Zitat mbert:
Mit den reflexartigen Reaktionen, wenn es um Bandera geht, liegt Rene aus meiner Sicht genau richtig. Er ist so eine Art heilige Kuh geworden. Nur - da gebe ich Dir recht - er ist es nicht, weil die Leute auf Faschismus abfahren, sondern, weil Bandera in ihren Augen - zu Recht oder zu Unrecht - gewisse Dinge symbolisiert, z.B. den Unabhängigkeitskampf und den Widerstand gegen die Besatzung
Da sitzen wir nun heute vor unserem PC googlen und haben das Wissen der Welt in Reichweite und maßen uns Urteile über Menschen, Organisationen und Handlungen an, die in einer Zeit der seltenen Zeitungen und der Propagandisten lebten und kämpften. Wir wissen heute schon was damals noch Zukunft war. Ist es nicht unfair aus dieser Position zu verurteilen?
Ich rede dabei nicht von Joseph und seinen Bruder Adolf und deren Gefolgschaft.
Da sind junge Ukrainer, die im Zerfall des Habsburger Reiches eine Chance sehen eine ukrainische Republik zu errichten. Sie tun dies und dann wird alles von den Polen und den Russen zunichte gemacht. Natürlich kommt es zum Widerstand.
In dieser Zeit wächst Bandera und Kameraden auf, formieren sie den Widerstand gegen die poln. Okkupanten. Dann kommt es noch schlimmer. Joseph und seine NKWD-Banden fallen mordend und zerstörend in die Westukraine ein.
Ist das nicht ein Grund für Widerstand?
Und es gab kein Google und kein TV.
Es war Widerstand gegen Okkupanten und Mörder, gegen die Zerstörung ukrainischer Werte.
Ich habe das stark vereinfacht, bewusst. Es ist nicht nur Bandera, der hier verehrt wird, es ist der jahrhundertalte Wunsch der Ukrainer nach Freiheit und Unabhängigkeit. Und auch der Stolz einer Terrormacht, dem Sieger über Deutschland bis 1956 widerstanden zu haben.
Das sind keine Faschisten gewesen, die in den Karpaten einem Terrorregime Paroli geboten haben.