FOCUS-Online-Interview

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    • FOCUS-Online-Interview

      Natalia Klitschko erklärt, was die Kinder der Ukraine jetzt brauchen

      Natalia Klitschko ist gebürtige Ukrainerin – als Botschafterin der „Tribute to Bambi Stiftung“ hat sie nun geflüchtete Kinder in München besucht. Im FOCUS-Online-Interview spricht sie über das Verarbeiten von Traumata, ihre Sorge um Ehemann Vitali und die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

      FOCUS Online: Frau Klitschko, Sie haben kürzlich als Botschafterin der „Tribute to Bambi Stiftung“ die „Refugio Kunstwerkstatt“ in München besucht, die mit kreativen Angeboten geflüchtete Kinder und Jugendliche unterstützt. Welchen Eindruck hatten Sie bei Ihrem Besuch vor Ort?

      Natalia Klitschko: Es war sehr erfüllend, die Kinder aus meinem Heimatland zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten. Sie sind seit drei, vier Monaten in Deutschland und es war sehr wichtig für mich zu erfahren, wie es ihnen geht. Das Projekt und die Leitung von „Refugio“ sind unglaublich – es war ein bereichernder Besuch. Das ganze Team ist so menschlich und herzlich. Sobald man „Refugio“ betritt, hört man Kinder lachen. Man merkt, dass sie entspannt sind und sich in Sicherheit fühlen. Das war für mich eine großartige Erfahrung, ich wollte da eigentlich direkt bleiben und als neue Mitarbeiterin anfangen (lacht)!

      „Refugio“ bietet unter anderem Kunsttherapie an, Sie haben auch mit den geflüchteten Kindern gemeinsam gemalt und mit Ton modelliert. Inwiefern trägt Kunst zur Heilung der Seele bei?

      Kunsttherapie ist besonders für Kinder wichtig, die traumatische Erfahrungen durchleben mussten. Sie müssen sich vorstellen: Die Kinder mussten ihr Zuhause und ihr gewohntes Umfeld verlassen. Ihr gesamtes Leben ist plötzlich weg. Ganz wichtig: Sie dürfen das Erlebte nicht in sich hineinfressen. Es muss in Ruhe verarbeitet werden. Und nicht immer kann eine Psychotherapie helfen, denn hierzu fehlen den Kindern die Worte – und Therapieplätze sind sowieso rar. Durch die Kunsttherapie können sie ihre Emotionen in Bildern oder Skulpturen verarbeiten. Was auch helfen kann: Musik- und Tanztherapie. Bewegung hilft dabei, die Emotionen loszulassen. Das ist einer der Schlüssel, um chronisch psychische Erkrankungen erst gar nicht entstehen zu lassen. „Refugio München“ ist es gelungen, einen Ort zu schaffen, an dem die Kinder sie selbst sein können, sich austoben dürfen und einfach willkommen sind. Hier sagt niemand: „Hier darfst du nicht rennen, hier darfst du nicht laut sein!“ Hier dürfen sie es, sie fühlen die Herzlichkeit, sie fühlen sich sicher und dürfen einfach Kind sein.
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