Warum treibt Erdogan die Türkei in den Abgrund?

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    • Warum treibt Erdogan die Türkei in den Abgrund?

      Schaut euch mal dieses Video an:

      (von "Visualpolitik DE" - kannte ich vorher nicht)

      Übrigens: 2023 ist der 100. Jahrestag der Gründung der Republik Türkei. Ein sehr symbolträchtiges Datum, anlässlich dessen im Jahr 2010/2011 die Regierung des damaligen Premierministers Erdogan eine Reihe nationaler Ziele aufgestellt hat. Das tolle daran: Dank dieser Ziele und Versprechen können wir heute den realen Erfolg Erdogans sehr einfach messen - also objektiv feststellen, ob er für die Türkei als Regierungschef und Präsident eher gut oder schlecht war.

      WIRTSCHAFT:
      (1) In die Top-10 der Welt-Volkswirtschaften aufsteigen: Nr. 17 (2010) => Nr. 18 (2020)
      (2) $2000 Mrd. BIP: $832 Mrd. (2010) => $649 Mrd. (2020)
      (3) $25.000 BIP pro Kopf: $11.140 (2010) => $7.715 (2020)
      (4) $500 Mrd. Exporte: $135 Mrd (2010) => ~$150 Mrd. (2020)
      (5) $1000 Mrd. Außenhandelsvolumen: $380 Mrd. (2010) => ~ $350 Mrd. (2020)
      (6) 5% Arbeitslosenqote: 9,1% (2010) => 14,6% (2020)

      AUSSENPOLITIK:
      (1) Als erstes und wichtigstes Ziel versprach Erdogan, bis 2023 alle Kriterien für die EU-Aufnahme zu erfüllen und die Türkei zu einem einflussreichen EU-Mitgliedsstaat zu machen. Stand: Nachdem die EU über €9 Mrd. an "Heranführungshilfen" an die Türkei geleistet hat, wurde bislang nur ein einziges der 33 Aufnahmekriterien erfüllt (Wissenschaft und Forschung), die meisten stehen seit Jahren still, 8 wurden gar ganz suspendiert. Das EU-Parlament sprach sich 2016 für ein „Einfrieren“ der Beitrittsgespräche aus. Im April 2018 stellte die EU-Kommission der Türkei in ihrem neuen Beitrittsreife-Bericht ihr bisher schlechtestes Zeugnis aus.

      (2) Als zweites Ziel versprach Erdogan eine Nachhaltige Integration der Türkei in die Region - um wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zu fördern. Stand: zahlreiche stabile Bündnisse sind zerbrochen. Wie im Video beschrieben wird, sind in der Region sind mehrere neue Allianzen gegen die Türkei entstanden. Die Türkei ist also international so desintegriert, gar isoliert wie seit langem nicht mehr.

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    • Inflation in der Türkei so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren

      Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Februar nach dem Absturz der Landeswährung Lira und wegen teurer Rohstoffe so stark gestiegen wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Sie erhöhten sich um 54,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

      Das teilte das Statistikamt am Donnerstag mit. Die Lebensmittel verteuerten sich demnach sogar um rund 65 Prozent, Energie teilweise noch stärker.

      Experten zufolge ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Goldman Sachs geht davon aus, dass die Teuerungsrate im April sogar auf 60 Prozent steigen und erst im Mai/Juni mit 65 Prozent ihren Gipfel erreichen wird. "Wir sehen auch Aufwärtsrisiken bei den Rohstoffpreisen und der geldpolitischen Haltung (der Zentralbank), die nicht auf die Bekämpfung der Inflation ausgerichtet ist", sagte Goldman-Experte Murat Unur.
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      t-online.de/finanzen/news/unte…er-kontrolle-geraten.html
    • Lebensmittel sind Luxusware
      150 Prozent! Türkei leidet unter Mega-Inflation und für Erdogan wird es brenzlig
      Unbezahlbar: In der Türkei treiben hohe Verbraucherkosten Millionen Menschen finanziell in die Enge. Experten warnen nun vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft. Dies könnte sich auch auf die nächsten Wahlen im Juni 2023 auswirken und die Chancen von Präsident Erdogan.

      Laut offiziellen Zahlen beträgt die Inflation in der Türkei inzwischen 69,97 Prozent und hat sich damit im letzten halben Jahr verdreifacht. Die unabhängige Inflation Research Group sieht sie gar bei über 156 Prozent – ein Wert, den jedermann angesichts seines Wocheneinkaufs bestätigen kann.

      Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht, und er trifft die Bevölkerung hart, bis weit in die Mittelschichten hinein. Grundlegende Lebensmittel sind plötzlich dreimal so teuer wie noch vor wenigen Monaten, Kaffee, Fleisch oder Gemüse werden zu Luxuswaren, auf die viele Familien bereits verzichten. Auf den Speisekarten der Restaurants sind die Preise in den vergangenen Wochen mehrfach überklebt worden. Menschen verzichten auf das Kaufen von Trinkwasser und trinken etwa das stark gechlorte Istanbuler Leitungswasser. Familienbesuche zu den Feiertagen am Ende des Ramadans waren für viele in diesem Jahr nicht zu realisieren.

      Türkei: Steigende Preise treffen die Menschen in vielen Lebensbereichen
      Neben den Preisen für Lebensmittel, Kleidung, Benzin oder Energie explodieren auch die Mieten. Viele Menschen klagen, dass ihnen gekündigt und dann die Wohnung für den doppelten Preis wieder angeboten wird. Oft bleibt ihnen angesichts der allgemeinen Marktlage keine andere Wahl, als dieses Angebot anzunehmen. Der Kauf einer Wohnung oder eines Autos – eigentlich ein üblicher Meilenstein für junge Familien in der Türkei – rückt in weite Ferne. Selbst der Weg zur Arbeit wird angesichts der Kosten für Benzin oder öffentlichen Nahverkehr zum Problem. Privatkredite dagegen haben Konjunktur.

      Die Stimmung im Land ist angespannt und pessimistisch, denn selten hat das Land einen derartigen Preisanstieg erlebt. Er kommt in einer Zeit, in der viele Menschen bereits auf die nächsten Wahlen schauen, die regulär im Juni 2023 stattfinden sollen. Die politische Landschaft ist sichtbar schon im Wahlkampfmodus, diverse Schlagabtausche – vielfach ausgetragen in den sozialen Medien – bestimmen die Agenda.

      Ein Bündnis aus sechs Oppositionsparteien verhandelt ein gemeinsames Vorgehen, um die Ära Erdogan zu beenden und die Türkei wieder in ein parlamentarisches System zu überführen. Ein einfaches Unterfangen wird dies angesichts der sehr unterschiedlichen Wählerschaften der Oppositionsparteien nicht werden.
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      focus.de/politik/ausland/leben…brenzlig_id_98073673.html
    • Der Zinsfeind schlägt wieder zu
      Erdogan sorgt für Absturz der Lira

      Die Hyper-Inflation in der Türkei droht, außer Kontrolle zu geraten. Präsident Erdogan kündigt dennoch Zinssenkungen an. Die Währung rauscht deshalb in den Keller.

      Die türkische Währung ist im freien Fall. Für einen Dollar gibt es mittlerweile rund 17 Lira. Seit Jahresbeginn hat die Währung fast ein Viertel ihres Wertes verloren. Im vergangenen Jahr hatte sie schon mehr als 40 Prozent eingebüßt. Der Grund für den aktuellen Kursrutsch: Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, dass die Zentralbank die Zinsen noch weiter senken werde.

      Das ist bemerkenswert, weil Erdogan nicht etwa Präsident der Notenbank, sondern des Landes ist. Und formal ist die Notenbank unabhängig. Doch Erdogan hat sich die Notenbank gefügig gemacht, indem er nacheinander drei Chefs feuerte und mit Sahap Kavcioglu endlich einen Gouverneur fand, der die Wünsche des Staatschefs erfüllt.

      Der Staatschef wünscht sich nämlich niedrige Zinsen. Das ist angesichts der Hyper-Inflation allerdings nicht unbedingt eine gute Idee. Denn der ökonomischen Lehre zufolge sorgen niedrige Zinsen dafür, dass die Inflation weiter an Fahrt gewinnt. Sie liegt derzeit in der Türkei bei mehr als 70 Prozent und damit so hoch wie seit 1998 nicht mehr.

      Außerdem tragen niedrige Zinsen dazu bei, dass die heimische Währung an Wert verliert. Denn dadurch wird es unattraktiver, in der Türkei und nicht etwa anderswo zu investieren, wo es höhere Zinsen gibt. Außerdem müssen Investoren dort einkalkulieren, dass ihr dort eingesetztes Geld schnell an Wert verliert. Ein Teufelskreis: Die Inflation trägt dazu bei, dass Geld in Währungsräume mit stabilerer Währung und höheren Zinsen fließt. Das trägt dazu bei, dass die Lira weiter unter Druck gerät und damit die Inflation an Fahrt gewinnt.
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      n-tv.de/wirtschaft/Erdogan-sor…Lira-article23384672.html
    • Preisauftrieb ufert aus
      Einst bändigte Erdogan die Inflation - nun könnte ihn die Preiskrise das Amt kosten

      DIe Türkei versinkt in der schlimmsten Inflationskrise seit der Jahrtausendwende. Nur einer kann helfen: Staatspräsident Erdogan. Doch der pocht weiter auf niedrige Zinsen - obwohl er sein Land selbst einmal in eine Ära ungekannter Preisstabilität führte. Am Ende könnte ihn die Misere der Verbraucher das Amt kosten.

      Was zeichnet den Wohlstand einer Gesellschaft aus? Kühlschränke! Jedenfalls, wenn es nach Recep Tayyip Erdogan geht. 2018 zitierte der türkische Präsident die hohen Verkaufszahlen der Geräte, um zu demonstrieren, wie weit es das Land doch unter seiner Führung gebracht habe. „Wenn es in jedem Haushalt einen Kühlschrank gibt, dann sind wir auf einem bestimmten Level an Wohlstand“, so Erdogan.

      Für sein eigenwilliges Argument erntete Erdogan Kritik und Spott. „Unsere Bürger haben seit 40 Jahren Kühlschränke in ihren Häusern, nur hat diese vor kurzem selbst geleert“, sagte damals ein Politiker der Oppositionspartei CHP, und zielte damit auf das Problem ab, welches Erdogan mit seinen Aussagen übertönen wollte: Die horrende Inflation im Land.
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      focus.de/finanzen/boerse/konju…-kosten_id_107957459.html
    • Drohende Niederlage bei Türkei-Wahl
      Erdoğan steht am Abgrund

      Im nächsten Jahr wählt die Türkei einen neuen Präsidenten, und Erdoğan liegt in Umfragen zurück – er könnte tatsächlich verlieren. Dem Land drohen chaotische Jahre.

      Noch nie zuvor war sein politisches Ende so nah. Dabei hat der Wahlkampf noch gar nicht begonnen. Erst in etwas weniger als elf Monaten sind Präsidentschaftswahlen in der Türkei, und Präsident Recep Tayyip Erdoğan steht schon jetzt massiv unter Druck. Sein Land leidet unter einer Hyperinflation, die auch für ihn selbst Folgen hat. Aktuelle Meinungsumfragen zeigen: Erdoğan liegt deutlich zurück.

      Die Opposition wartet ab, schaut dabei zu, wie die Regierung keinen Ausweg aus der Wirtschaftskrise findet. Erdoğan dagegen versucht, mit außenpolitischen Erfolgen innenpolitisch zu punkten – er vermittelt zwischen Russland und der Ukraine, ringt um die Ausfuhr des ukrainischen Getreides und trifft an diesem Freitag Wladimir Putin in Moskau. Doch der Applaus von einem großen Teil der Bevölkerung bleibt aus, in einer Zeit, in der viele Menschen darum ringen, ihre Familien ernähren zu können.

      Derzeit liegt der türkische Präsident am Boden, unklar ist, ob er aus eigener Kraft wieder aufstehen kann. Nur eins ist derzeit sicher: Erdoğan wird seine Macht nicht kampflos abgeben. Der Türkei drohen in den kommenden Monaten Streit, ein Krieg und eine weitere gesellschaftliche Spaltung. Was ist da los – und wie geht es weiter?
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      t-online.de/nachrichten/auslan…gan-steht-am-abgrund.html