Ein paar unsortierte Infos fürs Auswandern

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    • Das ganze Problem an dieser Sache mit dem Kindergeld sind die vielen Ausnahmen und Ausnahmen der Ausnahmen....

      Eigentlich gibt es zwei einfache große "Dinge":
      1. Wer kann Kindergeld erhalten?
      2. Was ist eigentlich ein "Kind"?

      Das ist im Gesetz eigentlich klar und einfach definiert.
      Aber dann kommen die vielen Ausnahmen.
      Wohl wahrscheinlich um es einigen Gruppen/Leuten recht zu machen, andererseits aber die Ausnahmen nicht zum Einfallstor für Missbrauch zu machen.
      So kann ein Kindergeldbezieher durchaus auch im Ausland leben, aber nur dann wenn seine Kinder auch bei ihm im Haushalt sind.
      Allerdings nur wenn diese Leute nach §4711, Abs 3, Punkt c der Gruppe xyz angehören ... usw.
      (z.B. Staatsbedienstete im Ausland, oder Missionare, Rote Kreuz Mitarbeiter, die überwiegend im Ausland arbeiten etc.)

      Dann gibt es den Kindergeldanspruch nach ESt (Einkommensteiergesetzgebung) aber parallel auch noch im BKGG (Bundeskindergeldgesetz).

      Habe dazu gestern noch einige Urteile dazu gefunden - interessanterweise viele von türkischen/türkischstämmigen Mitbürgern ausgefochten.
      Z.B. Familie lebt in Deutschland und schickt Tochter zur Großmutter in die Türkei zur Schule.
      Die haben über mehrere Instanzen prozessiert, auf Gleichbehandlung etc. gepocht - und letztendlich verloren.

      Noch Interessanter wird es, weil es auch noch Länderspezifische Ausnahmen gibt.
      Hat das Kind z.B. in Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Marokko, Tunesien seinen Wohnsitz, kann trotzdem vermindertes Kindergeld gewährt werden...
      Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen.

      ---

      Das mit dem "gewöhnlichen Aufenthalt" ist auch so ein schwammiger Begriff, der von jedem Amt so ausgelegt werden kann, wie es für den jeweiligen Fall für ihn am günstigsten ist.
      Wenn ich z.B. mehr als 183 Tage im Ausland bin, brauche ich (vereinfacht gesagt) eigentlich keine Steuern mehr zahlen.
      (Ganz einfache Regel)
      Das Finanzamt ist aber der Meinung, wenn ich die restlichen wenigen Tage in Deutschland gemeldet bin, meine Wohnung habe und dann in meinen normalen sozialem Umfeld lebe, ist weiterhin Deutschland mein Lebensmittelpunkt. (und muß dann volle Steuern zahlen)


      Die Familenkasse sieht das genau andersherum (damit sie dann kein Kindergeld zahlen braucht).


      Ich habs aufgegeben es allen rechtmachen zu wollen.
      Ich zahle jetzt in und für Deutschland meine Steuern, (inkl. Kirchensteuer obwohl ich eigentlich nicht sehr gläubig bin, aber ich schon die vielen sozialen Projekte der Kirche unterstützen möchte).
      Aber ich erkläre nicht ständig irgendwem, ob wir gerade in Weißrussland sind oder wieder in Deutschland.
      Jedenfalls für die Vergangenheit würde es mir selber schwerfallen festzulegen, wo mein "gewöhnlicher Aufenthalt" und der meiner Familie war.


      Für 2012 sieht das wohl anders aus. Und nun bin ich wieder am Grübeln, ob ich mich nicht auch komplett aus Deutschland abmelden sollte.
      Mit der kleinen "Unregelmäßigkeit", daß ich offiziell in Deutschland für Banken, Versicherung etc. gemeldet bliebe...
    • MrMogilev schrieb:

      Noch Interessanter wird es, weil es auch noch Länderspezifische Ausnahmen gibt.
      Hat das Kind z.B. in Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Marokko, Tunesien seinen Wohnsitz, kann trotzdem vermindertes Kindergeld gewährt werden...
      Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen.
      Ja diese gibt es ! Ein weiteres Beispiel ist Thailand - Freunde die da Leben beziehen auch weiter das Kindergeld ! Zu recht, da diese ja auch noch nach Deutschen Recht Steuerlich hier veranlagt werden. Somit haben diese auch den Anspruch darauf !

      MrMogilev schrieb:

      Das mit dem "gewöhnlichen Aufenthalt" ist auch so ein schwammiger Begriff, der von jedem Amt so ausgelegt werden kann, wie es für den jeweiligen Fall für ihn am günstigsten ist.
      Wenn ich z.B. mehr als 183 Tage im Ausland bin, brauche ich (vereinfacht gesagt) eigentlich keine Steuern mehr zahlen.
      (Ganz einfache Regel)
      Das Finanzamt ist aber der Meinung, wenn ich die restlichen wenigen Tage in Deutschland gemeldet bin, meine Wohnung habe und dann in meinen normalen sozialem Umfeld lebe, ist weiterhin Deutschland mein Lebensmittelpunkt. (und muß dann volle Steuern zahlen)
      Unser Steuerrecht ist wohl dasjenige wo nicht einmal " Steuerexperten " sich darin auskennen. Doch solange man in Deutschland noch gemeldet ist , einen Wohnsitz hat . Halten diese die Hand auf. Hier aber wiederum - zählen dann andere Rechtliche Grundlagen, solltest Du Dauerhaft im Ausland leben und arbeiten. Schwieriger wird es wenn die Einkünfte im Ausland - NICHT über Deutsche Firmen erzielt werden.

      MrMogilev schrieb:

      ch habs aufgegeben es allen rechtmachen zu wollen.
      Ich zahle jetzt in und für Deutschland meine Steuern, (inkl. Kirchensteuer obwohl ich eigentlich nicht sehr gläubig bin, aber ich schon die vielen sozialen Projekte der Kirche unterstützen möchte).
      Man, dann tritt doch da aus ! Vor allem wenn Du bestimmte Projekte persönlich unterstützen möchtest , nach dem Austritt die Differenz dann Deiner Gemeinde " Zweckbezogen " spenden. Da haben diese mehr davon ! Und " Zweckbezogen " - das kann sich dann kein anderer unter den Nagel reisen !
    • krissa60 schrieb:

      da diese ja auch noch nach Deutschen Recht Steuerlich hier veranlagt werden. Somit haben diese auch den Anspruch darauf !
      Ja eben nicht.
      Es gibt etliche Gerichtsurteile, die das genau verneinen.
      Und wenn ich das Gesetz so lese, gibt es diesen Anspruch nur unter ganz bestimmten Umständen.
      Eine andere Sache ist natürlich, was ich den Ämtern überhaupt konkret mitteile.

      Wenn ich denen gar nicht auf die Nase binde, daß ich ganz woanders bin.
      Aber weiterhin gemeldet bin, und meine Post durchschaue(durchschauen lassen), dann habe ich große Chancen damit durchzukommen.
      Es sei denn man lebt - wie ich - aufm Dorf... *flüsterflüster und getuschel* :)

      Inzwischen habe ich auch ein Gerichtsurteil gefunden, welches den Eltern Kindergeld zugesprochen hat.
      Tochter ging 5 Jahre nach Russland zum Studieren.
      In den Semesterferien kam sie aber wieder zurück zu Ihren Eltern (und ihr eigenes Zimmer).

      Der Fall ist eigentlich vom Prinzip her identisch, wie das mit der türkischen Tochter, was ich zuvor erwähnt habe.

      Ich glaube, das beste ist es, der Familienkasse die Änderung mitzuteilen, und abzuwarten wie sie reagieren (und warum).
      Und anschließend evtl. Widerspruch einzulegen... bis hoch zum Gericht...
      Ob das den Aufwand lohnt - grübel.

      Wg. der gemeinsamen Veranlagung habe ich inzwischen die Nachricht meiner Steuerberaterin bekommen.
      Ehepartner im EU-Ausland -> kein Problem.
      Ehepartner im Nicht-EU-Ausland (also hier Belarus) -> niente...

      Keine Chance.
      Ich kann höchstens einige besondere Aufwendungen mehr absetzen. Damit erreiche ich aber absolut gesehen nie die gleichen Steuerersparnisse, wie bei der gemeinsamen Veranlagung.

      Andererseits reicht es für die gemeinsame Veranlagung aus, auch nur einen Tag des Kalenderjahres zusammen in Deutschland gelebt zu haben.
      Also könnte man mit Frau, Kind & Kegel sich in den Sommerferien ganz normal in Deutschland wieder anmelden.
      Den Finanzbeamten kurz besuchen gehen "Huhu wir sind da...." (so als Nachweis).
      Und anschließend sich gemeinsam Veranlagen zu lassen.
    • nelsalex schrieb:

      Habe auch letztens einen interessante Artikel zum Thema Kindergeld 2012 gefunden und fand das auch sehr einfach zusammengefasst und erklärt.
      Vielen Dank für den Link. :thumbup:
      Da wird nämlich etwas erwähnt, woran ich noch gar nicht gedacht habe.
      Nämlich den Kinderfreibetrag.
      Und da gibt es auch explizit noch den Auslandskinderfreibetrag für Kinder die ihren Wohnsitz im Ausland haben.

      Da hat dann meine Steuerberaterin wieder was zum Durchrechnen, was wie wo in welcher Konstellation am günstigsten ist.
      Prinzipiell könnte ich sogar die Kindergartenbeiträge aus Weißrussland als Erziehungs/Betreuungskosten angeben.