Ukrainische Flüchtlinge nicht willkommen?

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    • Ukrainische Flüchtlinge nicht willkommen?

      Melnyks verstörender Vorwurf an Deutschland
      Botschafter Melnyk sagt, viele ukrainische Flüchtlinge kehrten Deutschland wieder den Rücken. Das ist überzogen. Ein Kommentar.

      Nie waren die Deutschen so hilfsbereit wie in den vergangenen Wochen. Genauer gesagt: seit Beginn des russischen Angriffs- und Eroberungskrieges gegen die Ukraine. Zehntausende packten mit an – und tun es immer noch. Sie vermitteln Unterkünfte, sammeln Medikamente, Kleidung und Lebensmittel, bringen Hilfstransporte mit Verbandsmaterial, Decken und Schlafsäcken auf den Weg.

      Der Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, sagt, viele ukrainische Flüchtlinge kehrten Deutschland wieder den Rücken, weil sie sich hier nicht willkommen fühlen. Inzwischen würden mehr Menschen abreisen als kommen. Sie hätten „keine Lust, hier zu bleiben“. Die Deutschen forderte Melnyk auf, sich Gedanken über die Motive der Abreisenden zu machen. Einen möglichen Grund nennt der Botschafter gleich selbst. Aus Sicht der Ukrainer trage Deutschland die Verantwortung für viele Tote, weil es bislang keine schweren Waffen geliefert habe.

      Nicht willkommen - das schmerzt. Bis Ende April hatten Deutsche mindestens 752 Millionen Euro für die Ukraine gesammelt. Die weiterhin laufende Spendensammlung bricht längst alle Rekorde. Schon jetzt weist sie das höchste Volumen für eine einzelne Katastrophe in der Geschichte der Bundesrepublik auf. Es ist höher als nach dem Tsunami in Südostasien 2004, höher als nach der Flutkatastrophe in Deutschland im vergangenen Jahr.

      Nicht willkommen – wie muss dieser Vorwurf auf freiwillige Helfer wirken, die den Begriff der „Willkommenskultur“ als Ansporn empfinden? Wie muss er auf jene wirken, die in Stadt, Land und Bund die Schutzsuchenden sehr pragmatisch unterstützen? Ukrainischen Flüchtlingen wird das Leben in Deutschland in vielerlei Hinsicht leichter gemacht als Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea.
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