Krim betrachtet sich als Teil Russlands

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Forumsstruktur

    • Krim betrachtet sich als Teil Russlands

      ......Nur wenige Stunden nachdem das Parlament der ukrainischen Halbinsel Krim einstimmig für einen Anschluss an Russland sowie eine Vorverlegung des
      entsprechenden Referendums gestimmt hat, teilte die Regionalregierung mit, man betrachte sich ab sofort als Teil Russlands.......Die einzig legitimen Streitkräfte auf der Krim seien die russischen Truppen, sagt Vize-Regierungschef Rustam Temirgaliew. Ukrainische Einheiten würden fortan als Besatzer betrachtet. Die Soldaten müssten entweder ihre Stützpunkte räumen oder die russische Staatsbürgerschaft annehmen und sich der russischen Armee anschließen.
      Weiterlesen auf Tagesschau: Krim sieht sich schon als Teil Russlands

      Diese Meldung hat mich zugegebenermassen sehr hart getroffen, so daß es heute an meiner Frau war mir beruhigende Worte zu sagen.
      Ich kenne die ukrainischen Streitkräfte ein bisschen. Sie wissen das sie keine top-hochgerüstete Armee sind, ihr Sold schon fast lächerlich ( wenn er überhaupt bezahlt wird ) und es oft an allen "Ecken und Enden" fehlt.
      Aber sie sind Stolz und Willens ihr Land zu verteidigen. Wie muß man sich jetzt als ukrainischer Soldat auf der Krim fühlen wenn man erst in der eigenen Kaserne eingesperrt wird, von der Versorgung an Lebensmittel und Material durch sogenannte Selbstverteidigungskräfte abgeschnitten wird?
      Jetzt gelten sie auf ihren eigenen Territorium, welches immer noch das Territorium der Ukraine ist, auch noch als Besatzer und werden zum überlaufen aufgefordert oder sollen wie geschlagene Hunde abziehen.

      Meine Güte Putin, willst Du wirklich Krieg. :dash:
    • Minuteman schrieb:



      Meine Güte Putin, willst Du wirklich Krieg. :dash:


      Zu einem Krieg wird es nicht kommen. Kerry hatte zwar mit Sanktionen gedroht, auf einen Krieg werden sich die USA mit Russland jedoch nicht einlassen. Das gilt wohl auch fuer alle anderen westlichen Laender. Dazu, so leid es mir tut, bedeutet ihnen die Krim nun wirklich zu wenig.

      Man kann es nun nennen wir man moechte. "Erzwungene Entscheidung", "provoziertes Referendum" bei dem die Leute eingeschuechtert wurden usw. Im Endeffekt, sollte es beim Referendum tatsaechlich soweit kommen das sie sich die Einwohner der Krim fuer Russland entscheiden, bleibt uns nichts anderes uebrig als diese Entscheidung zu akzeptieren. Man muss einfach ganz deutlich sagen das es auf der Krim kaum Widerstand gibt / gab.

      Auch hier koennte man argumentieren das man gegen die schwer bewaffneten Soldaten sicherlich eh keine Chance haette aber Dante hat uns ja etwas an den persoenlichen Gespraechen mit seinen "Leuten" vor Ort etwas teilhaben lassen. Dem was er mit uns teilte konnte ich entnehmen das man vielleicht auch nicht zwingend Widerstand leisten moechte, selbst wenn man koennte. Insofern, auch wenn ich persoenlich die Krim als Teil der Ukraine sehe, bleibt uns dann wohl wirklich nichts anderes uebrig als die Entscheidung der Menschen vor Ort zu akzeptieren.
    • @Rene, hier ist primär interessant, wie nach einer Abstimmung denn nun wirklich die Mehrheitsverhältnisse aussähen. Dass es auf der Krym sicher eine Reihe Menschen gibt, die einen Anschluss an Russland befürworten würden, vermute ich auch. Nur - was macht man, wenn es z.B. 55% vs. 45% für eine Abspaltung ausginge? Welche Art von Mehrheit bräuchte man, um eine eine Sezession durchzusetzen? Gibt es dazu in der ukrainischen Verfassung irgendetwas? Was sagt das internationale Recht dazu?

      Aber vor allem würde mich eines interessieren - was täte Russland, ginge die Abstimmung nicht so aus, wie von Russland gewünscht? Würde es so eine Entscheidung respektieren und seine völkerrechtswidrige Besetzung der Krym beenden?

      Weitere Szenario - im Fall eines Anschlusses der Krym an Russland - würde Russland es damit bewenden lassen? Ohne das Festland kann die Krym nicht überlegen, also "müsste" Putler hier wohl seinen Eroberungszug noch ausdehnen, oder?
    • mbert schrieb:

      @Rene, hier ist primär interessant, wie nach einer Abstimmung denn nun wirklich die Mehrheitsverhältnisse aussähen. Dass es auf der Krym sicher eine Reihe Menschen gibt, die einen Anschluss an Russland befürworten würden, vermute ich auch. Nur - was macht man, wenn es z.B. 55% vs. 45% für eine Abspaltung ausginge? Welche Art von Mehrheit bräuchte man, um eine eine Sezession durchzusetzen? Gibt es dazu in der ukrainischen Verfassung irgendetwas? Was sagt das internationale Recht dazu?


      Das kann ich dir wirklich nicht sagen. Fuer mich wuerde grundsaetzlich erstmal das Mehrheitsprinzip gelten. Inwiefern es dafuer internationale Standards gibt, weiss ich nicht um ehrlich zu sein.

      Auf die ukrainische Verfassung duerfte sich Kiew jedoch nicht berufen. An der haben sie auch vorbei gearbeitet als Janukowitsch abgesaegt wurde. Insofern waere es schon eine Frechheit wenn man sich nun in Kiew darauf berufen wuerde.

      mbert schrieb:

      Aber vor allem würde mich eines interessieren - was täte Russland, ginge die Abstimmung nicht so aus, wie von Russland gewünscht? Würde es so eine Entscheidung respektieren und seine völkerrechtswidrige Besetzung der Krym beenden?


      Darueber koennen wir an dieser Stelle nur spekulieren.

      mbert schrieb:

      Weitere Szenario - im Fall eines Anschlusses der Krym an Russland - würde Russland es damit bewenden lassen? Ohne das Festland kann die Krym nicht überlegen, also "müsste" Putler hier wohl seinen Eroberungszug noch ausdehnen, oder?


      Das denke ich nicht. Ich muss gestehen das ich Putin als intelligenten Mann einschaetze. Ich gehe davon aus der er genau weiss was er tut und vor allen Dingen wie weit er es treiben kann ohne einen tatsaechlichen internationalen Konflikt auszuloesen. Bis nach Kiew wuerde er nicht "vormarschieren".

      Ich denke aber auch nicht das die Krim vom ukrainischen Festland abhaengig ist. Wovon ich ausgehe ist das man anfangs mit einbussen im Tourismus zu kaempfen haben wird. Eventuell muesste sich Putin dann seine Visums Sonderreglung fuer westliche Touristen einfallen lassen. In etwa wie in St. Petersburg mit den Kreuzfahrtschiffen und Tagestouren ohne Visum. Es wird aber sicher auch mehr russische Touristen als bisher auf die Krim verschlagen. Ansonsten wird man in der "neuen Ukraine" weiterhin Wein aus der Region trinken wollen. Auch da sehe ich nicht zwingend einen Verlust in Einnahmen. Mit Strom und anderen Dingen laesst sich die Krim auch aus Russland versorgen.
    • Es bleibt nur zu hoffen, das die Ukrainer weiter so besonnen bleiben und sich die Wut der Menschen jetzt nicht auch irgendwann gegen die ethnisch russischen Bürger richtet, die irgendwo im Land leben. Dank Putin und seiner Clique darf ich mir jetzt täglich Sorgen um Frau und Sohn machen, auch wenn das bislang gänzlich unbegründet ist.
      Klar muss auch sein das diese Geschichte eine gezielte Kampfansage an Europa und seine Demokratien ist.
      Und das, was auf der krim so gut funktionierte wird der Zar als nächstes im Osten durchziehen. Die Vorbereitungen laufen schon.
      Schlimm finde ich persönlich, das neben der diplomatischen Aktivität die EU weder willens noch fähig ist starke militärische Signale auszusenden. Der Umgang mit Armee und Militäretat gerade auch in Deutschland war Träumereien geschuldet und höchst fahrlässig.
    • Die Ukraine Prawda meldet, dass sie über Informationen verfüge, dass ein russischer Angriff auf die Ukraine unmittelbar bevorstehe. Das Blatt beruft sich auf einen Information aus der ukrainischen Armee. Demnach erwarten die Militärs einen russischen Angriff bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Die russischen Spezialtruppen “Alpha”, “Vympel” und “Zaslon” sollen bereits auf der Krim operieren und den Angriff vorbereiten.
      Der Angriff könne in verschiedenen Varianten erfolgen: Entweder mit Luftschlägen, mit der Entwaffnung der ukrainischen Soldaten in der Ost-Ukraine oder einem Einsatz von Kossacken als menschlicher Schild.deutsche-wirtschafts-nachricht…-steht-unmittelbar-bevor/
      :lol:
    • tartu schrieb:

      Die Ukraine Prawda meldet, dass sie über Informationen verfüge, dass ein russischer Angriff auf die Ukraine unmittelbar bevorstehe
      Nun, das ist ja nicht eingetreten. Allerdings fand ich interessant, was gestern im Fernsehen ein Korrespondent berichtete - er meinte, die Art der Propaganda, die zur Zeit im russischen Fernsehen laufe, deute deutlich darauf hin, dass eine Intervention in der Ostukraine unmittelbar bevorstehe Es würden in immer dramatischeren Bildern Flüchtlinge und Menschen, die für einen Anschluss an Russland demonstrieren, gezeigt.

      Die Sache hätte ihre Logik. Ich glaube nicht, dass Wladolf Putler vor hat, sich von der Krym zurückzuziehen. Nur nützt ihm die Halbinsel wenig, wenn sie versorgungsmäßig vom Festland abgeschnitten ist. Dafür braucht er zwingend ein Stück der Ostukraine. Anders als auf der Krym dürfte man dort nur russisches Militär nicht mehr oder weniger gelassen in Empfang nehmen, ich fürchte, da wird es erstmals richtig Blutvergießen geben.
    • mbert schrieb:

      Nur nützt ihm die Halbinsel wenig, wenn sie versorgungsmäßig vom Festland abgeschnitten ist. Dafür braucht er zwingend ein Stück der Ostukraine. .


      Plaene zur Anbindung der Krim an das russische Festland gibt es bereits. Die Stromversorgung wird wohl das groesste "Challenge" sein. Zehn Prozent der Haushalte werden von Kraftwerken auf der Krim selbst versorgt. Der Rest ist vom ukrainischen Festland abhaengig. Bis das "Seekabel" gelegt wurde, koennte man eventuell die restlichen Haushalte mit Hilfe des Militaers ueber Generatoren versorgen.

      Anbindung der Krim an russisches Festland
    • „Leider“ muß auch ich Renes Sichtweise teilen. Die Ukraine und Russland sind im globalen Kontext leider nicht mehr wichtig genug für die NATO Staaten.
      Also hinsichtlich einer militärischen Intervention.

      Zuerst sollte man die Sache emotionslos und wertefrei analysieren und sich fragen:


      Was will Putin?

      - „Russische Zollunion“, die die Länder der grenznahen Ex-Block Staaten wirtschaftlich näher an Russland bindet und als Brücke zum westlichen Markt fungiert.

      - Expansions-Stopp der Nato an den Grenzen Russlands.

      - Sicherung der Schwarzmeer-Flotte

      Putin hat es schon oft öffentlich gesagt, dass er den Zusammenbruch der SU als persönliche Katastrophe empfindet.
      Der Ursprung der Sache liegt wohl in den 2 plus 4 Verträgen und den Folgeverträgen.

      Gorbatschows SU war pleite. Er mußte Getreide aus den U.S.A importieren und Kredite aufnehmen. Deswegen wurden die Sowjet-Truppen fast bedingungslos aus den EX-Blockstaaten zurückgezogen.

      Gorbatschows ging davon aus, dass durch dieses Entgegenkommen die NATO nicht weiter in Richtung Osten expandieren würde.
      Leider ist das Gegenteil passiert.

      Aus Sicht Putins war die Gefahr zu groß, dass der Vertrag mit der Ukraine bei einer pro-westlichen Regierung hinsichtlich der Schwarzmeer-Flotte auslaufen oder aufgehoben würde.
      Weiterhin gab es offene Gespräche für einen Anwärterschaft der Ukraine in die NATO.


      Wieso ist ein Krieg unwahrscheinlich?


      1) U.S.A / NATO


      - die U.S.A haben sich in den letzten Jahren in teure Kriege in Nah-Ost verstrickt

      - schon vor ca. 3-6 Jahren hat Obama die „Pazifik-Doktrin“ ausgesprochen – also geo-politsche Ausrichtung in den Pazifik und Fokus Richtung China.

      - durch das Fracking sind die U.S.A nicht mehr auf ausländische Energieresourcen angewiesen (Naher-Osten)

      - Atommächte kämpfen nicht offen gegen andere Atommächte

      - Die U.S.A brauchen Russland als Vermittler im Nahen-Osten


      2) E.U / NATO

      - die baltischen Staaten sind zu 100% vom russischen Gas abhängig, Deutschland mit 30%

      - Deutschland exportiert jährlich Waren, hauptsächlich Maschinen, in Höhe von ca. 40 Milliarden Euro nach Russland!


      3) Russland

      - Gas-Pipelines gehen alle nach Europa; nach China ist noch nichts ausgebaut. Russland ist ohne den EU Markt (historisch) nicht überlebensfähig.

      - Die russische Wirtschaft befindet sich am Anfang einer Rezession

      - Russland gehört kultur-historisch zu Europa

      - Die Kiewer Rus ist kulturell und religiös die Wiege für das russische Volk. Die russische Bevölkerung würde ein Mord am slawischen Brudervolk nicht akzeptieren.

      - Die russische Armee ist bis auf ihre „Special Forces“ marode.


      Putins Strategie:


      - Russland schürt mit Sendern wie RT usw. die Ängste im Osten und auf der Krim vor dem Faschismus und gräbt alte „Kalter Krieg“ Resentiments aus.

      - Damit forciert er ein Referendum im Osten und auf der Krim von der Bevölkerung

      - Aus Russland hört man Stimmen, dass Putin für die Krim ein Protektorat vorgesehen hat und für den Osten eine Art Föderation.
      Off. würden die beiden „Gebilde“ zur Ukraine gehören, man könnte sie aber als autonome „Gebilde“ in die Zollunion aufnehmen.

      - Die Menschen dort hätten demokratisch abgestimmt und würden nicht off. zu Russland gehören.

      Referendum Krim:

      Nach meiner Erfahrung dort würde ich auf eine Mehheit von min. 55 % spekulieren.
      Bei den Tataren war und ist der Zankapfel die Landansprüche – könnte man sich dort einigen, könnte man die Tataren noch auf seine Seite ziehen.

      Referendum Osten:

      Halte ich für völlig offen – Tippe aber max. auf eine Art Föderation. Man will in der Ukraine bleiben und man sieht sich auch als Ukrainer mit russischen Wurzeln.
      "Übertriebene Toleranz ist ein Beweis des Misstrauens gegen das eigene Ideal"
      Friedrich Nietzsche

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dante ()

    • Grundsätzlich bin ich ja für emotionslose und wertfreie Analysen, was mir allerdings zur Zeit etwas schwer fällt.
      Ich finde Deine Analyse auch gut und wohl überlegt, dennoch sind hier zwei Punkte dabei welche ich nicht so ganz nachvollziehen kann:

      Dante schrieb:

      - Expansions-Stopp der Nato an den Grenzen Russlands.
      Die Ukraine war schon immer mehrheitlich eher gegen die NATO, Pro-EU ja. Mit dieser offensichtlichen militärisch unterstützten Rückholung schürt Putin ja gerade einen Stimmungswandel auf dem ukrainischen Festland a.s.a.p. der NATO beizutreten. Vor allem wenn die NATO sich momentan damit entschuldigt man könne hier fast nichts machen weil die UA kein NATO-Mitglied sei.
      Das vorangetriebene AA ist ja weder eine EU Beitritt und am allerwenigsten war es eine Beitrittserklärung an die NATO.

      Dante schrieb:

      - Sicherung der Schwarzmeer-Flotte
      Die Schwarzmeerflotte wird hier aus meiner Sicht dann aber kräftig überbewertet. Die Schiffe die dort stationiert sind waren bei meiner letzten Hafenrundfahrt in Sewastopol nun wahrlich keine Vorzeigemodelle. Vor allem muß ma ständig durch das Nadelöhr Bosporus welche im Ernstfall durch einen "versehentlich" auf Grund gelaufenen Tanker dicht ist.
      Die Krim als "Flugzeugträger" zu missbrauchen macht da schon eher Sinn!

      Für mich wäre eine Einverleibung der Krim in der Tat eine "loose-loose" Situation!
    • Aufruhr in der Türkei: Krim-Tataren protestieren gegen Russland
      Die russische Besetzung der Krim erregt die Gemüter in der Türkei. In
      Ankara sind hunderte Krim-Tataren auf die Straße gegangen, um gegen
      Moskaus Vorstoß zu protestieren. Die Krim-Tataren sind eine
      türkischsprachige Ethnie und haben eine große Gemeinde in der Türkei.
      Auch Außenminister Ahmed Davutoğlu ist einer von ihnen....
      deutsch-tuerkische-nachrichten…testieren-gegen-russland/
      Ich hoffe, die Krim-Tataren werden entsprechend auf die Besatzer aus Russland reagieren!
    • Ach, soll doch die Krim zu Russland.
      Es ist schon fast müßig ob der militärischen Intervention, des zögerlichen Verhalten des Westens und der anscheinend überwiegenden Meinung der Krimbewohner die Krim sei an der Seite Russlands besser gestellt über die Rechtmässigkeit zu sinnieren.
      Wer die ukrainischen Wahlen kennt will den noch bezweifeln daß das Referendum eindeutig sein wird. Vor allem mit Selbstverteidigungskräften vor der Haustür! Da braucht man sich kenen Illusionen hingeben.
      70 % der Touristen auf der Krim sind Ukrainer vom Festland, bisher mußte die autonome Republik Krim von Kiew finanziell gestützt werden.
      Strom, Wasser und das Schienennetz gehen vom ukrainischen Festland aus.

      Also warum für etwas kämpfen was zum jetzigen Zeitpunkt als verloren anzusehen ist. Anstatt sich auf die Krim-Krise zu konzentrieren sollte sich der empörte Westen und die USA darauf besinnen was in der Nachkriegszeit wunderbar funktioniert hat.
      Wir erinnern uns das es im Nachkriegsdeutschland einen Marshallplan gab. Vielleicht wäre es an der Zeit so einen Plan wieder aus der Schublade zu holen und die verbleibende Ukraine mit der nötigen fachlichen Unterstützung und Wirtschaftshilfen aus ihrer Krise herauszuholen, Perspektiven zu schaffen und Optimismus in die Zukunft voranzutreiben. Mit der NATO, den USA und der EU als starken Bündnispartner. Das würde mit Sicherheit mehr bringen als 10 US-Flugzeugträger.
      Denn eines war den Strategen von damals schon bekannt und klar. Militärisch kann Russland gegenhalten, wirtschaftlich nicht. Das war damals schon der wunde Punkt der SU, und ist es bis heute in Russland. Sicher kann Russland uns den Gashahn abdrehen, das Problem ist nur Russland bekommt dann auch keine Devisen mehr, mal abgesehen von der Technologie aus dem Westen welches für Russland substanziell ist.
    • Wir erinnern uns das es im Nachkriegsdeutschland einen Marshallplan gab. Vielleicht wäre es an der Zeit so einen Plan wieder aus der Schublade zu holen und die verbleibende Ukraine mit der nötigen fachlichen Unterstützung und Wirtschaftshilfen aus ihrer Krise herauszuholen, Perspektiven zu schaffen und Optimismus in die Zukunft voranzutreiben. Mit der NATO, den USA und der EU als starken Bündnispartner. Das würde mit Sicherheit mehr bringen als 10 US-Flugzeugträger.
      Denn eines war den Strategen von damals schon bekannt und klar. Militärisch kann Russland gegenhalten, wirtschaftlich nicht. Das war damals schon der wunde Punkt der SU, und ist es bis heute in Russland. Sicher kann Russland uns den Gashahn abdrehen, das Problem ist nur Russland bekommt dann auch keine Devisen mehr, mal abgesehen von der Technologie aus dem Westen welches für Russland substanziell ist.

      Die Zeiten sind völlig anders. Europa steckt noch immer in einer tiefen Krise und die EU ist mit der Rettung ihrer Mitgliedsländer und des Euro völlig ausgelastet, als dass sie solch ein Riesenprojekt wie die Ukraine stemmen könnte. Außerdem sehe ich es als äußerst gefährlich an, wenn die Ukraine solchen Bündnissen wie der Nato beitreten würde. Dies an der Grenze zu Russland würde eine neue politische Eiszeit und einen Rückfall in den kalten Krieg bedeuten. Für einen EU ist die Ukraine längst nicht reif und käme wohl vom Regen in die Traufe. Hilfsgelder in größerem Stil werdden wenn, wohl erst nach den Wahlen fließen, wenn es wieder eine legitime Regierung gibt..
      :lol:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tartu ()

    • tartu schrieb:

      Die Zeiten sind völlig anders. Europa steckt noch immer in einer tiefen Krise und die EU ist mit der Rettung ihrer Mitgliedsländer und des Euro völlig ausgelastet, als dass sie solch ein Riesenprojekt wie die Ukraine stemmen könnte.
      Mit etwas Zweckoptimismus würde ich sagen, dass die Modernisierung ud Einbindung der UA, Europa genau aus dieser Krise wieder rausführen könnte.

      Rene schrieb:

      Geht nicht mit der Verfassung der Ukraine konform? Nun........die neue Regierung in Kiew auch nicht. So einfach ist das :)
      So einfach ist das halt nicht. Konnte man übrigens gestern abend schön bei "Schuster live" sehen. Die Ukrainer würden aus der Misere schon raus kommen, wenn nicht die Russen das Land besetzt hätten.
      Übrigen hatte er gestern nur Bewohner der Krim im Studio, die ihren Ärger über den Maidan und Kiew freien Lauf ließen. Trotzdem waren bei der Studioabstimmung 75% für einen Verbleib in der Ukraine. Leider sind die Stimmzettel aber schon gedruckt und das Ergebnis wurde in Moskau auch schon verkündet. Es wird genau anders herum ausfallen.
    • Rene schrieb:

      Geht nicht mit der Verfassung der Ukraine konform? Nun........die neue Regierung in Kiew auch nicht. So einfach ist das :)
      Rene, ich bin mir jetzt nicht gerade sicher, wie Du das meinst. Hältst Du wirklich beides für vergleichbar? Oder lese ich hier eine leichte Ironie in Bezug auf das, was Moskau daraus macht?

      Ich meine, was den Sturz von Janukovytsch betrifft, gab es definitiv zumindest Verfahrensfehler - wenn ich nur mal an die Abstimmung durch Handzeichen denke, kommt mir da natürlich die Abstimmung zu der unseligen Verschärfung des Demonstrationsrechts nur wenig vorher in den Sinn, ich fand schon ziemlich lustig, dass bei Günther Jauch der russische Journalist gerade darauf so herumritt - denn dann hätte ja Russland schon Wochen vorher zumindest verbal intervenieren und "Foul" rufen müssen. So schlimm scheint das dann ja nicht gewesen zu sein.

      Was die Abstimmung zur Absetzung an sich betrifft, ist die Sache m.E. zumindest unübersichtlich. Janyk hatte sich aus dem Staub gemacht, insofern könnte man argumentieren, dass er nicht mehr in der Lage sei, sein Amt auszuüben. Man könnte übrigens auch so argumentieren, wenn man sich sein Handeln in den Wochen davor betrachtet - war er noch in der Lage, ein Land zu führen? Ich denke, wie auch immer man das hier beurteilt, kann man zu verschiedenen Schlüssen kommen. Was aber - wie ich meine - unstrittig im Sinne des ganzen ukrainischen Volkes ist, ist die Tatsache, dass die Übergangsregierung ein Verfallsdatum hat und im Mai neu gewählt wird. Ich finde, viel demokratischer kann man es nicht machen.

      Nur ist ja die Idee einer Sezession eines Landesteils schon ein kleines bisschen gravierender als die Abwahl eines Staatsoberhaupts, oder? Ich verstehe natürlich, dass es das für Wladolf Putler nicht im geringsten ist, da ja seine Interessen hier letztlich ohnehin der Maßstab für alle Nachbarn zu sein hat (entschuldige, ich polemisiere hier, aber angesichts dessen, was sich da abspielt (und auch angesichts dessen, mit welcher [zensiert] in Foren, Blogkommentaren usw. manche Zeitgenossen behaupten, dass das alles ganz demokratisch und in Ordnung so sei), dann fällt es mir in der Tat schwer, ruhig zu bleiben.
    • Minuteman schrieb:

      Grundsätzlich bin ich ja für emotionslose und wertfreie Analysen, was mir allerdings zur Zeit etwas schwer fällt.
      Ich finde Deine Analyse auch gut und wohl überlegt, dennoch sind hier zwei Punkte dabei welche ich nicht so ganz nachvollziehen kann:

      Dante schrieb:

      - Expansions-Stopp der Nato an den Grenzen Russlands.
      Die Ukraine war schon immer mehrheitlich eher gegen die NATO, Pro-EU ja. Mit dieser offensichtlichen militärisch unterstützten Rückholung schürt Putin ja gerade einen Stimmungswandel auf dem ukrainischen Festland a.s.a.p. der NATO beizutreten. Vor allem wenn die NATO sich momentan damit entschuldigt man könne hier fast nichts machen weil die UA kein NATO-Mitglied sei.
      Das vorangetriebene AA ist ja weder eine EU Beitritt und am allerwenigsten war es eine Beitrittserklärung an die NATO.

      Dante schrieb:

      - Sicherung der Schwarzmeer-Flotte
      Die Schwarzmeerflotte wird hier aus meiner Sicht dann aber kräftig überbewertet. Die Schiffe die dort stationiert sind waren bei meiner letzten Hafenrundfahrt in Sewastopol nun wahrlich keine Vorzeigemodelle. Vor allem muß ma ständig durch das Nadelöhr Bosporus welche im Ernstfall durch einen "versehentlich" auf Grund gelaufenen Tanker dicht ist.
      Die Krim als "Flugzeugträger" zu missbrauchen macht da schon eher Sinn!

      Für mich wäre eine Einverleibung der Krim in der Tat eine "loose-loose" Situation!


      zu Abs.1)

      Da müßte die Prämisse eines Referendums vorliegen, was aber bei der NATO Mitgliedschaft nicht vorliegt. Wer hier Mitglied wird, entscheidet der NATO Rat und die Parlamente des jeweiligen Landes. Was das Volk will interessiert keinen.
      Julias Regierung wollte z.B einen schnellstmöglichen Beitritt.

      Hier die Ost-Europa Ausdehnung der NATO:
      (grün = off. Einladung+Beitrittgespräche)

      [IMG:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/NATO_enlargement.svg]

      zu Abs.2)

      Wie du ja schon richtig gesagt hast, geht es hier nicht um die vor sich hin rostenden Schiffe im Hafen, sondern um einen historischen und strategischen Brückenkopf.

      Du weißt aber auch, dass du bei der Touristen Bootsfahrt nur den Touristenteil siehst - der wesentlich größere Teil ist abgeriegelt.
      Was viel wichtiger ist, ist der Flughafen und die Atom-Uboot Flotte.

      Als Brückenkopf war der die Krim schon im Georgien Krieg unverzichtbar und ist der einzige Zugang zum Mittelmeer und durch den Sueskanal zum Nahen-Osten.
      Strategisch also alles andere als unwichtig - eher das absolute Gegenteil.

      "Ukraine mit der nötigen fachlichen Unterstützung und Wirtschaftshilfen aus ihrer Krise herauszuholen, Perspektiven zu schaffen und Optimismus in die Zukunft voranzutreiben. Mit der NATO, den USA und der EU als starken Bündnispartner. Das würde mit Sicherheit mehr bringen als 10 US-Flugzeugträger."


      Du hast hier einen wichtigen "Big Player" vergessen - den IWF!

      welt.de/newsticker/dpa_nt/info…rmwillen-der-Ukraine.html

      Und was der IWF mit solchen Ländern wie der Ukraine anrichtet, kann dir der Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz sehr detailliert sagen. Insbesondere die Abwicklung der EX-SU ist in seinem Buch ist gut beschrieben.

      Ich glaube nicht, dass du dir wünscht, dass die Ukraine und unsere Familien auf das Niveau eines 3. Welt Landes abrutschen?
      "Übertriebene Toleranz ist ein Beweis des Misstrauens gegen das eigene Ideal"
      Friedrich Nietzsche

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dante ()