Krawalle in Nordböhmen

  • Seit etwa 14 Tagen gärt es im nördlichsten Zipfel Böhmens. Gestern, heute und am vergangenen Wochenende fanden von Rechten organisierte Demonstrationen gegen Roma (Zigeuner) statt. Eine Sondereinheit der Polizei wurde von Prag nach Varnsdorf entsandt.
    Ausgangspunkt der aktuellen Proteste waren Überfälle junger krimineller Roma, die von Boulevardpresse und Privatfernsehen zu "Roma-Terror" hochstilisiert wurden.
    Hintergrund der zunehmenden Roma-Kriminalität ist der latente Rassismus der tschechischen Gesellschaft. Seit Jahren werden Roma-Kinder unabhängig von ihren intellektuellen Leistungen generell nur in Hilfsschulen eingeschult, Unternehmer stellen keine Roma ein und staatliche Beschäftigungsprogramme werden gekürzt. Ein Vertrauter von Staatspräsident Klaus forderte sogar jüngst die Abschiebung aller Roma nach Indien.
    Die aktuelle Situation in Nordböhmen wird durch Spekulanten verschärft, die lukrative Immobilien in allen Landesteilen entmieten und die Roma mit Unterstützung der tschechischen Regierung gezielt in Nordböhmen ansiedeln.

    Hier noch ein FAZ-Artikel zum Thema:
    http://www.faz.net/artikel/C31325…l-30494866.html

    Karasek

  • Karasek, ja Leider. In Ungarn haben die schon eine Weile mit dem Selben Problem zu kämpfe. Nur das heir der Staat eher etwas unwillig ist richtig und Massiv einzugreifen. Diese Form des Rassismus gerade gegen die Volksgruppe der Roma ist in Osteuropa LEIDER immer mehr und mehr im kommen !
    Umsiedlung , Abschiebung na dann können die um Klaus doch gleich wieder die KZ nutzen, denn gerade die Tscheschen und Slowaken haben es doch selbst in der Vergangenheit erlebt was dies bedeutet. Aber es sind ja nur die Roma, dafür sich stark zu machen ist dann wohl der Breiten Masse der Tschenen und Slovaken dann doch zu Uncool. Schade......

  • Au das tut echt Weh !!!! Da haette ich unseren Freunden echt etwas mehr zugtraut , aber so einem Vollpfosten auf dem Leim zu gehen Schade !!!!!

  • Die Integration der breiten Masse der Romas ist nirgendwo in Europa zufriedenstellend gelöst.Ich meine, es ist nicht immer nur die Schuld der Mehrheitsgesellschaft.
    Warum die Romas in großer Zahl zuwanderten interessiert die Leute im Zipfel wohl weniger, aber sie sehen sich mit einer immer weiter ausufernden Kiminalität und fremden Kultur konfrontiert und von daher richtet sich ihr Zorn gegen die Roma an sich.
    Von der Ferne lässt sich immer gutmenschlich argumentieren. Aber ich glaube nicht, dass hier viele mit der Romakultur auf Dauer in ihrer unmittelbarer Nachbarschaft glücklich wären.

    :lol:

  • Quote

    Von der Ferne lässt sich immer gutmenschlich argumentieren.


    Ich wohne genau da und habe auch schon unter Roma gelebt. Aber mit einem Roma-Mädel hat man mich nicht in die Disco gelassen. Und als Lehrer habe ich erlebt, wie auch intelligente Roma-Kinder "ausgesiebt" wurden. Auch die in Tschechien üblichen Zwangssterilisationen der Roma-Frauen habe ich kennengelernt. Mich erinnerte der heute durch die Straßen ziehende Mob eher an die sogenannte "wilde Vertreibung" der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg.

    Karasek

  • Quote

    Au das tut echt Weh !!!! Da haette ich unseren Freunden echt etwas mehr zugtraut , aber so einem Vollpfosten auf dem Leim zu gehen Schade !!!!!


    Inzwischen haben Boulevardzeitungen noch etwas über die Motive des "Vollpfosten" herausgefunden. Angeblich soll seine Frau eine Affäre mit einem jungen Rom aus der Varnsdorfer Roma-Szene haben.
    Er wurde übrigens bei den Krawallen am Sonnabend verhaftet und auf massiven Druck seiner Prager Freunde (unter anderen auch ein Minister) wieder auf freien Fuß gesetzt.

    Quelle: novinky.cz heute 7:03 Uhr

    Karasek

  • Ich war gerade in Varnsdorf. In Vorbereitung auf die morgigen Krawalle werden Türen von Wohnhäusern vernagelt als bereite man sich auf eine Sturmflut vor. Ich habe paar Leute danach gefragt - "wegen der Roma".

    Ich hätte mehr Sorgen wegen der Rechten.

    Karasek

    PS:Anbei ein Bild von heute 16:30 Uhr (ungenehmigte Demo)

  • Gerade strebt das Geschehen einem vorläufigen Höhepunkt zu. Nach den nachmittäglichen Protesten in Nový Bor reisen jetzt alle Aktivisten Richtung Varnsdorf. Die Stadt gleicht einem Heer-Lager. Ich wurde beim Abholen meiner Enkel nach dem Mittag 5 x kontrolliert. An einer Strassensperre soll sogar schon geschossen worden sein, als bei einer Buskontrolle ein Reisender eine Pistole zog und auf die Beamten feuerte. Im Moment versammeln sich über 800 Demonstranten vor dem Varnsdorfer Rathaus (Bild) und der Zug aus Nový Bor ist noch gar nicht angekommen.

    Karasek

    PS: Im Moment tobt eine Strassenschlacht, die Roma-Häuser sollen gestürmt werden. es fliegen Steine und Feuerwerkskörper, die Polizei hat Wasserwerfer im Einsatz, die Grenze wurde von deutscher Polizei abgeriegelt.

    PS2: Nach Einsatz berittener Polizei hat die Polizei die erste Schlacht gewonnen, der tschechische Innenminister persönlich ist vor Ort.

  • Progromstimmung. Das erinnert an Rostock -Lichtenhagen. Obwohl die große Mehrheit der Demonstranten wohl auch hier aus berechtigten Gründen auf der Straße ist und nicht rassistisch argumentiert. Beschwerden der Bürger wurden lange ignoriert
    Was wird aber erst passieren, wenn die Polizeistaffeln abziehen? Dann bestimmen radikale Rechte und marodierende Romabanden das Geschehen nach Belieben. Integrationspolitik wird da wohl nur auf dem Papier betrieben. Für die Verantwortlichen in Prag ist das nur ein Randproblem in einer weit entfernten Region.
    Aber auch in Deutschland kümmert man sich nicht unbedingt in erforderlichem Maße um die eher ungebetenen Neuankömmlinge aus Osteuropa und der mit ihnen einhergehenden Zunahme der Kriminalität. Dafür bedarf es einer gesamteuropäischen Politik, sonst sind solche Krawalle erst der Anfang.

    :lol:

  • Hintergrund der zunehmenden Roma-Kriminalität ist der latente Rassismus der tschechischen Gesellschaft. Seit Jahren werden Roma-Kinder unabhängig von ihren intellektuellen Leistungen generell nur in Hilfsschulen eingeschult, Unternehmer stellen keine Roma ein und staatliche Beschäftigungsprogramme werden gekürzt.


    Hmmm, meine Frau hat mir eher das Gegenteil erzählt.
    Sie hatte auch Roma auf der Schule, und hier war es so daß die Eltern der Romakinder nicht wollten das dieses mehr lernt.
    Dann, kürzlich vor zwei Jahren hatte sie einen Roma als Patienten, der zwar einen dicken Benz hatte, aber weder lesen noch schreiben konnte.
    Ist es da nicht ein logischer Schluss, das schlechte Schulbildung zwangsläufig zu schlechten Chancen bei der Jobsuche führen.
    Fragt sich bloß wie sich der Benz finanziert?

    Liebe russische Gemeinde, ich will Euch ein Geheimnis verraten. Bandera ist nicht der Präsident der Ukraine. Stepan Bandera ist seit 1959 tot.

  • NACHTRAG:

    Heute erstatteten zahlreiche Varnsdorfer Bürger Anzeige wegen des "unverhältmäßigen Polizeieinsatzes" am Sonnabend.

    Präsident Klaus rief zu "hartem Durchgreifen" auf.

    Karasek

  • Quote

    keiner von uns möchte eine Romasippe als Nachbarn haben.


    Ich hatte schon mehrfach Roma als Nachbarn. Im nachhinein würde ich sagen, da hatte ich schon schlimmere Deutsche und Tschechen als Nachbarn.

    Karasek

  • Ich hatte schon mehrfach Roma als Nachbarn. Im nachhinein würde ich sagen, da hatte ich schon schlimmere Deutsche und Tschechen als Nachbarn.

    Karasek

    Auch innerhalb dieser Clans, Familien gibt es mit Sicherheit gewaltige Unterschiede und alle Romas verkörpern nicht das Bild was wenige in der Allgemeinheit verbreiten ! Eigenartigerweise haben sogar die Romas untereinander schon sehr eigenen Ansichten ! Je Östlicher die Herkunft des Clans um so abfälliger auch die Meinung der Westeuropäischen Romas ( siehe Spanien )


  • Ich hatte schon mehrfach Roma als Nachbarn. Im nachhinein würde ich sagen, da hatte ich schon schlimmere Deutsche und Tschechen als Nachbarn.

    Karasek


    Es kommt auch immer auf die Anzahl an, bis eine bestimmte "kuturfremde" Volksgruppe als "störend" empfunden wird. Es lebten ja, so wie Karasek schrieb, schon immer Roma in Nordböhmen. Mit dem vermehrten Zuzug der letzten Monate kamen auch die Probleme verstärkt.

    :lol:

  • Es kommt auch immer auf die Anzahl an, bis eine bestimmte "kuturfremde" Volksgruppe als "störend" empfunden wird. Es lebten ja, so wie Karasek schrieb, schon immer Roma in Nordböhmen. Mit dem vermehrten Zuzug der letzten Monate kamen auch die Probleme verstärkt.

    Da ist durchaus etwas daran ! Eine Reihe von Romas lebten da schon ständig neben Tschechen und Slowaken und so meine Vermutung auch relativ friedlich, Stunk gibt es in jeder Nachbarschaft ( vor allem in Biederen Deutschen Reihenhaussiedlungen :brueller: )
    Mit der EU Erweiterung , sahen viele Romas aus dem Osten - ihre Chance im Westen , wozu nun die Tschechei auch gehörte ! Eine Vielzahl an Clanmitgliedern auf zu Engen und meist Traditionell geprägten Raum. Andere Sprache und Rechtsauffassungen gepaart mit dem Drang der vermeintlichen Freiheit birgt auf beiden Seiten für erheblich Zündstoff !

  • Meine vorherige Heimat Dotmund - heya BvB heya BvB (Tchuldigung, ein Reflex) wurde vor einiger Zeit von Roma als Markt entdeck, zahlreiche Roma Zuhälter karrten Bulgarinnen und Rumäninnen zum Dortmunder Strassenstrich. Die Dortmunder Nordstadt vermullte noch mehr als ohnehin, nach Pressemeldungen werkelten zum Teil nach Pressangaben etwa 180 Nutten aus Bulgarien und Rumänien und finanzierten den mitgebrachten Anhang, die Kriminalität stieg. Dortmund reagierte dann irgendwann mit Einrichtung eines Sperrbezirks.

    Paradoxerweise wurde in der Presse die unerträglich Űbergutmenschliche Argumentation "die werden in Bulgarien diskreminiert, daher műssen die Mådels in DO anschaffen" gedruckt - vermutlich muß man daher auch die Nordstadt zuműllen und mal in fremde Wohnungen eisteigen, wenn man diskreminiert wird hat man doch fűr alles Verständnis.