukrainische Männer einer bestimmten Altersgruppe künftig vom allgemeinen Schutz ausgenommen werden? Wer betroffen wäre und…
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    Deutsche Staatsbürgerschaft

    Hallo,

    viele ukrainische Flüchtlinge sind im kommenden Jahr bereits 5 Jahre in Deutschland. Das ist im Kern sehr traurig und auch bedauerlich. Doch manche Flüchtlinge werden über die Deutsche Staatsbürgerschaft nachdenken.

    Doppelte Staatsbürgerschaft

    • Änderung in der Ukraine: Wer als Ukrainer eine andere Staatsbürgerschaft annehmen wollte, musste seine ukrainische Staatsbürgerschaft aufgeben. Das ist geändert. Es wurde in die Werchowna Rada am 19. Juni 2025 verabschiedet.
    • Änderung in Deutschland: Seit dem neuen Einbürgerungsgesetz vom Juni 2024 besteht die Möglichkeit für eine doppelte Staatsbürgerschaft.

    Voraussetzungen für die Deutsche Staatsbürgerschaft

    • Mindestaufenthalt: 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland – in Ausnahmefällen 3 Jahre (z.B. verheiratet mit einem/er deutschen Staatsbürger/in)
    • Identität und Staatsangehörigkeit: Die Identität muss einwandfrei feststehen.
    • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung Deutschlands
    • Sprachkenntnisse: Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1 sind mit Zertifikat nachzuweisen
    • Integrationstest: Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung (Einbürgerungstest)
    • man darf keine schweren Straftaten begangen haben
    • Lebensunterhalt: Sicherung des Lebensunterhaltes ohne Sozialleistungen (mit Ausnahmen)

    Die Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes heißt: Es besteht im Augenblick der Antragstellung ein Arbeitsverhältnis und es wird keine Sozialhilfe oder Bürgergeld bezogen. Gerade Frauen oder junge Paare mit Kind/ern haben da vielleicht ein Problem - es gibt einen Lichtblick. Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld, BAföG, sogar wenn man gerade arbeitslos ist, werden nicht als Hinderungsgrund gewertet. Und es gibt bei der Bemessung des verfügbaren Einkommens immer einen gewissen Spielraum. Sollte eine Verheiratung mit einem/er deutschen Staatsbürger/in vorliegen, so muss die ukr. Person nicht berufstätig sein (Familieneinkommen). Ich muss aus Erfahrung sagen, dass bei Verheiratung mit einem Deutschen ein ausreichendes eigenes Einkommen die Angelegenheit sichtlich beschleunigt und die Wartezeit vom Antrag bis zur Aushändigung der Staatsbürgerschaft auf wenige Wochen schrumpfen lässt.

    Diese Chance sollten Ukrainer nutzen. Es geht um eine positive Zukunft auch ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Sicher, mein Land steht vor sehr großen Herausforderungen. Doch ich bin insgesamt zuversichtlich. Deutschland hat immer einen Weg aus kleinen und großen Krisen gefunden. Neubürger aus der Ukraine kommen hier in ein starkes Land mit hohem Lebensstandard. Viele sind jung und werden sich ihr Leben und persönlichen Wohlstand aufbauen können. Arbeiten und Geld verdienen ist nicht verboten / Zitat eines ukr. Landwirtes ;)

    Gruß nobody


    04.06.26 11:51:57

    Dobrindt für neue Aufnahmeregeln bei ukrainischen Männern

    Dobrindt für neue Aufnahmeregeln bei ukrainischen Männern

    Edited 12 times, last by nobody (June 4, 2026 at 1:20 PM).

  • Integrationsfortschritte ukrainischer Flüchtlinge

    Hallo,

    Internetseiten, die sich mit Migration beschäftigen, loben die hohen Integrationsfortschritte der Ukrainer in Deutschland. Ich wollte dies nun einmal für mich nachprüfen. Leider gibt es kaum Material dazu, und ich musste auf die Regierungsantwort wegen einer Anfrage der AfD im Bundestag zurückgreifen, wo zumindest Zahlen bis 30. Juni 2025 genannt werden https://dserver.bundestag.de/btd/21/053/2105316.pdf

    Ich unterstelle einmal, dass Vollzeitarbeit eine Person aus dem Leistungsbezug beim Jobcenter herausbringt und diese Person durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt deckt. 182.145 Personen in Vollzeitbeschäftigung machen aber nur 19,27 % Quote. Sicherlich kann auch eine Teilzeitarbeit ausreichend Geld erbringen, wird es aber meistens nicht. Aktuelle Zahlen sind schwer zu finden. Kinder, Rentner etc. sind oben vollkommen außen vor.

    Was noch bei der Gruppe ukrainischer Flüchtlinge in meine Augen fällt: Bei ca. 1,3 Mio. Flüchtlinge sind dennoch rund 1,8 Mio. in den zurückliegenden Jahren eingereist. Das wäre ein Überhang von einer halben Mio. Personen, die sich hier nicht mehr aufhalten. Die Gruppe der Ukrainer hat eine große Fluktuation, was auch Zahlen zu Sprachkursabbrüchen andeuten. Auch die Grundsicherung im Alter liegt bei Ukrainern auf hohem Niveau: Die Deutschen machen 64,2 % aus, die Ukrainer sind mit 101.700 Personen (Ende 3. Quartal 2025) richtig hoch mit 13,4 % dabei. Und vom Jobturbo will ich wirklich nicht reden.

    Alle Probleme in Deutschland mit Geld zuzuschütten, das wird nicht reichen. Bei der Integration muss Deutschland einen neuen Ansatz suchen. Die Skandinavier geben z.B. Anfangshilfen. Das Mitwirken der zuwandernden Personen ist danach richtig hoch. Wir sollten vielleicht da schauen.

    Nun gehört zur Integration nicht nur die Frage von Arbeit oder Sozialhilfebezug. Klar, Integration geht leichter über Sprache und Arbeit. Integration ist aber auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der Besuch im Theater, die Kunstausstellung, der Chor, der Schwimmverein oder ehrenamtliches Engagement sind nur Teilaspekte. Ukrainer könnten hier dichter an Teilhabe herankommen als andere Gruppen. Tun sie es ?

    Gruß nobody

    Edited 12 times, last by nobody (August 19, 2026 at 12:47 PM).

  • Ukrainischer Führerschein - Umschreibung

    Ganz frisch: Ukrainische Führerscheine können durch Flüchtlinge, solange deren Schutzstatus besteht, ohne Probleme in Deutschland genutzt werden. Das war eine Sonderregelung für diese spezielle Gruppe, die dadurch eben nicht nach 6 Monaten ihre Fahrerlaubnis verlieren sollte.

    Läuft allerdings der Schutzstatus aus (Gründe: Erwerb der Deutschen Staatsbürgerschaft, Niederlassungserlaubnis, Heirat mit einem Deutschen etc.), so gibt es seit vorgestern die Regelung, dass Ukrainer keine erneute Prüfung abzulegen haben. Eine Umschreibung in einen deutschen Füherschein muss aber sein. "Mit der jüngsten Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung wurden die Ukraine und Montenegro in die Staatenliste (Anlage 11 FeV) aufgenommen. Führerscheine aus diesen Staaten können seit 18.8.2026 ohne theoretische und praktische Fahrerlaubnisprüfung in einen deutschen Führerschein umgeschrieben werden." https://www.adac.de/verkehr/rund-u…g-fluechtlinge/

    Link zur Staatenliste https://assets.adac.de/image/upload/v…i4xNzg2ODgxODA2

    Gruß nobody, der als juristischer Laie das jetzt hoffentlich korrekt wiedergegeben hat

    Edited 4 times, last by nobody (August 20, 2026 at 12:48 AM).

  • Sprachkurs - Erfolgsquote

    Hallo,

    wir hatten gegen Ende 2023 nur 46 Prozent der ukrainischen Flüchtlinge, die den Integrationskurs erfolgreich beendeten (Deutsch-Test auf Niveaustufe B1 plus Test „Leben in Deutschland“). Der Rechnungshof sah die Kosten und kritisierte damals: Mehr als die Hälfte sei erfolglos https://www.focus.de/politik/hervor…_259516513.html Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Integrationskurse schließen mit Deutschtest für Zuwanderer ab (DTZ), der zwei Niveaustufen umfasst, B1 oder niedriger A2. A2 reicht für einfachste Dinge hin.

    2025 haben etwa 55 Prozent aller Teilnehmer die Sprachkurse auf Sprachniveau B1 bestanden. Ukrainer werden nicht gesondert ausgewertet, bewegen sich aber im Mittelfeld. Das wäre eine richtige Steigerung gegenüber 2023.

    Einen anderen Weg verfolgt Dänemark. In Dänemark lag und liegt der Fokus auf schnelle Arbeitsaufnahme. "77 Prozent der erwerbsfähigen Ukrainer in Dänemark haben eine Anstellung." https://www.fria.nu/dk/nyheder/int…ringer-succeser Sprachkurse ziehen sich in Dänemark über Jahre, denn sie werden am Abend neben dem Job gemacht. Entsprechend hoch liegt die Abbrecherquote bei mehr als der Hälfte.

    In Dänemark wäre ein vergleichbares Zertifikat zum deutschen B1 dann Dänisch 2 (PD2) und ist z.B. für einen Daueraufenthaltstitel unerlässlich. Wir können davon ausgehen, dass die Ukrainer dies auch über kurz oder lang ablegen, wenn sie sich eine Zukunft dort aufbauen wollen. Sie haben allerdings bis dahin erheblich weniger Unterstützung vom Staat bezogen, stattdessen gearbeitet, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.

    Gruß nobody

    Edited 7 times, last by nobody (September 8, 2026 at 11:40 AM).

  • Sie haben allerdings bis dahin erheblich weniger Unterstützung vom Staat bezogen, stattdessen gearbeitet, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.

    Es gibt eben viele europäische Staaten, welche ihre Migranten deutlich erfolgreicher integrieren können, wie wir es hier in Deutschland schaffen. Manchesmal denke ich, dass einer der Gründe darin liegt, dass wir unsere Migranten zu umfangreich unterstützen. Uns bekannte Flüchtlinge, welche nach Polen oder in die Tschechei geflüchtet sind, stehen ebenfalls komplett in Lohn und Brot. Aber hier? Da gibt es Wohnung und Unterhalt, komplett leistungsbefreit. Vereinzelt versuchen die sich nun schon zum 3. Mal am A2 Deutschkurs. Selbstverständlich werden diese Kurse ebenfalls vom Steuerzahler bezahlt.

    Man muss sich da nicht weiter wundern, dass sich bei so manchen Deutschen doch schon so einiges an Wut aufstaut. Und hätten die ein wenig mehr Einblick, welche Förderungen die Ukrainerinnen erhalten, dann dürfte da richtig viel Druck auf den Kessel kommen.

    Von den Flüchtlingen, welche wir kennen und betreuen, haben 2 quasi eine Vollzeitstelle (sie können damit ihren Lebensunterhalt komplett selber bezahlen) und 4 oder 5 einen Minijob. Ich war anfangs eigentlich deutlich positiver gestimmt, dass "unsere" Flüchtlingen komplett in Lohn und Brot zu bringen sind. Eigentlich ist das alles schon ein wenig enttäuschend.