Nachrichten - besonders über die Ukraine

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    • Russlands Drohkulisse gegen die Ukraine - Destabilisierung

      Hallo,

      um noch einmal meine Einschätzung deutlich zu machen:

      Ukraine
      1. Die Ukraine ist militärisch unterlegen. Dennoch ist die Ukraine stark genug, um sich vehement verteidigen zu können.
      2. Der Westen wird mit Wirtschaftssanktionen etc. ggf. gegen Russland vorgehen. Das schadet uns wenig, bringt Russland allerdings an den Rand des Ruins, weil es wirtschaftlich / infrastrukturell zu den Schwellenländern zählt.
      3. Russland will augenscheinlich die ukrainische Ostukraine in sein Staatsgebiet vollständig integrieren. Das nennt man Annexion.

      NATO - EU
      1. Russland will das Militärbündnis destabilisieren.
      2. Russland will den Zugang weiterer Bündnispartner zur NATO verhindern. (Ukraine, Finnland,...)
      3. Russland will die EU destabilisieren - dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass Gas- und Öllieferungen Richtung EU schnell stark zurückgehen werden, wenn die EU einig den Ausstieg aus fosslien Brennstoffen betreibt.

      Deutschland
      1. Deutschland liegt inmitten der EU und ist wirtschaftlich stark. Hier liegt es nahe, dass gezielt gestreute Störfeuer eine gewisse Unruhe nach Deutschland tragen. Nur aus diesem Grund gibt es RT Deutsch, Unterstützung der AfD, Unterstützung der Corona-Leugner und Impfgegner ...
      2. Gibt es mehr Fürsprecher für eine Annäherung Deutschlands an Russland, so kann Putin politisch punkten. Zugleich weichen wirtschaftliche Verflechtungen die Linie der NATO und / oder der EU auf.

      Unsere Hausaufgaben müssen wir schon selbst machen. Was aber die Ukraine angeht, so könnte man das Land wirtschaftlich stärken und aufbauen. Gerät die Ukraine damit anfangs in eine stärkere westliche Abhängigkeit, so wird es einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Menschen geben. Je weiter das fortschreitet, desto mehr Selbstbewusstsein erlangt die Ukraine. Eine reiche Ukraine ... ja, Geld macht sexy.

      Gruß nobody
    • nobody wrote:

      Russland will augenscheinlich die ukrainische Ostukraine in sein Staatsgebiet vollständig integrieren.
      Da geh ich nicht mit. Russland hätte das mit Donetsk und Luhansk längst machen können, aber wozu? Marode Wirtschaft, das ist ein Zuschussgeschäft. Interessanter wären Kharkiv und Dnipro wegen der Rüstungsindustrie, aber mit "vollständig" hat auch das nichts zu tun. Das einzige, wo ich aktuell (und anhaltend) richtig großen Gebietshunger sehe, ist die Küste des Asowschen Meers, durch die eine Landverbindung zur Krym hergestellt und das Asowsche Meer komplett unter russische Hoheit gebracht werden könnte. Bei allem anderen denke ich, dass Russland viel mehr am Konflikt als an irgendeiner Lösung desselben interessiert ist.
    • Hallo mbert,

      natürlich weist du genau auf den Punkt hin, dass zur Einverleibung reichlich Zeit bestand. Ja.

      Allerdings musste ich mich über das Ausmaß der Ausschlachtungen bezüglich Produktionsanlagen und allerlei technischen Geräts belehren lassen. Die Russen haben die Gebiete richtiggehend geleert. Natürlich gab es damals entsprechende Meldungen über viele Lastwagenladungen voll von Abtransporten. Nur in meiner Einfaltigkeit habe ich den Wert nicht richtig bemessen. Meine Sicht damals: Die Russen transportieren aus Gier und um Schaden zuzufügen jeden Schrott ab. Ich irrte - Deutscher Hochmut !? Aber das brauchte alles seine Zeit. Und Zeit brauchte auch die Krim samt Brückenbau. Putin hatte also alle Hände voll zu tun und hat dann immer mit einem Auge die Reaktionen des Westens beobachtet. Aber da kam ja nichts Bedeutendes. Deshalb, und das ist jetzt meine ganz eigene Sicht, könnte er jetzt die Gebiete, die er sowieso schon besetzt hat, übernehmen.

      Entsprechendes Tamtam in seinen Staatsmedien als Hintergrundmusik und Putin kann innerpolitisch als starker Mann punkten und von Corona und wirtschaftlicher Schieflage ablenken.

      Den Landweg zur Krim müsste Putin mit hohem Blutzoll erobern. Ich habe ja schon etwas über die ukrainische Armee gesagt. Die sind mittlerweile ganz anders drauf. Und da wird es dann auch ganz schön schwierig, wenn Putin sich als starker Mann im eigenen Land gerieren will. Gibt es da unten im Süden einen nennswerten Anteil an irgendwie "russischer" Bevölkerung?

      Aber die Zeit wird deine oder meine Sicht ja ans Licht bringen. Wir warten ab.

      Gruß nobody
    • Die Russen haben die Ukrainer doch stets als "malinkyi brat" bezeichnet... Und ihre Denke ist: der kleine Bruder hat dem großen zu gehorchen.
      Es kommt nun ganz darauf an, ob sich der Ukrainer als "Ukrainer" (mit Nationalstolz) sieht - oder ob er sich als "Sovjet" - und Russland als "legitimen Nachfolger der UdSSR" sieht.

      Die Alten werden sagen: War viel besser damals, als die UdSSR noch existierte - da "waren wir noch wer", Weltmacht, hatten Kultur und uns ging es gut.

      Die Jungen sind geboren und groß geworden unter der "blau-gelben Flagge" - also Ukrainer und mit dem Nationalbewusstsein als Ukrainer.

      Die Alten müssen überlegen, ob sie den Jungen eine "eigene Zukunft" zugestehen wollen... oder eben nicht!
      Doch was bietet ihnen denn das aktuelle Putin-Russland? Neue Schriftsteller...? Berühnte Musiker und Komponisten..?
      Oder doch wohl eher: Atomwaffen, U-Boote, Kriegsschiffe, Panzer, Kampfflugzeuge? Militär?
      DAS ist doch das Einzige, das Putin nach vorne gebracht hat - und den eigenen Reichtum und den der Oligarchen-Freunde!

      Wird Zeit, dass die Bevölkerung - endlich - aufsteht und Widerstand leistet!
      (die Bevölkerung in der Türkei scheint so langsam "bereit zu sein"... vielleicht... ich habe noch Hoffnung!)
    • 1. UA in die EU aufnehmen. Wirtschaftliche Unterstützung und Hilfe bei der Bekämpfung der - immer noch - vorhandenen Korruption anbieten.

      2. Den NATO-Beitritt der UA - zumindest vorerst und jedenfalls kurzfristig - ausschliessen... und das auch "in Richtung Russland" (und in gewissem Maße auch in Richtung der Türkei) öffentlich kundtun.

      3. Die jeweiligen Reaktionen abwarten... ggfls. mit Wirtschaftssanktionen und evtl. Ausschluss aus dem Internat. Zahlungssystem drohen (bei Einmarsch Russlands auch durchführen)!

      Der "Zar" hätte dann keinen - jedenfalls offiziell und im eigenen Land - "anerkannten" Grund für weitere Aggressionen.
      Die russische Bevölkerung könnte aber im Laufe von (wenigen?) Jahren sehen, wie es der ukrainischen Bevölkerung besser und besser ginge... und "das auch haben wollen"-Reaktionen zeigen könnte.

      Hier ist die Frage: Wieviel Geld sind wir Europäer bereit, dafür "in die UA zu transferieren"....? ;)

      Und der "Sultan" würde erkennen, dass eine NATO-Mitgliedschaft ohne EU-Mitgliedschaft schlechter ist, als umgekehrt.
      Und auch hier sieht die Bevölkerung, was ihnen "dank ihres ach so tollen Präsidenten" entgeht und regelrecht in den letzten Jahren kaputt gemacht wurde. Die standen ja schon mitten in den Aufnahmeverhandlungen...
    • Militärisch wäre die Ukraine auf sich allein gestellt. Washington wird nicht in einen etwaigen Krieg eingreifen. Am wahrscheinlichsten wird auf die Ukraine eingewirkt, dem Donbas einen Autonomiestatus zu gewähren.
      So zumindest ist aus Kreisen amerikanischer Regierungsbeamten zu hören :

      Regierungsbeamte haben vorgeschlagen, dass die USA die Ukraine drängen werden, ein Maß an Autonomie innerhalb ihrer östlichen Donbas-Region formell abzugeben, die jetzt de facto von von Russland unterstützten Separatisten kontrolliert wird, die sich 2014 gegen Kiew erhoben haben.
      Die Dezentralisierung der Ukraine und ein „Sonderstatus“ für den Donbass wurden 2015 in einem mehrdeutigen, europäisch vermittelten Friedensabkommen festgelegt, aber es hat sich nie durchgesetzt.
      Mehr Autonomie könnte den Bewohnern dieser Region formell mehr Autorität in einigen lokalen Angelegenheiten geben. Von einer Abtretung von Territorien sprachen die Verwaltungsbeamten nicht.
      apnews.com/article/joe-biden-r…ec21ca2aded4a37fa325f07b5
      :lol:

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    • Ja genau. Und die USA müssen Texas einen Autonomiestatus gewähren, weil dort so viele Mexikaner leben (war ja auch mal mexikanisch ;)
      Und wir müssten dem Saarland einen Autonomiestatus gewähren, weil das ja mal französisch war... und falls Frankreich mal "wieder Bock auf die Gebiete dort" bekommt und einen "Krieg vom Zaun bricht"...
      Und im Norden (Schleswig-H) waren sie mal dänisch... dort also auch "Autonomie"!

      Ach nee, so etwas geht ja nur mit der (armen) Ukraine und dem diktatorischen Zaren aus dem Osten! :-/
    • Hallo,

      wenn man einen größeren Zankapfel schaffen will, dann gehe man den Schritt Richtung mehr Autonomie für die illegal errichteten "Republiken" auf ukrainischem Boden. Russisch gesteuerte Politiker im ukrainischen Parlament lähmen und destabilisieren dann das ganze Land. Es kann zu erneuten Protesten kommen und führte beim letzten Mal zu einem Kriegseinsatz der Russen gegen die Ukraine.

      Ich sehe eher die Bipole "Abschneiden" oder "Annähen".

      Die hohe Zahl der sich zur Ukraine zählenden Binnenflüchtlinge aus den Donbass-Gebieten schufen eigentlich schon die Grundlage für eine Amputation der betreffenden Landesteile. Außerdem würde der ständige Abfluss von Rentenmitteln aus der Ukraine gestoppt. Man hätte politische Klarheit.

      Für das "Annähen" steht gerade die Erfahrung der Deutschen, die nie ihr Zusammengehörigkeitsgefühl aufgaben. Und nach 40 Jahren kam die Wende. Natürlich war dann die Wiedervereinigung auch glücklichen Zufällen geschuldet. (Winzige Randnotiz: Das bundesrepublikanische umlage-/beitragsgedeckte Rentensystem ermöglichte Ostrenten. Ostrentner hätten bei einem kapitalgedeckten System keinerlei Ansparungen im Topf gehabt = keine Rentenzahlungen.)
      Im Falle der Ukraine spricht für das "Annähen" der Umstand, dass die sogenannten "Republiken" nicht selbst überlebensfähig sind. Die Russen haben da einen Klotz am Bein, den sie irgendwie loswerden müssen. Jetzt ist nur bei Putin nicht vorauszusagen, hält er die Menschen dort weiter in Armut oder lässt er den Donbass fallen und ermöglicht z.B. freie Wahlen ?

      Wenn ich Entscheider auf ukrainischer Seite wäre, dann würde ich im jetzigen Zustand verharren und noch abwarten wollen. Allerdings würde ich Zahlungen (=Geldabfluss) Richtung Donbass neu regeln, um innerukrainischen Konflikten vorzubeugen. Das ukrainische Rentensystem ist beispielsweise umlagefinanziert. Kommt aus dem Donbass keine nennenswerte Einnahme, reduziert sich die Rentenauszahlung. Als Begründung würde ich noch die Steuererhebung und die selbst aufgestellten Haushalte der sog. "Republiken" anführen. So einfach ist das.

      Gruß nobody

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